119. Schwester Scham und Bruder Duden in Frankfurt

„[…] akte. dichtungsverhalten okay – performancegestalten mit
leichtem schwanken. schwester scham und bruder duden.

vieles krankt. die begriffe „begriff“ und „deckung“ decken
sich nicht. „deutung“ begreift sich selbst zuletzt. ist immer
ein akt. die husserl ist im haus. akt an sich und drückliche
bedeutung. dies ist: heitere beschreitung. fortsetzung und

überleitung. das folgende. dieses ist das folgende. es sind
meistens akte. bestrickend nackt. zwang ist ein täuschender
gedankengang. bruder gleitflug. schwester fug. die husserl
ist im haus. man muß den zwang zum vortrag bringen – nackt.“

    Djane Husserl

Zum Ende der Langen Nacht des lyrischen Experiments während der Frankfurter Lyriktage steigt am morgigen Samstag, 28.5.2011, eine rough poetry performance mit:

Christian Filips, Monika Rinck, Ulf Stolterfoht (Voices & Weibchen)
Franz Tröger (Spieluhr), Bo Wiget (Cello)

Mehr: http://www.frankfurter-lyriktage.de/va-280511-1.html

Vorher mit:

19.00 UHR Paulus Böhmer, Matthias Göritz, Barbara Köhler, Christian Lehnert

Moderation Hans Jürgen Balmes

20.30 UHR Franz Mon, Rick Reuther, Ulrike Almut Sandig, Daniela Seel
Moderation Christian Metz

(und wenn etwas das gute Gefühl trübt, ist es der dämliche – ich bin heut bei Kraftausdrücken – Frankfurter Ankündigungstext:

Es wird wieder eine richtig lange Nacht. Dieser Schluss- wie Höhepunkt der Frankfurter Lyriktage 2011 versammelt alle wichtigen Stimmen des lyrischen Experiments in der Gegenwartsliteratur zu einem multiplen Ganzen, in dem sich Genres, Gedichte, Bilder und Musik munter mischen.

Das haben die beteiligten Künstler nicht verdient. Naja: Ein bißchen was von „Frankfurt“ muß das schöne Lyrikfest doch haben!)

118. Lyriker Kretschmann

Die CDU fragt, Gregor Koall antwortet. Prompt! Seine Lyrikmail von gestern nacht um 4:43 brachte dies:

Lyrikmail Nr. 2436  27.05.2011

Hoffnung in Zukunft

   „Wenn wird die echte Weisheit einst geboren?“
Die erste Stunde nach dem letzten Thoren!

Karl Friedrich Kretschmann (1738-1809)

* der Autor ………………………………………
auch: der Barde Rhingulph; geboren am 4. Dezember 1738 in Zittau;
gestorben am 15. Januar (oder 16.) 1809 ebenda) war ein deutscher
Lyriker, Lustspielautor und Erzähler.
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Friedrich_Kretschmann

Wolffs Poetischer Hausschatz von 1843 hat von ihm mehrere Texte, eins beginnt: „Als ich, der Barde Wonnebald“. Auch Richard Zoozmann und Arno Holz kannten ihn noch. Holz nahm ihn in seine Rokoko-Anthologie auf: „Von Guenther bis Goethe. Ein Frühlingsstrauß aus dem Rokoko“ (1926).

117. Der Raubbau

Günther ist einer, der hinschaut, wenn es ihm weh tut. Er sieht die Glückssucher beider Geschlechter. Und wenn sie das Glück gefunden haben, sind es zumeist die Männer, die es nicht lange aushalten. Das Personal in Günthers Gedichten führt ein beschädigtes Leben, beschädigt von außen und innen. Der Raubbau beginnt früh; Kinder werden für die Hackordnung reif gemacht. Eine Familie löscht sich aus. Für den Schreiber sind das keine Sensationen, sondern der erschreckende Alltag. Trotzdem befindet sich in dem Buch eine großartige Liebeserklärung.

Ein neueres Gedicht heißt »Kundschaft«: »Manch einer will die/ harten Sachen./ Den nackten Schrei, / roh und brutal wie/ ein Verkehrsunfall mit/ Toten. // Ein anderer hat es/ gern subtil/ und zwischen den/ Zeilen. Weder klar noch deutlich. Stets/ ein bißchen hintenrum. // Und ein dritter/ sucht den hohen Ton./ Das Prätentiöse./ Den ausgestreckten/ Zeigefinder/ in der Wunde. // Doch sie alle sind/ nur Kunden. // Auf der Suche nach/ sich selbst/ durchwühlen sie/ deine Zeilen wie einen Korb voll/ schmutziger Wäsche. // Und wenn sie/ sich nicht finden, bist/ du schuld.« / Robert Mießner, junge Welt

Florian Günther: Ausgemistet – Gedichte 1989-2011. Verlag Peter Engstler, Ostheim 2011, 336 Seiten, 16.90 Euro* Mit einem Nachwort von Hermann Peter Piwitt

116. Notwendigkeit

Raoul Schrott im Interview mit der Frankfurter Rundschau über Poesie, den Versuch sich als Dichter über seine Arbeit klar zu werden und warum Metaphern keine Fehlinformationen sind, sondern eine sprachliche Notwendigkeit.

