Kategorie: Österreich

14. Verluste

In äußerst konzentrierter Form widersetzt sich das lyrische Ich darin dem immer häufiger aufkommenden Schmerz des Verlustes von Freunden und Seelenverwandten. Im Fall des 2009 verstorbenen Dichterfreundes Gert F. Jonke heißt es: „ich traf zuletzt ihn in der Strasze, er/ war in Eile, eilte… Continue Reading „14. Verluste“

185. Poesie zum Ökumenischen Kirchentag

Zum ökumenischen Kirchentag in München 2010 plant der Lyriker und Verleger Anton G. Leitner die Aktion „Ein Tag, ein Gedicht“. Ab dem 1. Januar soll im Internet jeden Tag ein Gedicht veröffentlicht werden. Bis zum Abschluss des Kirchentages Mitte Mai soll so eine Sammlung… Continue Reading „185. Poesie zum Ökumenischen Kirchentag“

179. Kaser elementar

Bereits die ersten literarischen Zeugnisse des zwanzigjährigen Hilfslehrers Kaser geben den melancholischen Grundton der Sammlung vor, sprechen von seinen Ängsten, von seiner inneren Zerrissenheit, die ihn als Mensch und als Künstler sein Leben lang begleiten werden: „Nun bin ich der Fremdling meiner selbst, der… Continue Reading „179. Kaser elementar“

177. „Unangetastet von Verstehen“?

Sehr merkwürdig: Alle Leser, Dichterkollegen und Literaturkritiker, die sich über die Gedichte Friederike Mayröckers geäußert haben, sind begeistert und hingerissen, aber sie sind zugleich zutiefst irritiert. Sie bewundern und lieben ihre Gedichte und bekennen doch zugleich, dass sie sie überhaupt nicht oder allenfalls nur… Continue Reading „177. „Unangetastet von Verstehen“?“

175. „Organisch“ vs. „arbiträr“. Anmerkungen zu einer Anthologie und einer mittleren Leseweise (2)

Essay von Bertram Reinecke, Teil II von II Vgl. 168. „Organisch“ vs. „arbiträr“. Anmerkungen zu einer Anthologie und einer mittleren Leseweise (1) Während sich Braun um die analytische Durchdringung seines Gegenstandes bemüht, beschränkt sich Michael Buselmeier oft lediglich darauf, den Gedichtinhalt oder das Dichterschicksal nachzuerzählen.… Continue Reading „175. „Organisch“ vs. „arbiträr“. Anmerkungen zu einer Anthologie und einer mittleren Leseweise (2)“

168. „Organisch“ vs. „arbiträr“. Anmerkungen zu einer Anthologie und einer mittleren Leseweise

Essay von Bertram Reinecke (Teil I von II) [Anmerkungen siehe unten] „Der gelbe Akrobat“ ist von mehreren Rezensenten bereits beschrieben worden. Es mag angebracht sein, diesen kursorischen Lektüren einen Text an die Seite zu stellen, der einige Tiefenstiche versucht. Will man dem kritischen Anspruch… Continue Reading „168. „Organisch“ vs. „arbiträr“. Anmerkungen zu einer Anthologie und einer mittleren Leseweise“

157. Rilkes Mama

Der Poet ist nach Goethe der meistgelesene deutschsprachige Dichter weltweit. Aber es gibt auch Leser, die von ihm weniger begeistert sind und seine Lyrik als zu weltentrückt, fast schon kitschig und eine Spur zu esoterisch empfinden. So nannte ihn Thomas Mann einen „österreichischen Snob,… Continue Reading „157. Rilkes Mama“

156. Rilkes Eigensinn

Obwohl Rilke zu Lebzeiten eine Randfigur war [? MG], wird sein lyrischer Eigensinn in unserer postromantischen Zeit geschätzt; eine kleine Gruppe von Kennern lobte ihn damals, während er heute geliebt wird.* Sonette an Orpheus, Duineser Elegien, sein einziger Roman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids… Continue Reading „156. Rilkes Eigensinn“

152. Stille Nacht

Das Jahr 1816 nannten sie das Jahr ohne Sommer. Ungewöhnlich kalt ist es. Selbst im Juni noch schneit es hinunter bis ins Flachland. Am schlimmsten betroffen davon ist Mitteleuropa. Ernten fallen aus. Millionen leiden an Hunger. Zehntausende sterben. Und das in einer Zeit, in… Continue Reading „152. Stille Nacht“

149. Kleine Wunder

Manchmal beginnt der Tag der Dichterin «schlurfend». Die Worte liegen zäh im Mund, und es regt sich die Angst, nie mehr etwas schreiben zu wollen. Dann aber kann schon ein Lächeln im Café genügen – und alles brennt lichterloh. Die «wallende Seele (Brust)» und… Continue Reading „149. Kleine Wunder“

134. Literaturlegende Mayröcker wird 85

Zwischen Prosa und Lyrik bewegt sich das Werk der Literatin und Dichterin Friederike Mayröcker. Erzählungen, Gedichte, Hörspiele, Bühnentexte und Experimentelles zählen zu ihrem Schaffen. Heute feiert sie ihren 85. Geburtstag. „Ich kann alles durch meine Augen in mich aufnehmen und aus mir herausschreiben“, so… Continue Reading „134. Literaturlegende Mayröcker wird 85“

126. Mayröckers Zettelwirtschaft

Das Werk der Dichterin Friederike Mayröcker, die morgen Sonntag unglaublicherweise 85 Jahre alt wird, ist nicht allein den pulverigen Sandspuren von Deinzendorf entsprossen: jenem Ort im Bezirk Hollabrunn, dessen Fauna in „langsamen Blitzen“ die Bilderketten der Lyrikerin durchwirkt. In Deinzendorf war Mayröcker noch ganz… Continue Reading „126. Mayröckers Zettelwirtschaft“

124. Neuropolitik Teil II: „Sind die Monster zahm geworden?“

„As long as presidents and politicians in general behave like criminals in the opinion of their nations, there will be people angry enough to stop them. So better be honest to survive as a leader!“ (Ernest Otto Friedell 1898-1993) G&GN-INSTITUT BERLIN New Cologne (Teil… Continue Reading „124. Neuropolitik Teil II: „Sind die Monster zahm geworden?““

117. Prise Hölderlin

Dieses überbordende, sinnlich-experimentelle Schreiben, das Friederike Mayröcker seit Jahrzehnten betreibt, scheint sich in seiner ekstatischen Diesseitigkeit seit jeher aus der Empörung über den Tod zu speisen. Im Gespräch mit Julia Kospach nennt sie ihn den Zerstörer, den großen Feind. Den allergrößten Gegensatz dazu bildet… Continue Reading „117. Prise Hölderlin“

111. „Der Ursprung aller Lyrik liegt im Chaos“

Ein Abend für Friederike – sie ist, wie Elisabeth von Samsonow in ihrer Laudatio sagt, ein 85-jähriges zeitloses Mädchen, das von der Zukunft in die Gegenwart springt. Wenige Tage vor ihrem 85. Geburtstag, den sie genau genommen am 20. Dezember feiert, wurde Friederike Mayröcker… Continue Reading „111. „Der Ursprung aller Lyrik liegt im Chaos““