Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Paul Verlaine (* 30. März 1844 in Metz; † 8. Januar 1896 in Paris) Dichtkunst Musik, vor allen andern Dingen! Und nur die Ungeraden zählen in der Kunst, Die unbegreiflicher vergehn im Dunst Und nicht mit Schwere, nicht mit Pose ringen. Verachtungswürdig muß es… Continue Reading „Musik, vor allen andern Dingen!“
Vor ein paar Jahren ging ich in Tel Aviv in eine Buchhandlung. Ich hatte begonnen, Hebräisch zu lernen, aber zum Bücherlesen reichte es noch lange nicht. Ich fragte mich zur Gedichtecke durch, klein wie in deutschen Buchhandlungen, nahm ein paar Bücher in die Hand… Continue Reading „Hannah Senesch 100“
Tristan Corbière Sonett an Sir Bob Hund, einer leichtfertigen Dame, englische Bracke reinen Bluts. Wenn ich dich, Hündchen, deiner Herrin schmeicheln sehe, Murr ich – warum? – Das ward dir niemals kund … Deshalb – siehst du -–weil ich zu schmeicheln nicht verstehe. Hab… Continue Reading „Sonett an Sir Bob“
Rainer Kirsch (* 17. Juli 1934 in Döbeln/Sachsen; † 4. September 2015 in Berlin) Dieses Gedicht handelt von der DDR-Kulturpolitik, gedruckt wurde es in der BRD. Würdigung Auch die Beamten, hör ich, sind nicht froh Wenn sie uns Balken auf die Köpfe hauen Ja,… Continue Reading „Vom Prügeln“
Àxel Sanjosé Streitigkeiten Neulich warf ich einem wichtigen Herrn einen dort herumliegenden Stein der Weisen an den Kopf. Er war ungehalten und schmiss mir damit das Fenster ein. Jetzt regnet es raus, und die Nachbarn beschweren sich. Aus: Àxel Sanjosé, Gelegentlich Krähen. Gedichte. Weilerswist:… Continue Reading „Streitigkeiten“
Abraham Sutzkever (hebräisch אברהם סוצקבר , jiddisch אַבֿרהם סוצקעווער; auch Avrom oder Avrohom Sutzkever oder Sutzkewer; geboren 15. Juli 1913 in Smorgon, Russisches Kaiserreich, heute Weißrussland; gestorben 19. Januar 2010 in Tel Aviv) Wer wird bleiben? Wer wird bleiben, was wird bleiben? Bleiben wird… Continue Reading „Wer wird bleiben“
Gute Nachricht in eigener … und Sibyllens Sache. Sibyllen Schwarzin, Sibylla Schwarz, deren 400. Geburtstag wir heuer noch das ganze Jahr feiern. Gestern erfuhr ich, dass unser Band 1 in der Paperbackausgabe unter 179 Einsendungen auf die Longlist von 30 Titeln der HOTLIST aus… Continue Reading „Hotlist“
Miron Białoszewski (* 30. Juni 1922 in Warschau; † 17. Juni 1983 ebenda) ichbins ausführung ich bin ich bin dumm was soll ich tun ja was soll ich tun wie nicht wissen ach was weiß ich was ich bin ich weiß ich bin so… Continue Reading „ichbins“
Carles Riba (* 23. September 1893 Barcelona, † 12 Juli 1959 ebd.) Über uns das reine Gezweig… Über uns das reine Gezweig und in den Augen die Welt sich vergißt, in deinen Armen die Hoffnung ist – das Wasser fließt und still steht die… Continue Reading „Über uns das reine Gezweig“
Margret Kreidl (* 2. Januar 1964 in Salzburg) Getreide steht hoch im Kurs. Es ist heiß. Expertisen wachsen auf der Wiese. Der Bauer weiß, die Milchseen fließen vom Norden in den Süden. Die Imker müssen in den Bunker. Sie träumen von Cremeschnitten und Bienenstichen.… Continue Reading „Getreide steht hoch im Kurs“
Salvador Espriu (Geb. 10. Juli 1913 Santa Coloma de Farners, Provinz Girona, gest. 22. Februar 1985 Barcelona) Versuch eines Lobgesangs im Tempel Oh, wie genug habe ich von meinem feigen, alten, so ungeschlachten Land, und wie gern würde ich davonlaufen, weit nach Norden, wo,… Continue Reading „Oh, wie habe ich genug von meinem Land“
Noch einmal Percy Bysshe Shelley. England 1819 Ein König, alt, blind, irr, verachtet, nah am Tod – Prinzen, Abschaum der stumpfen Kaste, die Aus Dreckquell Dreck, treiben durch Straßenspott – Regierer, die nicht wissen, sehn, noch fühln Sondern wie Egel hängen an dem Land… Continue Reading „England 1819“
Percy Bysshe Shelley (* 4. August 1792 in Field Place, Sussex; † 8. Juli 1822 im Meer bei Viareggio, Toskana) Der Maskenzug der Anarchie Geschrieben nach dem Blutbad zu Manchester 1 Einst in Italien, da ich schwer Im Schlafe lag, da kam vom Meer… Continue Reading „Aus: Der Maskenzug der Anarchie“
SAID Was, wenn ich deine Hand streicheln würde während du mir den Cognac einschenkst ohne auf deinen Mann zu schauen? Was, wenn ich dich bei der Hand nehmen und ins Schlafzimmer bringen würde ohne mich umzudrehen? Was, wenn ich mich neben dich legen und… Continue Reading „Was wenn“
Klabund (* 4. November 1890 in Crossen an der Oder; † 14. August 1928 in Davos) MAN SOLL IN KEINER STADT Man soll in keiner Stadt länger bleiben als ein halbes Jahr. Wenn man weiß, wie sie wurde und war, wenn man die Männer… Continue Reading „Man soll in keiner Stadt“
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