Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Veröffentlicht am 1. Januar 2010 von lyrikzeitung
«Hochstapler gab es immer, Menschen, die unter der Vorspiegelung, mehr zu sein, anderes zu sein, als sie tatsächlich waren, vom Schein lebten.» Mit diesem Satz eröffnet Albert Ehrenstein 1925 sein Vorwort zu Thomas Schrameks authentischer Hochstaplergeschichte «Freiherr von Egloffstein». Sie erschien in der Reihe «Aussenseiter der Gesellschaft – Die Verbrechen der Gegenwart», die Rudolf Leonhard am Ende der turbulenten Inflationsjahre im Verlag «Die Schmiede» startete. …
Eine Erdung in nachprüfbaren Kriterien wird mitunter auch im Literaturbetrieb zum Problem. Deshalb, so Albert Ehrenstein, seien «unter den Dichtern . . . mehr Hochstapler als sonstwo», denen nur «die korrupte Literaturpolizei dieses Adelsprädikat verleiht».
/ Evelyne Polt-Heinzl, NZZ 31.12.
(Das wäre doch mal ein Coup, wenn jemand das Thema Hochstapler „unter den Dichtern“ incl. Literaturpolizei behandelte. Aber das tut die Autorin – vielleicht wohlweislich – nicht. Sie behandelt Hochstapler in den 20er Jahren und der New Economy und Hochstaplerbücher im Sinne von Büchern über solche. Eigentlich schade. Wahrscheinlich aber bekämen wir dann sowieso bloß eine Debatte, in der X den A einen Hochstapler nennte und A den X, Y die B, B den Z, Z den G und munter weiter. All das gibt es zwar, aber meist nur im privaten Gespräch. Da aber doch reichlich, oder? Ansonsten muß nur George Forestier herhalten, und die Literaturpolizei übt ihr Amt hauptsächlich durch Verschweigen der Konkurrenten aus. Und natürlich im Loben der Hochstapler…)
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Albert Ehrenstein, Evelyne Polt-Heinzl, George Forestier, Rudolf Leonhard
Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..
| 中国大好き bei Mein Vater hat mich sehr … | |
| digitalassistenz bei Was Literatur sein kann | |
| versspielerin bei mein tod kennt mich nicht… | |
| jogels61 bei mein tod kennt mich nicht… | |
| jogels61 bei mein tod kennt mich nicht… | |
| lollapaloozacertain0… bei Anti-Jazz, schreiben sie | |
| Angelika Janz bei was soll sich auch dadurch gro… | |
| Stan Lafleur bei Einmal rief Thomas Kling mich… | |
| lyrikzeitung bei Was in mir tobt bin ich |
Kann zu diesem Blog derzeit keine Informationen laden.
ich BIN bekennender höchststapler, weil ich ständig von „leere“ und anderen großkotzigen zenbuddhistismen quatsche, was aufgrund der paradoxitäterätäh a priori prätenziös ist!!! genügt das als begründung? wer DARF mich jetzt loben??? und welche institutionen reißen sich danach um mich, um ihre eigene hochstäpelung zu vertuschen??? jippieh, endlich mal wieder den schicken anzug entstauben, den ich damals für die „Poem“-Berlinale-Premiere umsonst kaufte, weil ich statt auf der bühne nur ganz hinten (HOCH OBEN) thronte :-))
LikeLike