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Gedichte kann man nicht übersetzen. Wie soll man Emily Dickinson ins Deutsche bringen? „Wild nights. Wild nights.“ – „Wilde Nächte, wilde Nächte!“ Der Rhythmus! Der Klang! Wie die Poesie entschwindet, wenn aus vier klanghaften Silben 8 nach nichts klingende werden! – Kann man Keats… Continue Reading „5. Meine Anthologie: Bright Star“
Der schottische Lyriker Don Paterson erhält die Goldmedaille der Königin für Lyrik (Queen’s Gold Medal for Poetry), teilte der Buckingham-Palast mit. Geehrt wird er für den Gedichtband „Rain“, der bereits den Forward Prize for Poetry 2009 erhielt. Poet Laureate Carol Ann Duffy, die der… Continue Reading „3. Goldmedaille“
Ernst Jünger war ein leidenschaftlicher Jäger und Sammler. In seine Manuskripte hat er vielfach Pflanzen und Insekten eingeklebt. Nun droht der Klebstoff die Papiere zu zerstören. Restauratoren im Deutschen Literaturarchiv Marbach suchen nach einer Lösung. / Gunnar von der Geest, NZZ 30.12.
«Hochstapler gab es immer, Menschen, die unter der Vorspiegelung, mehr zu sein, anderes zu sein, als sie tatsächlich waren, vom Schein lebten.» Mit diesem Satz eröffnet Albert Ehrenstein 1925 sein Vorwort zu Thomas Schrameks authentischer Hochstaplergeschichte «Freiherr von Egloffstein». Sie erschien in der Reihe… Continue Reading „1. Hochstapler“
„Nathan Who?“, fragen die Kritiker, als Nathan Niedlich bei der Verleihung des renommierten Italo-Svevo-Preises die Bühne betritt. „Nie gehört“, sagen kopfschüttelnd auch die geladenen Lektoren und warten auf die literarische Prominenz des Abends. Niedlich, Autor von acht Romanen, Bachmann-Preisträger und Villa-Massimo-Stipendiat, ist solche Demütigungen… Continue Reading „186. Pferde-Lyrik“
Zum ökumenischen Kirchentag in München 2010 plant der Lyriker und Verleger Anton G. Leitner die Aktion „Ein Tag, ein Gedicht“. Ab dem 1. Januar soll im Internet jeden Tag ein Gedicht veröffentlicht werden. Bis zum Abschluss des Kirchentages Mitte Mai soll so eine Sammlung… Continue Reading „185. Poesie zum Ökumenischen Kirchentag“
Der thematische Schwerpunkt des Jahresbandes aber ist dem Leben und Werk des Reutlinger Schriftstellers Gerd Gaiser gewidmet, der im Jahr 2008 100 Jahre alt geworden wäre. Gaiser zählte zu den profiliertesten deutschen Autoren der frühen Nachkriegszeit, war aber wegen seiner im Nationalsozialismus veröffentlichten Propaganda-Lyrik… Continue Reading „184. Gerd Gaiser“
Volker Braun Schuldspruch Der siebenbürgische Dichter DU HAST MICH VERFÜHRT Mit meinen ersten Versen, den Sozialismus zu glauben. Hätte er weitergelesen … Kann ich dafür Daß er sitzenbleibt in meiner Schule. Ich habe genug zu tun mit meiner eigenen Dummheit Und kauen wir nicht… Continue Reading „183. Meine Anthologie: Schuldspruch“
Was hilft die Versicherung, Puschkins „Onegin“ gehöre zu den schönsten Werken der Weltliteratur, wenn es sich um eine 200 Seiten lange Dichtung in Versen handelt? Von Erzählungen erwartet man heute Prosa, Verse nur von kurzen Gedichten. Diese strikte Aufteilung macht es einem Versroman in… Continue Reading „182. Versroman“
Bereits die ersten literarischen Zeugnisse des zwanzigjährigen Hilfslehrers Kaser geben den melancholischen Grundton der Sammlung vor, sprechen von seinen Ängsten, von seiner inneren Zerrissenheit, die ihn als Mensch und als Künstler sein Leben lang begleiten werden: „Nun bin ich der Fremdling meiner selbst, der… Continue Reading „179. Kaser elementar“
Sagen wir es einmal klipp und klar: Berlin hat den großartigsten, vielfältigsten, in jeder Hinsicht attraktivsten Lesebetrieb der Bundesrepublik. Es ist ein alter Topos, dass es hier alles gibt – und von allem auch das Gegenteil: Nobelpreisträger und Debütanten, hoch artistische Höhenkamm-Lyrik und wilde,… Continue Reading „178. Berlin-Ode“
Sehr merkwürdig: Alle Leser, Dichterkollegen und Literaturkritiker, die sich über die Gedichte Friederike Mayröckers geäußert haben, sind begeistert und hingerissen, aber sie sind zugleich zutiefst irritiert. Sie bewundern und lieben ihre Gedichte und bekennen doch zugleich, dass sie sie überhaupt nicht oder allenfalls nur… Continue Reading „177. „Unangetastet von Verstehen“?“
Essay von Bertram Reinecke, Teil II von II Vgl. 168. „Organisch“ vs. „arbiträr“. Anmerkungen zu einer Anthologie und einer mittleren Leseweise (1) Während sich Braun um die analytische Durchdringung seines Gegenstandes bemüht, beschränkt sich Michael Buselmeier oft lediglich darauf, den Gedichtinhalt oder das Dichterschicksal nachzuerzählen.… Continue Reading „175. „Organisch“ vs. „arbiträr“. Anmerkungen zu einer Anthologie und einer mittleren Leseweise (2)“
Die Türkei gedachte aus Anlaß seines 73.Todestages des Verfassers der türkischen Nationalhymne, Mehmet Akif Ersoy. [Der Artikel, in dem ich das lese, erwähnt auch in den nächsten zwei kurzen Sätzen jeweils, was übrigens auch schon in der Überschrift stand: daß er den Text der… Continue Reading „174. Mehmet Akif Ersoy“
– so heißt ein Collagegedicht Herta Müllers, das bei FAZ.net als Faksimile zu sehen ist.
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