115. Schlochig

Die „Welt“ teilte vorige Woche mit, daß sie mit „Bob“ per Du ist (dem Musiker, der 70 wurde). In dem Bund wolln wir nicht der Dritte sein. Heute läßt sie wissen, daß sie nicht in Frankfurt dabei war, beim Lyrikfestival. Kam erst gestern abend an, um die „bezaubernde Monika Rinck“ zu fotografieren (wir wollen nichts bestreiten, aber in dem Bund, s.o.). Und zeigt, wie man möglichst arschlochig über Lyrik schreiben kann. Als ob wir das nicht kennten.

114. Frutos, Sendler, Hernández

Der zweithöchste Lyrikpreis Spaniens ging in diesem Jahr an einen Gedichtband, der vergessene Heldinnen wie Irena Sendler feiert. Sendler rettete 2500 jüdische Kinder, indem sie sie aus dem Warschauer Ghetto herausschmuggelte. Im Jahr 2007, ein Jahr vor ihrem Tod, war sie für den Nobelpreis nominiert, den Al Gore und der Ausschuß für Klimawandel (Intergovernmental Panel on Climate Change) gewann.

Offensichtlich wäre sie eine würdige Wahl für den Nobelpreis gewesen, sagte Fátima Frutos, die den Kutxa Ciudad de Irun Poetry Prize  2011 gewann. „Man muß dafür eintreten, solchen Frauen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, die kaum Anerkennung erfuhren, aber sie in hohem Maße verdienen“, sagte sie. Sie erinnerte auch an Artemisia Gentileschi,  eine bedeutende italienische Malerin des 17. Jahrhunderts sowie an Carolina Coronado, eine spanische Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts. Beide mußten darum kämpfen, auf von Männern dominierten Feldern Anerkennung zu finden.

Ihr preisgekrönter Gedichtband „Andrómeda encadenada“ (Die gefesselte Andromeda) nimmt ihren Titel von einer Prinzessin des griechischen Mythos, die an einen Felsen gekettet war, aber die sie eher als inspirierende Figur denn als Opfer sieht.

2009 erhielt sie für den Band  „De carne y hambre“ (Aus Fleisch und Hunger) den internationalen Ateneo Guipuzcoano – Preis für erotische Literatur.

In „Andrómeda“ nimmt sie auch eine paneuropäische Perspektive ein in Gedichten, die den deutschen Dichtern Novalis und Hölderlin und dem spanischen Dichter Miguel Hernández gewidmet sind, der 1942 in einem Gefängnis des Diktators Franco starb. „Hernández impfte uns das gesegnete Gift der Poesie ein, so daß wir ohne Haß aufwachsen können, aber mit ausreichend Stärke, um für soziale Gerechtigkeit zu wirken.“ Die Preisverleihung am 28.5. wird sie ihrer Großmutter widmen, die sie mit Gedichten von Hernández aufgezogen hat, die sie auswendig lernte, weil sie weder lesen noch schreiben konnte. / Jerusalem Post

113. Lyrische Provinz

Es sei zu befürchten, dass Baden-Württemberg durch den grün-roten Politikstil ‚vom Global Player zur Provinzregion wird‘. Sagen die Politiker einer Partei, die das Ländle nicht mehr regieren darf. Irgendwie muß es mit Lyrik zu tun haben. Haben die einen Lyriker gewählt? Für mich sieht er nicht so aus, aber vielleicht treffe ich auch den badenwürttembergschen Lyrikstil nicht richtig, wenn ich daran denke, daß dadorten ein Oberbürgermeister (Rommel) und ein Rundfunkintendant (Voß – aber nicht der von Reinecke!) ja auch dichteten.

Der Zusammenhang mit der Lyrik geht so:

Zum Beginn der Aussprache kritisierte CDU-Fraktionschef Peter Hauk, von Kretschmann sei ‚viel Lyrik‘, aber ‚wenig Substanz‘ zu hören gewesen

Die Kollegen von der Hirnlyrikfraktion in Frankfurt helfen nach: „Mit Lyrik lässt sich kein AKW betreiben“. So die Überschrift eines Berichts in der Nassauischen Neuen Presse.

