Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Michail Kusmin (Михаи́л Алексе́евич Кузми́н; * 6. Oktober jul./ 18. Oktober 1872 greg. in Jaroslawl, Russisches Kaiserreich; † 1. März 1936 in Leningrad) Welch ungeladne Gäste besuchten mich zum Tee? Jetzt muß ich sie bewirten, ganz gleich, wie ich es seh … Ihr Blick… Continue Reading „Einer vom Selbstmörderzirkus“
Solon (* wohl um 640 v.u.Z. in Athen; † vermutlich um 560 v.u.Z.) GNOME* Selbst zu verderben die stadt durch unvernünftiges wesen Streben die bürger und sind einzig gehorsam dem geld / Ja die führer des volks sind rechtlos gesinnt und es… Continue Reading „Spricht der Weise“
Yvan Goll (* 29. März 1891 in Saint-Dié, Frankreich; † 27. Februar 1950 bei Paris) Die Nacht ist mein! Die Nacht ist mein! Hier bin ich frei, nicht ich zu sein Kein Auge äugt Was da mein wilder Traum erzeugt. Mein ist der Regen,… Continue Reading „„Hier bin ich frei, nicht ich zu sein““
Konstantin Biebl (* 26. Februar 1898 in Slavětín nad Ohří; † 12. November 1951 in Prag) Begegnen Auf der Welt ist kein Platz so bitter und traurig Daß zwei nicht einander begegnen könnten Weit hinter dem Meer und selbst in solcher Ödnis Wie dem… Continue Reading „Begegnen“
Lange vor der deutschen Sibylla gab es bedeutende petrarkistische Dichterinnen in anderen Ländern, wie hier in Italien. Die Übersetzung kommt mir nicht sehr getreu vor, aber ich fand keine andere. Vittoria Colonna (* 1492 in der Burg von Marino bei Rom; † 25. Februar… Continue Reading „Ein neuer Frühling“
Sibylla Schwarz (24. Februar 1621 Greifswald – 10. August 1638 Greifswald) Chor der Schäfer und Hirten [aus Trawer=Spiel / Wegen einäscherung jhres Freudenorts Fretow] UNsren alten Schäfer Stab Legen wir mit Schmertzen ab ; Ach der gar zu grossen Noht ! Unser Vieh ist… Continue Reading „Als der Krieg in den Freudenort kam“
John Keats (* 31. Oktober 1795 in London; † 23. Februar 1821 in Rom) Last Sonnet BRIGHT Star, would I were steadfast as thou art— Not in lone splendour hung aloft the night, And watching, with eternal lids apart, Like Nature’s patient sleepless Eremite,… Continue Reading „Sein letztes Gedicht“
Paul van Ostaijen (* 22. Februar 1896 in Antwerpen; † 18. März 1928 in Miavoye-Anthée) Metaphysischer Jazz Stuckenberg gewidmet Bruch Geigen Tanz musik… Continue Reading „Metaphysischer Jazz“
Für den italienischen Futuristen F.T. Marinetti war der Krieg „Hygiene der Welt“. Die russischen Zukünftler („budetljanin“) buhten ihn aus, als er in Moskau für seine Doktrin werben wollte. Alexej Krutschonych setzte dagegen: Die Hygiene des Halses* Mein Backenknochen zittert völlig anders der Säbel der… Continue Reading „Hygiene des Halses und Rachenfest“
Johann Heinrich Voß (* 20. Februar 1751 in Sommerstorf, Mecklenburg-Schwerin; † 29. März 1826 in Heidelberg) Schwergereimte Ode Statt der Vorrede. An Voß.[An mich selbst] Januar 1776. Was stehst du Spötter da, und pausbackst Schwerreimende Lehroden her? Gieb acht, daß man dich nicht hinausbaxt,… Continue Reading „Schwergereimt“
Mila Elin (auch Elinówna) gehört zu den vergessenen Autorinnen der polnischen Literatur. Sie war die einzige Frau im Umkreis der Krakauer Avantgarde. Sie wurde um 1907 geboren – der Dichter Tadeusz Peiper erwähnt eine 16jährige Elin zum Zeitpunkt des Erscheinens der ersten Nummer der… Continue Reading „Eine von Polens vergessenen Autorinnen“
In diesem Buch stehen die Gedichte links, rechts daneben Zeilenkommentare der Autorin – Ermunterung für Leser. Elke Erb (* 18. Februar 1938 in Scherbach) Assoziation Eine Krähe flog am Fenster vorbei, die heiße Luft wurde blauer. Unabweislich schienen die Flügel zu – segnen, verhuscht,… Continue Reading „Gedicht und Kommentar“
B. K. Tragelehn (* 12. April 1936 in Dresden) Der Schinkendank Tragelehn macht Kunst Erwirbt keine Gunst Leer ist der Magen Seit mehreren Tagen. Da kaufte Karl Mickel Für etliche Nickel Einen Schinkenroll. Der Magen wurd voll. Vom Hunger gerettet In sich gebettet Den… Continue Reading „Schinkendank“
Wann ist ein Dichter groß? Es ergibt sich nicht von selbst, es muss laut ausgesprochen werden. Entweder von ihm selber, siehe Horaz: Ich habe mir ein Denkmal errichtet dauerhafter als Erz; oder Paul Fleming: Mein Schall flog überweit, man wird mich nennen hören –… Continue Reading „Loblied auf Johann Klaj“
[✺] Herzlich willkommen im neuen L&Poe-Format. Das Gedicht des Tages wird es weiterhin geben, aber von Zeit zu Zeit kommt das Journal dazu als kompakte Ladung von Text, Betrachtung, Kritik & was anfällt, Texte von mir und Gästen. Ich freue mich ganz besonders, dass… Continue Reading „L&Poe Journal 1 (2021)“
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