Der Anglist Klaus Reichert erhält den Wilhelm-Merton-Preis für europäische Übersetzungen. Der langjährige Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, 75 Jahre alt, bekommt die mit 25000 Euro dotierte Auszeichnung am 30.November überreicht, teilte die Stadt Frankfurt am Main mit. Reichert hat unter anderem die deutschen Werkausgaben von James Joyce und Virginia Woolf betreut und Shakespeares Sonette in Prosa übersetzt. Die Gontard & MetallBank Stiftung, die den Preis alle drei Jahre vergibt, würdigte Reichert als ‚universal gebildeten Intellektuellen, dessen Sprachreichtum eine ungemein differenzierte und sensible Auseinandersetzung mit den von ihm übersetzten Texten ermöglicht‘. / Süddeutsche Zeitung 5.6.
Verlage drosseln Taschenbuch-Produktion radikal
Ein Drittel weniger Neuerscheinungen
Die bereits im bisherigen Jahresverlauf im buchreport-Taschenbuch-Barometer beobachtete Tendenz zur Programm-Verschlankung verfestigt sich. Ein so niedriger Novitätenpegel wie in diesem Juni wurde jedenfalls in den vergangenen 20 Jahren nicht gemessen.
(…)
Wie scharf in jüngster Zeit selektiert wird, zeigt sich besonders in der ansonsten stabilen Gruppe der großen Taschenbuch-Programme aus den Konzernen Random House, Holtzbrinck und Bonnier sowie der „unabhängigen“ Verlage Bastei Lübbe, dtv und Suhrkamp/Insel: Mit der aktuellen Auslieferung haben diese großen Verlage 23% weniger Neuerscheinungen auf den Weg gebracht als im Juni 2012.
Die in Berlin lebende Lyrikerin und Prosa-Autorin Kathrin Schmidt wird mit dem Thüringer Literaturpreis 2013 ausgezeichnet.
Sie erhalte die Ehrung für ihr mehr als 30-jähriges literarisches Schaffen, teilte das Thüringer Kulturministerium in Erfurt mit. Schmidt sei eine der wichtigsten und originellsten literarischen Stimmen ihrer Generation, erklärte Kulturminister Christoph Matschie (SPD).
„Mit ihrer Fantasie, ihrer Freude an Wortspielen und einer kraftvollen sinnlichen Sprache hat sie ihrer Literatur einen hohen künstlerischen Wert verliehen.“ Der mit 12.000 Euro dotierte Thüringer Literaturpreis wird alle zwei Jahre vergeben. / RBB
Kathrin Schmidt. Blinde Bienen heißt der Band von 2010. Ich würde niemals behaupten zu verstehen, was Kathrin Schmidt schreibt, aber ich liebe es. Bei diesen Gedichten setzt das Verstehensbedürfnis auch aus bei mir. Es ist fast so, als wenn es bei der Lektüre viel mehr auf mich und meine Gedanken dazu ankäme, als auf das, was da steht; DAS aber kann nicht unwichtig sein, denn es setzt das Ganze erst in Gang. / Martin Piekar, schmerzwach
Man kann nicht behaupten, dass die Autorin, die seit 1991 in Deutschland lebt, ihre Zuhörer und Leser nicht vorgewarnt hätte. Sie zitierte gleich zu Beginn das Motto ihres Buch: „Sie haben wahrscheinlich bemerkt, dass alle Dichter etwas seltsam sind, sie sind ein bisschen wie nicht ganz bei Sinnen, sogar die schlechten Dichter.“ / Sabine Scheltwort, Rhein-Neckar-Zeitung
Olga Martynova: „Mörikes Schlüsselbein“. Roman
Droschl Verlag, Graz/Wien 2013
ISBN 9783854208419
Gebunden, 320 Seiten, 22,00 EUR
Am 10. Juli 2013 ist Einsendeschluss für den 21. open mike – Internationaler Wettbewerb junger deutschsprachiger Prosa und Lyrik. Der open mike wird ausgeschrieben von der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation und mit insgesamt 7.500 EUR dotiert.
