Kategorie: Deutschland

75. Gar nicht rätselhaft

„Eiserne Gutmütigkeit!“ Oder auch, an einer anderen Stelle in Hans Magnus Enzensbergers neuem Gedichtband „Rebus“: „gußeiserne Gutmütigkeit“. Die schöne Wortfügung taucht in den letzten Jahren bei Enzensberger immer wieder einmal auf; als hätte sich da im lyrischen oder biographischen Ich eine bestimmte Haltung gefestigt,… Continue Reading „75. Gar nicht rätselhaft“

68. Neues von Hilde Domin

«So lange man noch Neugierde in sich hat und staunen kann, ist das Alter egal.» Ihrem Leitspruch ist die Lyrikerin Hilde Domin bis zu ihrem Lebensende 2006 treu geblieben. Voller Tatendrang arbeitete die vielfache Literaturpreisträgerin noch mit 95 Jahren an Erinnerungen ihrer frühen Kindheit… Continue Reading „68. Neues von Hilde Domin“

73. TV-Tip: „Ich will dich. Begegnungen mit Hilde Domin“

Auszug aus der Pressemappe: Eine junge Filmemacherin entdeckt die Lyrik von Hilde Domin und beschließt, die berühmte Dichterin kennen zu lernen. Sie trifft auf eine wache, unkonventionelle 95jährige in einer Wohnung voller Bücher, Rosen und Erinnerungen – mit einer Lebensgeschichte, in der sich das… Continue Reading „73. TV-Tip: „Ich will dich. Begegnungen mit Hilde Domin““

67. Nora Iuga im Lyrik Kabinett

Die Dichterin Nora Iuga ist eine trotzige Träumerin, darin mag das Geheimnis ihrer Jugendlichkeit liegen. Im Wunschtraum wie im Nachtmahr hält sich alles frisch. „Wann werden wir schlafende Logiker, schlafende Philosophen haben“, hatte André Breton 1924 in seinem ersten surrealistischen Manifest gefordert. Es waren… Continue Reading „67. Nora Iuga im Lyrik Kabinett“

65. Später Ruhm

Die Schulden drückten, die Bezüge wurden gepfändet, und zum Schluss verlor er durch die Zwangsversteigerung alles, was er hatte. Und doch war dies die produktivste Zeit in seinem Leben. Detlev von Liliencron kam viel herum, lernte Land und Leute des Nordens kennen, Leute, denen… Continue Reading „65. Später Ruhm“

64. Reden & zeigen

Alle reden (alle deutschen Medien zumindest) über rasierte Körperzonen. Die Zeit zeigt sie uns in wünschenswerter Deutlichkeit. (Nr. 29, Teil Wissen S. 31 – auf der Website nur eine gezähmte Variante)  – Alle reden über Michael Jackson. Die Zeit gibt uns ein Gedicht Durs Grünbeins zu lesen: Sphinx… Continue Reading „64. Reden & zeigen“

66. Wahrheit und Aspirin

Die ambitionierte Eigenproduktion des Lörracher Stimmenfestivals „Pessoassion“, eine Hommage über den schwermütigen Dichter aus dem Fado-Land Portugal, führt in die entlegenen Räume der dichterischen Fantasie. Auf der abgedunkelten Burghofbühne ist die Caféhaus-Atmosphäre nachgestellt: Sieben Männer mit Hüten lassen sich an den Tischchen nieder, während… Continue Reading „66. Wahrheit und Aspirin“

62. Wiepersdorf

Marcus Roloff ist zurzeit Stipendiat auf Schloss Wiepersdorf. Frank Meyer sprach mit ihm für Deutschlandradio Kultur: Meyer: Dann muss es ja noch eine andere Vergangenheitsschicht geben, stelle ich mir jedenfalls vor. Es wurde schon ganz kurz nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 entschieden, Schloss Wiepersdorf zu… Continue Reading „62. Wiepersdorf“

60. Knüppel auf den Kopf

Gute vier Jahre ist es her, dass mir in einer Buchhandlung die von Manfred Enzensperger herausgegebenen „Hölderlin-Ameisen“ ins Auge krochen, jene poetisch-poetologische Anthologie, in der sich so unterschiedliche Lyrik-Charaktere wie Marcel Beyer, Oskar Pastior oder Ulrike Draesner versammelten, um ihre Gedichte mittels Material und… Continue Reading „60. Knüppel auf den Kopf“

49. Rincks Ding- und Tierleben

Ansonsten kreisen Rincks Zeilen häufig um Tier und Fleisch, um Tierliebe und Fleischeslust, auch die an solchem, das keine Eltern hat, Fruchtfleisch von Quitten zum Beispiel. Nun ja, diese Art literarischer Lust hat Tradition, es ist die Hoffnung auf das Wort gewordene Fleisch und… Continue Reading „49. Rincks Ding- und Tierleben“

46. Ins Ohr verkrochen

Kempowski hat diese Zeit immer als in jeder Hinsicht prägend beschrieben, ohne die Haft, so wurde er nicht müde zu betonen, wäre er nicht zum Schriftsteller geworden. In seinem Buch «Im Block» hat er die schmerzhaften Erfahrungen sprachlich verarbeitet. Es liegt nahe, die Gedichte… Continue Reading „46. Ins Ohr verkrochen“

51. Erdnah

Es sind sehr klare Bilder, die Trojan findet. Erdnah, könnte man sagen. Manchmal auch mit der Wehmut gemalt, dass man nicht tiefer schauen kann in die Dinge. „Die Augen / egal wie sie sich drehen / schauen nur nach außen“, heißt es in „Briefe“.… Continue Reading „51. Erdnah“

55. MOND-äne Zitate zum Landungsjubiläum

G&GN-Institut Berlin-NewCologne / Aufgrund des Totalausfalls meines Computers hatte ich in der letzten Woche endlich einmal wieder genug Zeit, mich meiner Lyrik-Sammlung zu widmen: Passenderweise fiel mir beim Entstauben des Bücherregals ein vergessener Gedichtband mit dem Titel „MONDLANDUNG“ in die Hände! Dadurch inspiriert durchforstete… Continue Reading „55. MOND-äne Zitate zum Landungsjubiläum“

58. Blau grün

Blau ist’s in der grünen Hölle. An solche Lyrik muss sich gewöhnen, wer das ZDF begreifen will. schreibt Alexander Kissler. Na gut, das ist eine große Einschränkung.  Wir können abwinken. Kissler entdeckt aber dann doch eine Ähnlichkeit zwischen ZDF und Lyrik: Dem Publikum tritt… Continue Reading „58. Blau grün“

43. „Castrop-Rauxel: ein Gedicht”

Die Castrop-Rauxeler sind poetisch! Das haben sie in den letzten zwei Wochen unter Beweis gestellt. 60 Verse wurden schon an Roy Kifts, am 3. Juli gestartetes, Projekt „Castrop-Rauxel – ein Gedicht” übermittelt. 32 davon kommen von Europastädtern, u. a. auch von Kift selbst. 2010… Continue Reading „43. „Castrop-Rauxel: ein Gedicht”“