114. Frutos, Sendler, Hernández

Der zweithöchste Lyrikpreis Spaniens ging in diesem Jahr an einen Gedichtband, der vergessene Heldinnen wie Irena Sendler feiert. Sendler rettete 2500 jüdische Kinder, indem sie sie aus dem Warschauer Ghetto herausschmuggelte. Im Jahr 2007, ein Jahr vor ihrem Tod, war sie für den Nobelpreis nominiert, den Al Gore und der Ausschuß für Klimawandel (Intergovernmental Panel on Climate Change) gewann.

Offensichtlich wäre sie eine würdige Wahl für den Nobelpreis gewesen, sagte Fátima Frutos, die den Kutxa Ciudad de Irun Poetry Prize  2011 gewann. „Man muß dafür eintreten, solchen Frauen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, die kaum Anerkennung erfuhren, aber sie in hohem Maße verdienen“, sagte sie. Sie erinnerte auch an Artemisia Gentileschi,  eine bedeutende italienische Malerin des 17. Jahrhunderts sowie an Carolina Coronado, eine spanische Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts. Beide mußten darum kämpfen, auf von Männern dominierten Feldern Anerkennung zu finden.

Ihr preisgekrönter Gedichtband „Andrómeda encadenada“ (Die gefesselte Andromeda) nimmt ihren Titel von einer Prinzessin des griechischen Mythos, die an einen Felsen gekettet war, aber die sie eher als inspirierende Figur denn als Opfer sieht.

2009 erhielt sie für den Band  „De carne y hambre“ (Aus Fleisch und Hunger) den internationalen Ateneo Guipuzcoano – Preis für erotische Literatur.

In „Andrómeda“ nimmt sie auch eine paneuropäische Perspektive ein in Gedichten, die den deutschen Dichtern Novalis und Hölderlin und dem spanischen Dichter Miguel Hernández gewidmet sind, der 1942 in einem Gefängnis des Diktators Franco starb. „Hernández impfte uns das gesegnete Gift der Poesie ein, so daß wir ohne Haß aufwachsen können, aber mit ausreichend Stärke, um für soziale Gerechtigkeit zu wirken.“ Die Preisverleihung am 28.5. wird sie ihrer Großmutter widmen, die sie mit Gedichten von Hernández aufgezogen hat, die sie auswendig lernte, weil sie weder lesen noch schreiben konnte. / Jerusalem Post

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