Teilnehmen können deutschsprachige Autorinnen und Autoren, die nicht älter als 35 Jahre sind und noch keine eigene Buchpublikation vorzuweisen haben. Berücksichtigung finden kurze Prosa, ein in sich geschlossener Auszug aus einem längeren Text ODER Lyrik.
Lektoren aus renommierten Verlagen wählen die Teilnehmer aus, die am 9. und 10. November 2013 zum öffentlichen Finale nach Berlin eingeladen werden. Die Autoren-Jury vergibt einen Preis für Lyrik und zwei Preise für Prosa.
Kurzbeschreibung der Teilnahmebedingungen:
Der Umfang der eingereichten Texte muss in etwa einer 15-minütigen Lesezeit entsprechen. Formatvorgabe: A 4-Format, einseitig bedruckt, Schriftgröße 12, Zeilenabstand 1,5. Die Manuskripte müssen in zweifacher Ausfertigung als lose Blätter (ohne Heftung) eingesandt werden. Auf den Manuskriptseiten darf weder der Name des Absenders noch ein Zahlencode, Kennwort o. ä. erscheinen. Eine kurze Biographie mit Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse ist beizulegen. Eine Rücksendung der Manuskripte kann leider nicht erfolgen.
Genaue Teilnahmebedingungen für den 21. open mike im Internet unter www.literaturwerkstatt.org
Einsendeschluss der Texte: 10. Juli 2013 (Datum des Poststempels)
Einsendungen unter dem Kennwort „open mike“ an:
Literaturwerkstatt Berlin
Knaackstraße 97 (Kulturbrauerei)
10435 Berlin
Fernsehen und Lyrik passen doch zusammen. Google bringt uns
Eis in die Hose
Derwesten.de
Unheimlich lustig muss das für Gerard Butler gewesen sein, mit Eiswürfeln in der Hose Gedichte zu rezitieren – bei der Mallorca-Ausgabe von „Wetten, dass..?“Foto: dpa. Essen. Vor der Sommerausgabe von „Wetten, dass…?“ regnete es Promi-Absagen für …
Hier, an der Hausnummer fünf, hängt die Tafel zu Ehren des Dichters Paul Celan, der am 23. November 1920 in Czernowitz zur Welt kam. Wie es der Irrtum will, hängt die Gedenktafel an der falschen Stelle; über die Gründe indes kann nur spekuliert werden. Linker Hand, in jenem eher maroden Wohnhaus mit der Hausnummer drei, an dessen Aussenwänden der Putz abbröckelt, wuchs er tatsächlich auf. Durch das Gartentor, das an diesem sommerlich warmen Maitag offen steht, gelangt man in den Hof. Im ersten Stock soll er gewohnt haben. Eine Mansarde habe damals noch existiert. Mitten im Hof soll ein Kastanienbaum gestanden haben, der Kastanienbaum Celans, der damals noch Paul Anczel hiess.
Aus einem Text von Tom Schulz, der im Mai und Juni Stipendiat der Residenz Meridian in Czernowitz ist.
/ NZZ 10.6.
10.6. Montag
19.00
LQ
Alte Schmiede, Wien
GEDICHTKONFERENZ – Poetische Spiele, dichterische Kühnheiten und volksverbundene Archaik
HANS HAID (Ötztal/Tirol) liest aus 74 ÖTZTALER GEDICHTE (Kyrene Verlag, 2012) • REINHOLD AUMAIER (Mühlviertel/Oberösterreich) liest aus GSCHEID SCHTAD. Gedichte in Mühlviertler Mundart (Edition Geschichte der Heimat, 2012) • STEPHAN EIBEL ERZBERG (Steiermark – Wien) liest aus seinem Gedichtband LICHT AUS. Texte und Typografie (Styria Verlag, 2012) • Einleitungen und Moderation:
MICHAEL HAMMERSCHMID und Kurt Neumann
Hans Haid ist einer der Pioniere der neuen österreichischen Dialektdichtung, die nicht nur auf eine Fixierung mündlicher Traditionen bedacht ist, sondern sich den Errungenschaften der literarischen Moderne öffnet. In seinen archaisch klingenden Ötztaler Gedichten scheinen Beschwörung, Anklage, Litanei nicht nur den realen Verhältnissen, sondern auch dem Klang der Sprache verdankt zu sein.
