Prolog

Viktor Dyk

(* 31. Dezember 1877 in Pšovka bei Mělník; † 14. Mai 1931 auf der Adriainsel Lopud, Jugoslawien)

Prolog

Sohn einer finstren Generation 
war ich, die mit sich und der Welt entzweit. 
Irgendein Vers berichtet noch davon:
„Nur einen Tag des Glücks kennt meine Jugendzeit!“

Ich litt ob dieses Dunkels. Nun schluchzt laut 
nach Jahren auf das überhörte Weinen.
Eh wir uns umgesehn und aufgeschaut, 
mocht größer uns die Erde wohl erscheinen.

Ach, nimmermehr zurück ins Leben leitet, 
was man versäumt und was verflog wie Spreu.
– Wenn auf dem Hang der Tod die Gräser schneidet, 
sei wenigstens das eine: Duft von Heu. –

Deutsch von Franz Fühmann, aus: Die Glasträne. Tschechische Gedichte des 20. Jahrhunderts. Hrsg. Ludvík Kundera und Franz Fühmann. Berlin: Volk und Welt (2., verbess. Aufl.), 1966, S. 66

Prolog 

Syn generace byl jsem zachmuřené, 
jež se sebou i světem boj svůj svádí. 
Verš čísi všechno žalně připomene: 
„Jen jedenkrát jsem šťasten byl v svém mládí.“ 

A trpěl jsem a týral pro tu chmuru. 
Po letech pláč se přeslechnutý slyší. 
Než když jsme kolem hleděli a vzhůru, 
zem’ byla větší, nebe bylo vyšší! 

A v život nikdo více nepřivleče, 
co propaseno a co pokoseno. — 
Ta s kosou trávu z rodných luk když seče, 
ať aspoň voní na okamžik seno ! 

DYK, Viktor a JELÍNEK, Hanuš. Básně: [výbor]. V Praze: Družstevní práce, 1933. s. 350

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