Und auch wenn der sachverständige Scobel das offenbar in die Frage gekleidet hat, „ob sich mit Lyrik im Gegenteil zwar die Freundin herumkriegen, aber kein AKW betreiben lasse (Scobel)“, danken wir für die Unterstützung und konstatieren einen weiteren Grund, warum die AKW abgeschaltet gehören. Die Lyrikerinnen werden die Streitkräfte übernehmen, steht geschrieben – nicht die AKW.

Bis zum Erweis des Gegenteils aber gilt mir die Faustregel: Wenig Substanz – wenig Lyrik. (Die Experten spitzen schon die Zunge)

112. Robert Marceau gestorben

Am 15.5. starb der Dichter und Romancier Robert Marceau bei Anbruch seines 86. Geburtstags. 2005 wurde er mit dem Großen Preis für Poesie der Académie Française ausgezeichnet und im vergangenen Dezember mit dem Mallarmépreis für seinen letzten Gedichtband Le Temps ordinaire (éd. Champ Vallon, 2009), der ein gewaltiges „Journal in Sonetten“ enthält. Zu seinen etwa 50 Gedichtbänden zählen Royaumes (éd. Seuil, 1962), Travaux sur la terre (éd. Seuil, 1966), Sibylles (éd. Galanis, 1971) ou Fragments de la France (éd. Champ Vallon, 1990). Marceau wurde in der Provinz Poitou geboren und lebte seit 1976 in Québec in Kanada. / Le Magazine Littéraire

111. Keine Fehlleistung

Warum aber liest kaum noch jemand Gedichte? Sind sie, weil jeder Werbespruch mittlerweile Poesie und selbst das Wort „Viagra“ eine lyrische Äußerung ist, wie Schrott behauptete, überflüssig geworden? Scobel erklärte das Phänomen zweigleisig: Erstens sei die Sprache der Wissenschaft mächtiger, weil ökonomisch verwertbar. Zweitens sei das Lesen von Gedichten Arbeit, weil es zur fundamentalen Beschäftigung mit Sprache zwinge. Dem setzte Schrott sein Schlusswort entgegen: „Poesie ist keine Fehlleistung, sondern die konzentrierteste Art des Denkens überhaupt.“ / Christoph Schröder, FR 25.5.

110. Bachmanns Seifenoper

Die Werkgeschichte der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926–1973) muss nicht neu geschrieben werden, weil die Österreicherin selbst dazu den vielleicht skurrilsten Beitrag schon geliefert hat: mit ihrer Serie der „Radiofamilie“ zu Beginn der 50er Jahre. Und diese wöchentlich gesendeten Familienstorys waren nichts anderes als triviale Unterhaltung, Seifenopern gewissermaßen. Ausgerechnet die große Lyrikerin, eine Klassikerin der modernen deutschsprachigen Literatur, hat ihr Werk mit der Schreibarbeit an einer Art Lindenstraße der Nachkriegszeit eröffnet. / Lothar Schröder, Rheinische Post

109. Freilassung eines Dichters im Zeichen höherer Interessen

„Wem gehören die Flüsse, die Blumen und die Dörfer?“, fragt das Gedicht des usbekischen Poeten Jussuf Dschuma, und der Refrain antwortet: „der Tochter“. Mehr als drei Jahre saß der Dichter in „Yaslik“, dem schlimmsten Lager Usbekistans unweit des sterbenden Aralsees, ein. Zwei Gefangene wurden dort 2002 mit kochendem Wasser zu Tode gefoltert.

Am 19. Mai wurde Dschuma direkt aus der Gefangenschaft mit Tochter und Enkeln in ein Flugzeug Richtung USA gesetzt. Die Freilassung des Dichters scheint wie ein Gastgeschenk des am heutigen Dienstag nach Berlin kommenden usbekischen Vizeaußenminister Wladimir Norow. / MARCUS BENSMANN, taz

(nämlich deutsche Firmen wollen am Größenwahn des Diktators mitverdienen, dafür kann man schon mal einen Dichter opfern, oder freilassen)

108. Neue Lyrik 1961

Goethe schrieb eine Rezension der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“, in der er zu den über 200 Gedichten des Bandes „das unterhaltende Geschäft [übernahm], sie alle der Reihe nach, so wie es uns der Augenblick eingibt, zu charakterisieren“. Da heißt es „Lieblich konfus und deshalb Phantasie erregend“ oder „Katholisches Kirchentodeslied. Verdiente, protestantisch zu sein.“ oder auch mal kurz „Glücklicher Einfall“.

In der sehr preiswerten Neuausgabe der Killy-Anthologie „Epochen der deutschen Lyrik“, die jetzt „Deutsche Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart“ heißt und in 10 Bänden auf über 4000 Seiten chronologisch geordnet eine gar nicht kanonische Sammlung für weniger als 20 Euro erhält (!), gibt es einen nicht von Killy stammenden Nachtragsband der Lyrik von 1961 bis 2000. Gestern abend beschloß ich, diesen mir bisher neuen Band auf diese Weise zu erkunden. Ein unterhaltendes und ja vielleicht auch (für mich) lehrreiches Geschäft.