Im Mühlviertler Dialekt sinniert Reinhold Aumaier in seinen Gedichten über das Gute und das Schlechte im Leben, über die Liebe, das Älterwerden und seine Lebenserfahrung. Die kurzen Texte folgen einfachen Reimformen, aus denen sie in der Kombination mit der mundartlichen Ausdrucksweise leichtfüßige Witzigkeit beziehen.
In räsonierendem, umgangssprachlichem Gestus erzählt Stephan Eibel Erzberg in Gedichten und Bonmots heiter aus einer Welt voller Triebe, Absurditäten und Abgründigkeiten, in der jedoch ab und zu ein Funken Schönheit aufblitzt.
Hans Haid, *1938 in Längenfeld im Ötztal, Studium der Volkskunde in Wien. Seit 1967 zahlreiche literarische Veröffentlichungen und Sachbücher über Brauchtum, Dialekt und Kultur im alpinen Raum. Zuletzt: Aufbruch in die Einsamkeit. 5000 Jahre Überleben in den Alpen (1992); Von Schneekanonen & Transitlawinen (1993); Alpenbräuche. Riten und Traditionen in den Alpen (1994); Stadel, Alm & Gaudi. Neue Texte von Hans Haid (1997); Mythos Gletscher in den Alpen (2004); töet vöer dr töet keemen ischt. Gedichte im Ötztaler Dialekt mit schriftsprachlichen Übertragungen (2006).
Reinhold Aumaier, *1953 in Linz, Studium der Germanistik und Musik in Wien. Seit 1976 freischaffend künstlerisch tätig: Lyrik, Prosa, Zeichnung, Kompositionen (für E-Bass und Stimme, Klavier solo), Improvisationen, Ausstellungen. Regelmäßige Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften. Jüngste Einzelpublikationen: Lusthäusl & Lottabäng. gedichta, büdln & a gschicht (2005); wIenGREDIENZIEN (2006); Rutschbonbon. Prosa (2007); hundsdreg & dschogladbabia. weana gmiadboesie (2008); Zwischentraum. Romanfantasie (2009); Beischlafpulver. 99 Sekunden-Romane (2011).
Stephan Eibel Erzberg, *1953 in Eisenerz, Kaufmännische Lehre, Lohnverrechner.
Im zweiten Bildungsweg Studium der Soziologie, Pädagogik und Philosophie. Er schreibt Lyrik, Prosa, Theaterstücke, Hörspiele, Filmdrehbücher. Buchveröffentlichungen zuletzt: Luxusgedichte (1995); Gräber raus aus den Friedhöfen. Briefroman (1996); Tschechow. 77 mal 7 Zeilen plus ein Gedicht (1998); Bei den Fischers. Bei den anderen Fischers (2000); gedichte zum nachbeten (2007); Sofort verhaften! Romanzo anarchico (2008).
Seit Jahrzehnten dichtet Benedikt Dyrlich in zwei Sprachen: “Ich versuche, das Gedicht von einem Ufer auf ein anderes herüberzutragen. Die Ufer gleichen sich nicht. Dazwischen liegt ein Strom, der treibt. Man kann nicht übersetzen: einfach mit dem Kahn herüberfahren.”
Wer beide Ufer entdecken will, kann es am Samstag beim Lyrikfest tun. Der Lyriker Dyrlich liest ab 16.45 Uhr aus seinem Buch “Der Tiger im Pyjama / Tiger w nócnej košli”. Virtuos und punktgenau bewegt sich der Poet in zwei Sprachwelten und spielt hintersinnig mit der Vielfalt der Liebe. Unüberhörbar ist der Ruf nach Überschreitung, mal übermütig und lustbetont, dann wieder elegisch und mit einem kräftigen Schuss Ironie. / Wolfgang Wache, Niederlausitz aktuell
TAGUNG. Fluxus und/als Literatur. Zum Werk Jürgen Beckers
13. – 16.06.2013

Am vergangenen Montag starb starb der französische Lyriker Gaston Puel. In der Jugend war er mit André Breton und René Char befreundet. 1961 gründete er den Verlag La Fenêtre Ardente, in dem zahlreiche Dichter publiziert wurden, darunter Joë Bousquet und René Char, und edierte Künstlerbücher u.a. zu Ernst, Miro, Dubuffet. / L’Indépendant 7.6.
