Kategorie: Europa

167. Pop-Poet Jochen Distelmeyer über seine öffentliche Resonanz, Gesellschaftskritik an sich und das künstlerische Ich

Jochen Distelmeyer, ehemals Kopf von „Blumfeld“, der gewiss nicht erfolgreichsten, aber wohl einflussreichsten deutschen Bands der post-89 Jahre, gilt als „der“ Pop-Poet unter Deutschlands Songschreibern. Ohne seine Lyrik und seine Band „Blumfeld“, die ihren Namen einer Kurzgeschichte Franz Kafkas aus dem Jahr 1915 über… Continue Reading „167. Pop-Poet Jochen Distelmeyer über seine öffentliche Resonanz, Gesellschaftskritik an sich und das künstlerische Ich“

164. Lyriker in Reykjavik

Ein Lyriker in Reykjavik hat es nicht leicht. Das liegt zum einen Teil an den wenig lyrikfreundlichen Bedingungen, die Reykjavik zu bieten hat, zum anderen daran, dass es Lyriker generell nicht leicht haben. Aber Sturla Jãn, der einer von Islands bekannteren Lyrikern ist, kann… Continue Reading „164. Lyriker in Reykjavik“

163. Die Suche nach dem Grab von García Lorca wurde eingestellt

Der Verbleib der sterblichen Überreste des berühmtesten spanischen Dichters des 20. Jahrhunderts, Federico García Lorca, bleibt ein Mysterium. Bislang hieß es, sie lägen in einem Park der neun Kilometer von Granada entfernten Ortschaft Alfacar. Dem hat die andalusische Regionalregierung am Freitag wiedersprochen: Die archäologischen… Continue Reading „163. Die Suche nach dem Grab von García Lorca wurde eingestellt“

161. Alfred Kerr, Entdecker

Bald jedoch wurde Kerr zum leidenschaftlichen Entdecker und Förderer: „Er hat beispielsweise sich mit Robert Musil hingesetzt, ist mit ihm jede Zeile des „Törleß“ durchgegangen, hat ihm einen Verlag gesucht, und dann eine sehr wichtige Musil-Kritik im „Tag“ geliefert, 1906. Er hat auf die… Continue Reading „161. Alfred Kerr, Entdecker“

160. Weihnukka

Wenn man versucht vorurteilslos und ohne Vorbehalte „White Christmas“ noch einmal anzuhören, dann fällt doch der eher nachdenkliche Grundton auf. Der Judaist Irving Saposnik hat unter dem Titel „I’m dreaming of a Jewish Christmas“ einen ganzen Aufsatz geschrieben über „Jüdische Weihnachten mit Irving und… Continue Reading „160. Weihnukka“

159. Bibel – korrekter und poetischer

Der 82jährige kalifornische Lyriker und Übersetzer Willis Barnstone hat ein neues Buch veröffentlicht: „The Restored New Testament – A New Translation With Commentary, Including the Gnostic Gospels Thomas, Mary, and Judas“ (Norton, 1,485 pages, $49.95). Darin versucht er Lyrik und Mystik der Geschichte von… Continue Reading „159. Bibel – korrekter und poetischer“

157. Rilkes Mama

Der Poet ist nach Goethe der meistgelesene deutschsprachige Dichter weltweit. Aber es gibt auch Leser, die von ihm weniger begeistert sind und seine Lyrik als zu weltentrückt, fast schon kitschig und eine Spur zu esoterisch empfinden. So nannte ihn Thomas Mann einen „österreichischen Snob,… Continue Reading „157. Rilkes Mama“

156. Rilkes Eigensinn

Obwohl Rilke zu Lebzeiten eine Randfigur war [? MG], wird sein lyrischer Eigensinn in unserer postromantischen Zeit geschätzt; eine kleine Gruppe von Kennern lobte ihn damals, während er heute geliebt wird.* Sonette an Orpheus, Duineser Elegien, sein einziger Roman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids… Continue Reading „156. Rilkes Eigensinn“

155. Shakespeare and Company

Die Buchhandlung „Shakespeare and Company“ liegt an der Rive Gauche, dort, wo sich an diesen Abenden der Geruch des ölschwarzen Wassers mit der heraufziehenden Winternacht, dem Stimmengewirr der Bistros und der Straßenmusik zu einem dichten Großstadtgemälde mischt. Metroausgänge spucken Touristen und Studenten in die… Continue Reading „155. Shakespeare and Company“

153. Stillste Nacht

Milena Oda, geboren 1975, lebt in Berlin und schreibt Prosa, Theaterstücke, Lyrik und Essays. 2002 wurde sie für den Literaturwettbewerb Open Mike in Berlin und 2007 für den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt nominiert. 2007 erschien im Verlag BUCHENpresse das Kunstbuch »Piquadrat«. 2009 wurde in Alexandria/Ägypten… Continue Reading „153. Stillste Nacht“

152. Stille Nacht

Das Jahr 1816 nannten sie das Jahr ohne Sommer. Ungewöhnlich kalt ist es. Selbst im Juni noch schneit es hinunter bis ins Flachland. Am schlimmsten betroffen davon ist Mitteleuropa. Ernten fallen aus. Millionen leiden an Hunger. Zehntausende sterben. Und das in einer Zeit, in… Continue Reading „152. Stille Nacht“

151. Futurismus-Ausstellung

So radikal die Rhetorik der Manifeste, so harmlos wirkt allerdings bisweilen die Umsetzung – Luigi Russolos «Geräuschtöner» beispielsweise (wie sein Begriff «Intonarumori» übersetzt wird), die die klanglichen Möglichkeiten der Musik erweitern sollten, sind als Kuriosum in die Musikgeschichte eingegangen, ohne eine weitere Wirkung zu… Continue Reading „151. Futurismus-Ausstellung“

150. Bewußtseinsgenie und Intuitionist

Goethe war klar, dass Schiller ein ganz anderer Typus war, einer, der sehr stark vom Intellekt, von dem Bewusstseinskonzept und von der Reflexion her kommt. Er war ein im hohen Masse absichtsvoller Poet; das wusste Goethe. Eigentlich schätzte er so etwas nicht. Aber im… Continue Reading „150. Bewußtseinsgenie und Intuitionist“

149. Kleine Wunder

Manchmal beginnt der Tag der Dichterin «schlurfend». Die Worte liegen zäh im Mund, und es regt sich die Angst, nie mehr etwas schreiben zu wollen. Dann aber kann schon ein Lächeln im Café genügen – und alles brennt lichterloh. Die «wallende Seele (Brust)» und… Continue Reading „149. Kleine Wunder“

148. Zwanglos an Sonettzeilen entlang

John Keats, der wohl wichtigste Romantiker der englischen Literatur, starb mit 25 Jahren an Tuberkulose. Keinen Penny hatte er mit seiner Lyrik je verdient – als Hungerkünstler brauchte er Gönner. Der wichtigste davon war Charles Brown. Der Dichterkollege ließ ihn 1819/20 siebzehn Monate auf… Continue Reading „148. Zwanglos an Sonettzeilen entlang“