Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Sehr zur Kümmernis der Isländer hatte Dänemark, das lange die Oberhoheit über die Insel besaß, viele Handschriften in seine Museen entführt. Erst 1971 wurden sie an den isländischen Staat zurückgegeben, die Heimkehr geriet zum Volksfest: „Wir standen an den Straßen mit der Nationalflagge in… Continue Reading „128. Sagenhaftes Island“
Goethe schrieb eine Rezension der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“, in der er zu den über 200 Gedichten des Bandes „das unterhaltende Geschäft [übernahm], sie alle der Reihe nach, so wie es uns der Augenblick eingibt, zu charakterisieren“. Da heißt es „Lieblich konfus und deshalb Phantasie… Continue Reading „126. Neue Lyrik 1962-1965“
Teresa Pascuals Gedicht „Frag mich warum“, das der Mutter gewidmet ist, spricht von einem Erbe „aus einer Epoche der Angst, des Krieges und unmöglicher Fragen“ und erinnert damit an den versuchten Genozid an den Katalanen unter Franco. Das einstige Verbot des öffentlichen Gebrauchs katalanischer… Continue Reading „124. Katalanische Lyrikreihe“
Lyrik ist ein Schwerpunkt der Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse in Saarbrücken, zu der Autoren wie Arne Rautenberg anreisen – Poet, Bildkünstler, Journalist und Lehrbeauftragter an der Kieler Muthesius-Kunsthochschule. Sein Buch „der wind lässt tausend hütchen fliegen“ evoziert ungewöhnliche Bilder, die die Lust am Wort… Continue Reading „123. Dichten für Kinder“
„Habe Vorwort gelesen, Gedichte angeschaut, bin begeistert. Glänzende Idee, ganz in meinem Sinn. Würde das auch ohne Honorar machen wollen“, das notierte Arnold Schönberg 1912 in sein Tagebuch. Die Schauspielerin Albertine Zehme, die besonders für ihre Textrezitation zu Musik bekannt war, hatte ihn gebeten,… Continue Reading „121. Dichterliebe/Pierrot lunaire“
Was eine Stampede ist, kann man in vielen Westernfilmen sehen: Eine Rinder- oder Büffelherde gerät in Panik und stiebt in wilder Flucht davon. Der munterste Teil des Bandes, listig mit „fuchsia“ (die Füchsin, die Fuchsie) überschrieben, bietet urbane Stampede-Gedichte. Ein fulminantes Wörterrennen hebt da… Continue Reading „120. Wörterrennen“
Die CDU fragt, Gregor Koall antwortet. Prompt! Seine Lyrikmail von gestern nacht um 4:43 brachte dies: Lyrikmail Nr. 2436 27.05.2011 Hoffnung in Zukunft „Wenn wird die echte Weisheit einst geboren?“ Die erste Stunde nach dem letzten Thoren! Karl Friedrich Kretschmann (1738-1809) * der… Continue Reading „118. Lyriker Kretschmann“
Günther ist einer, der hinschaut, wenn es ihm weh tut. Er sieht die Glückssucher beider Geschlechter. Und wenn sie das Glück gefunden haben, sind es zumeist die Männer, die es nicht lange aushalten. Das Personal in Günthers Gedichten führt ein beschädigtes Leben, beschädigt von… Continue Reading „117. Der Raubbau“
Die „Welt“ teilte vorige Woche mit, daß sie mit „Bob“ per Du ist (dem Musiker, der 70 wurde). In dem Bund wolln wir nicht der Dritte sein. Heute läßt sie wissen, daß sie nicht in Frankfurt dabei war, beim Lyrikfestival. Kam erst gestern abend… Continue Reading „115. Schlochig“
Der zweithöchste Lyrikpreis Spaniens ging in diesem Jahr an einen Gedichtband, der vergessene Heldinnen wie Irena Sendler feiert. Sendler rettete 2500 jüdische Kinder, indem sie sie aus dem Warschauer Ghetto herausschmuggelte. Im Jahr 2007, ein Jahr vor ihrem Tod, war sie für den Nobelpreis… Continue Reading „114. Frutos, Sendler, Hernández“
Es sei zu befürchten, dass Baden-Württemberg durch den grün-roten Politikstil ‚vom Global Player zur Provinzregion wird‘. Sagen die Politiker einer Partei, die das Ländle nicht mehr regieren darf. Irgendwie muß es mit Lyrik zu tun haben. Haben die einen Lyriker gewählt? Für mich sieht er nicht… Continue Reading „113. Lyrische Provinz“
Am 15.5. starb der Dichter und Romancier Robert Marceau bei Anbruch seines 86. Geburtstags. 2005 wurde er mit dem Großen Preis für Poesie der Académie Française ausgezeichnet und im vergangenen Dezember mit dem Mallarmépreis für seinen letzten Gedichtband Le Temps ordinaire (éd. Champ Vallon, 2009), der ein… Continue Reading „112. Robert Marceau gestorben“
Warum aber liest kaum noch jemand Gedichte? Sind sie, weil jeder Werbespruch mittlerweile Poesie und selbst das Wort „Viagra“ eine lyrische Äußerung ist, wie Schrott behauptete, überflüssig geworden? Scobel erklärte das Phänomen zweigleisig: Erstens sei die Sprache der Wissenschaft mächtiger, weil ökonomisch verwertbar. Zweitens… Continue Reading „111. Keine Fehlleistung“
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