Schlagwort: Jürgen Brôcan

16. Bewegung und Haltung

In vier Abschnitte ist dieses Handbuch unterteilt, das den Körper als Sprach-Konzept verkörpert. Der erste, „Bewegungen“, liest sich wie ein Kompendium aller möglichen Aufenthalte dieses Körpers im Raum. Stehen, stampfen, humpeln, gehen, tanzen, liegen, hüpfen, stolpern sind nur einige davon, sozusagen die Urbewegungen, die… Continue Reading „16. Bewegung und Haltung“

38. Selbstinspektion

Bei seiner Selbstinspektion muss sich Les Murray auch der eigenen Vergangenheit stellen, dem Gefühl, schuld zu sein am Tod der Mutter, den erduldeten Demütigungen und schulischen Schikanen, den selbstzerstörerischen Impulsen, den Unzulänglichkeiten als Erzieher und Ehemann. Neben familiärem Zuspruch war die Poesie das Instrumentarium,… Continue Reading „38. Selbstinspektion“

97. Still pulsierend

Gemäss einem Motto von Tomas Tranströmer, der offenkundig zu Krauses Laren zählt, soll das Gedicht ohne grosse Gesten und Rhetorik auskommen. Die Originalität dieser schlichten, dennoch ästhetisch perfekten Gefüge besteht darum vor allem in unerwarteten Wahrnehmungen, etwa wenn es heisst, dass die Mäuse Zähne… Continue Reading „97. Still pulsierend“

39. Jeffrey Yangs Bestiarium

Im Mittelalter verstand man unter einem „Bestiarium“ eine Dichtung, die typisch menschlichen Eigenschaften und Schwächen im Bild der Tiere einen Spiegel vorhält. Diese Form barg ein derart vielsagendes Potential, daß sie in der Neuzeit von Guillaume Apollinaire, Franz Blei, Jorge Luis Borges und anderen… Continue Reading „39. Jeffrey Yangs Bestiarium“

37. Antidot

Gelegentlich komponiert er – wie im Falle John Ruskin – aus einzelnen Gedichtzeilen anderer Dichter etwas Neues. Der Dichter als Pirat? Viel Philosophisches, Botanisches, Kunst- und Kultur- und Geschichtswissen ist in den Versen aufgehoben oder als Material in den angehängten Anmerkungen verstaut. Mal sprengt… Continue Reading „37. Antidot“

94. Apfel und Amsel

Gedichte können durchaus süffig sein, deshalb müßte man das Jahr 2012 mit einem önologischen Vergleich wohl einen „gute Lyrikjahrgang“ nennen. Ohne Anspruch auf Repräsentativität seien an dieser Stelle vollkommen subjektiv Norbert Lange („Das Schiefe, das Harte und das Gemalene“), Marie T. Martin („Wisperzimmer“), Klaus… Continue Reading „94. Apfel und Amsel“

42. Das Ding selbst

In dem Bemühen, die Wirklichkeit qua Imagination zu ordnen, setzt der Dichter eine Form, in der nicht dargestellt, sondern über Objekte meditiert wird, die sich im Akt des Sprechens verändern. In der Sequenz «Dreizehn Arten, eine Amsel zu betrachten» etwa befindet sich der Blickwinkel… Continue Reading „42. Das Ding selbst“

73. Dionysische Groteske

Es war an der Zeit, diesen Lyriker kennenzulernen. Seit über vierzig Jahren hat er, auf erfrischend unakademische Weise und in Personalunion von Dichter, Übersetzer, Herausgeber und Kritiker, der amerikanischen Poesie höchst lebendige Impulse gegeben, dabei immer auf Abstand zu den Moden des Augenblicks bedacht.… Continue Reading „73. Dionysische Groteske“

62. Nature Writing

In der englisch-amerikanischen Literatur hat sich im Laufe der letzten rund zweihundert Jahre ein Genre entwickelt, für das es im deutschsprachigen Raum weder eine Entsprechung noch einen Namen gibt: das nature writing .  … Emersons Ideen hatten Einfluss auf Walt Whitman und Henry David… Continue Reading „62. Nature Writing“

32. Großes Debüt

Sechsundachtzig Jahre alt hat Anne Dorn werden müssen, um ihren ersten Gedichtband zu veröffentlichen — und damit das vielleicht dienstälteste Debut der deutschen Lyrik vorzulegen. Aus ihren Gedichten unter anderem im „Jahrbuch der Lyrik“ ist sie dem aufmerksamen Publikum natürlich längst bekannt, als eine… Continue Reading „32. Großes Debüt“

119. KARAWA.NET #003

*** # 003 / LEICHTE GEOGRAFIE *** HANNES BECKER / TIMO BERGER / CHARLES BERNSTEIN / TOM BRESEMANN / JÜRGEN BRÔCAN / RICHARD DURAJ / DANIEL DURAND / ISRAEL ENCINA / ULRICH HOLBEIN / JAN KUHLBRODT / PAZ LEVINSON / LÉONCE W. LUPETTE /… Continue Reading „119. KARAWA.NET #003“

64. Maximus

Ein halbes Jahrhundert danach hat nun das „Schreibheft“, die nach wie vor lehr­reichste Zeitschrift zur Wieder­erweckung der litera­rischen Moderne, in der aktuellen Nummer 77 ein umfang­reiches Dossier zu dem eigen­sin­nigen Welt­poeten Charles Olson zusam­men­gestellt. Unter der Federführung von Norbert Lange und Gerd Schäfer sind hier instruktive… Continue Reading „64. Maximus“

20. Doppelbödige Tiefe

In den besten Gedichten der deutschen Auswahl, die Jan Wagner kundig zusammengestellt und mit viel Gespür für die Feinheiten und sprachlichen Tücken übersetzt hat, entwickelt Armitage Bilder von grosser Zugänglichkeit, die eine doppelbödige Tiefe besitzen. Allenthalben tun sich nämlich unvermutete Türen und manchmal sogar… Continue Reading „20. Doppelbödige Tiefe“

116. Der Betrieb ist schlecht! Aber warum denn?

Diskussionsbeitrag von Bertram Reinecke Siehe auch: 119. Sound, Modus und produktives Misstrauen 118. Vertane Chance 107. Wenn Hölderlin Heute Lebte… 111. Originalität Ist Kein Jargon 87. Zu Viel Originalität       Eigentlich ist der Text von Brôcan nicht der Rede wert. Das hat man ja… Continue Reading „116. Der Betrieb ist schlecht! Aber warum denn?“

111. originalität ist kein jargon

Diskussionsbeitrag von Simone Kornappel ein instrumentarium, um einen text für sich selbst als misslungen oder gelungen zu begreifen, ist der kopf. und einen kopf hat jeder leser, jede leserin allemal. die unlust am kauf oder die unlust am lesen eines gedichtbandes, einer anthologie oder… Continue Reading „111. originalität ist kein jargon“