Da ich aber heute vom Geburtstag der Dichterin Dagmar Nick lese und sie zufällig 1961 dabei ist, rücke ich hier als Vorgeschmack den ersten Jahrgang eines offensichtlich lustvollen Rundumschlags ein, der eine Zeit in Anspruch nehmen wird.


1961

Ingeborg Bachmann: Ihr Worte – Sprachskepsis mit recht hohem Ton

Manfred Bieler: Wostok – Der Herzschlag der Kommunisten befiehlt der Sonne

Günter Eich: Wildwechsel – Empfiehlt den Dichtern, von Sprachsorgen, Kosmonauten und Jägern zu schweigen

Karl Mickel: Dresdner Häuser – Frühe, sehr kurze Fassung einer großen Ode, mit der man sich, hätte man sie gelesen, eventuell Tellkamps „Turm“ hätte sparen können

Dagmar Nick: Erinnerungsland – Eine konzise Aufforderung zum Minenlegen und Brunnenvergiften

Nelly Sachs: Im Lande Israel – Sie will nicht Kampfgesänge singen, sondern Blut und Tränen stillen und Erinnerungen bergen

Walter Killy: Deutsche Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart. 10 Bände. dtv, München 2011, 4064 Seiten, 19,90 Euro.


107. Jugendgefährdend

Ernst Reinhard Schöggl schreibt Krimis. Kürzlich erfuhr er, daß sein Krimi „Clamlinde“, in dem die beschriebene „Abbildung der barbusigen Clamlinde“, die Teil eines Wappens ist, das in Clam in der Burgkapelle hängt, schon das Schärfste an Erotik darstellen mag, „im Computernetz der Bundesverwaltung als jugendgefährdend gewertet werde und Suchanfragen dazu folglich gesperrt“ sind. Die Alpenländer und Amerikaner haben halt ihre eigenen Probleme.

Schöggl veröffentlichte auch gerade einen Band „Wirtshausverse“, was aber offensichtlich nicht identisch mit „Frau-Wirtin-Verse“ ist. (Viel Arbeit für Lyrikwiki).

106. Czurdas poetisches Palimpsestieren

„dunkelziffer“ nennt Elfriede Czurda ihren neuen Gedichtband. Dem Unzählbaren auf der Spur, unternimmt sie hier die subversive Dekonstruktion der globalen Herrschaft der Zahlen. Ausgangspunkt sind Symbole der Zahlenmagie wie magische Quadrate, das goldene Dreieck oder das Pentagramm. …

Elfriede Czurdas poetisches Palimpsestieren beginnt gleich im ersten Zyklus ihres Gedichtbandes. Es ist eine Dekonstruktion des magischen Quadrats des Lo Shu, bei dem die Summe der horizontalen und der vertikalen Reihen sowie der Diagonalen jeweils 15 ergeben. Der Legende nach soll es Yü dem Großen auf dem Rücken einer Schildkröte aus dem Flusse Lo erschienen sein. Es wurde zur Wahrsagung und im Rahmen der Yin-Yang-Lehre zur Erklärung von Vorgängen im Inneren des Körpers verwendet. „Landschaften I“ nennt Elfriede Czurda ihre poetischen Variationen über das Lo-Shu-Quadrat. In neun Gedichten bildet sie dessen Zahlenfolge in der exakten immergleichen Verszahl ab. / Michaela Schmitz, DLF

Elfriede Czurda: „dunkelziffer“. 172 Seiten. Edition Korrespondenzen 2011. 21,50 Euro.

[Achtung: „überfordert zuweilen selbst den geneigten Leser“: wenn das keine Kaufempfehlung ist! Im Ernst!]

105. Giorgio Orelli 90

Giorgio Orelli, der grosse Tessiner Lyriker, der heute seinen neunzigsten Geburtstag feiert, erkannte früh, dass das «Gefühl der Zeit» («sentimento del tempo»), wie Ungaretti es definierte, für sein Leben und sein Schreiben von zentraler Bedeutung sei. Schon in einem Jugendgedicht, «Prima dell’anno nuovo» (1952), beschrieb er sich selbst als «weder jung noch alt». Später, in «Sinopie» (1977), lässt er drei alte Männer zu Wort kommen, die er oft auf der Bahnhofstrasse in Bellinzona trifft, und fügt dann hinzu, er hätte gerne noch weitererzählt, von andern, die schon alle zu Rötelskizzen (sinopie) «mit jahrhundertealten Rissen» geworden sind. / Pietro De Marchi, NZZ