Stefan George (1868 bis 1933), der von seinen Freunden und Jüngern „der Meister“ genannt wurde, war selbst niemals in New York. Was hätte er, der alles Amerikanische, wie er es verstand, als „entseelt“ verachtete, dort auch finden können oder finden wollen? Jedoch hätte ihm bei einem Besuch das im Jahr 1911 eröffnete Prachtgebäude der New York Public Library als „Geistspeicher“ wohl Respekt, wenn nicht Bewunderung abgenötigt.
In diesem Schatzhaus, das allen Schichten der New Yorker Bevölkerung offen steht und tatsächlich von allen, vom Stadtstreicher bis zum Wissenschaftler, genutzt wird, liegen – bislang unerschlossen – sämtliche Briefe, die Stefan George an seinen Freund Ernst Morwitz von 1905 bis 1933 geschrieben hat. Wer war dieser Freund, der dem Dichter selbst als der „Nächste Liebste“ galt?
Ernst Marcus Morwitz wurde 1887 als Sohn jüdischer Eltern in Danzig geboren. Sein Vater war Makler von Grundstücks- und Geldgeschäften. Zur Vorbereitung auf das Städtische Gymnasium besuchte der junge Morwitz eine private Knabenschule, die von einer Angehörigen der angesehensten Mennonitenfamilie Danzigs geleitet wurde. Nach dem Tod des Vaters zog die Mutter mit ihrem Sohn nach Berlin, wo er von 1902 an das Kaiserin-Augusta-Gymnasium in Charlottenburg besuchte. Als Unterprimaner wandte sich Morwitz im Jahr 1905 mit einem Brief an George, den er seit seiner Lektüre von dessen Werk „Der Teppich des Lebens“ bewunderte und verehrte. Er schrieb: „Herr! Ich ehre Sie, ich ehre Ihre Werke, ich ehr’ die Dichter, die auch Sie verehren. Sie sind mein Vorbild. Sie und Meister Verhaeren. Ich bewundere die Schönheit und sie berauscht mich zu Ihrem Kult.“ / Eckhart Grünewald, FAZ 3.6.
gehst du auf der belebten Straße, verliert sich das Wort „ich“ irgendwo im Gewirr der Eindrücke – erst wenn du angesprochen wirst, fällst du mit deinem Wort wieder ineins
Hansjürgen Bulkowski
6000 Kohlezeichnungen, 800 Holzschnitte und mehr als 500 Lithographien – der Maler und Bildhauer Otto Pankok zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts.
Dass der 1966 gestorbene Drevenacker auch ein leidenschaftlicher Lyriker war, wurde anlässlich seines 120. Geburtstages eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Beim Lyrik- und Prosa-Abend im Rahmen der Festwoche in Haus Esselt stellte Christoph Leisten, Autor und Vorsitzender der Pankok-Gesellschaft, Gedichte und Prosa-Texte Pankoks vor und verschaffte den Besuchern einen Einblick in ein höchst bewegendes literarisches Werk. Begleitend zur Lesung trug Mathilda Kochan Pankok-Texte gesanglich vor.
Es waren die beiden Weltkriege, die Otto Pankok in seinen Gedichten immer wieder zu verarbeiten suchte.Von einer „einsamen Welt“ mit leeren Häusern und toten Menschen handeln seine Niederschriften in Teilen – eine bedrückende Stimmung, die Leisten schuf. / Michael Eger: Otto Pankok: Texte zwischen Verzweiflung und Hoffnung | WAZ.de
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