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L&Poe Journal #03-2023 | Neue Texte Norbert Lange Sechste dummkopfelegieSiebende dummkopfelegieSiebte Dummkopfelegie Sechste dummkopfelegie Feinge schon iss mir butend, wie du die Beinah überschlägst undie zeitig entschene Frucht, umhengst dein rehes Geheimnis. Wie er äne Rohr treibt, absaft und anspringt usem Schlaf, fastaek seine… Continue Reading „Dummkopfelegien“
Jürgen Rennert (* 12. März 1943 in Berlin-Neukölln) DAS ENDE DER GITARREN In memoriam Paul Wiens Für Hilde und Wytse Noordhof Die Aufrichtigkeit kennt ein Gebot: den Hunger. Der Hunger ist aufrichtig. Seine Ödeme, von allesverletzender Deutlichkeit, ersetzen die Metaphern in den Gedichten des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Sie werden… Continue Reading „Die Gedichte des 21. Jahrhunderts“
Karl Krolow (* 11. März 1915 in Hannover; † 21. Juni 1999 in Darmstadt) ENDE DES GEDICHTS Langsam durch Fleisch und Bein Steigt mein Gesicht, Wächst in die Nacht hinein Mit dem Gedicht. Schweiß frißt an meiner Haut, Da schon das Haar ergraut. Speichel des Kuckucks troff Mir in den Bart, Schmolz… Continue Reading „Ende des Gedichts“
Joseph von Eichendorff (* 10. März 1788 auf Schloss Lubowitz bei Ratibor, Oberschlesien; † 26. November 1857 in Neisse, Oberschlesien) Die Geniale Lustig auf den Kopf, mein Liebchen, Stell‘ dich, in die Luft die Bein‘! Heißa! ich will sein dein Bübchen, Heute Nacht soll Hochzeit sein! Wenn du Shakespear kannst vertragen, O du liebe… Continue Reading „Wenn du Shakespear kannst vertragen“
Ulrich Koch DIESES GEDICHT wurde unter größten Sicherheitsvorkehrungen geschrieben, Altersfreigabe: ab 80 Jahre. Sein Arbeitstitel hieß einmal „Alarm! Zu den Tränen!“, aber dann kam der März. Alle Appelle an die Vögel, das Licht wieder auszuschalten, verhallen im Dunkel. Bald schlafen seine Vokale in zerbrochenen… Continue Reading „Dieses Gedicht“
L&Poe Journal #03 Norbert Lange Variationen: Die Freiheit der Übersetzer Letzten Monat bin ich, über Rosmarie Waldrops schönes Buch über den französischen Dichter Edmond Jabès, gestolpert über ein Zitat von Maurice Blanchot über das Übersetzen: »Alle Übersetzer leben von der Differenz zwischen den Sprachen,… Continue Reading „Die Freiheit der Übersetzer“
Heute wäre der 85. Geburtstag des deutsch-sorbischen Dichters Kito Lorenc. Zum Anlass ein Gedicht aus einem Heft, das zum 65. Geburtstag 2003 beim verdienstvollen Verlag Ulrich Keicher erschien, herausgegeben von seinem Freund Manfred Peter Hein. URWORTE dreier schreibender Vorruheständler im Goethejahr Ich blick’ in… Continue Reading „Wurde kein Goethe“
Adrian Kasnitz 14.06. [An diesem Bier heißt alles Köln] An diesem Bier heißt alles Köln an diesem Morgen heißen alle Verfickt n. m. an heißem Kaffee klebt deine Zunge an dieser Aussicht klebt dein Verstand an diesem Tag ist nichts zu gewinnen an diesem… Continue Reading „An diesem Bier“
Moriz Seeler (geboren 1. März 1896 in Greifenberg in Pommern; am 15. August 1942 in das Ghetto Riga deportiert und nach der Ankunft ermordet) Grab eines Dichters Immer segeln Wolken, weiße Dschunken, Über diesem Grab und schimmern blank. Doch der Hügel ist schon eingesunken, Und das Kreuz steht schräg im Untergang. Niemand haust… Continue Reading „Grab eines Dichters“
Wilhelm Busch (* 14. April 1832 in Wiedensahl; † 9. Januar 1908 in Mechtshausen) Aus: Balduin Bählamm, der verhinderte Dichter (1883) Erstes Kapitel Wie wohl ist dem, der dann und wann Sich etwas Schönes dichten kann! Der Mensch, durchtrieben und gescheit, Bemerkte schon seit alter Zeit, Daß ihm hienieden allerlei… Continue Reading „Der verhinderte Dichter“
Ursula Krechel (* 4. Dezember 1947 in Trier) Die Frau mit dem grausamen Mund Die Frau mit dem grausamen Mund durchmißt die Messe, mißt, wägt ab, handelt trägt einen falschen Namen, der richtig ist zwischen den Visitenkarten von Wölfen fehlt ihre Karte, aber ihr Ruf bleibt. Spricht sie,… Continue Reading „Ihr Mund spricht“
Joseph von Eichendorff (* 10. März 1788 auf Schloss Lubowitz bei Ratibor, Oberschlesien; † 26. November 1857 in Neisse, Oberschlesien) Zwielicht Dämmrung will die Flügel spreiten, Schaurig rühren sich die Bäume, Wolken zieh’n wie schwere Träume – Was will dieses Grau’n bedeuten? Hast ein Reh… Continue Reading „Hüte dich, bleib‘ wach und munter!“
Thomas Brasch (* 19. Februar 1945 in Westow, North Yorkshire; † 3. November 2001 in Berlin) CHLEBNIKOW 1 Neben den Werkhallen stehen die Drehbänke auf dem Schrottplatz. Am Fenster die Losung: Automaten treten zur Arbeit an. Aber eine Schreibmaschine bleibt eine Schreibmaschine, sagt der Dichter R. Mit Maschine oder Federkiel nur:… Continue Reading „Haltet die Formen rein, sagt der Zeitungskritiker“
Zum 85. Geburtstag von Elke Erb ein Stück aktueller Lektüre Aus: Ich bin in Straßburg geborenNotizen zu Arp Aus: Elke Erb. Poet’s Corner 3. Berlin: Unabhängige Verlagsbuchhandlung Ackerstraße, S. 14 / 18
Theo Breuer Sei gefühllos! Johann Wolfgang Goethe ∙ Dritte Ode draußen die ringelblumen drinnen das brausausen das schwindeln geneigte geschöpfe ∙ gleichmütig ∙ gelassen — nicht schwer, langweilig ist mir mein zeit und neuerlich fieses schwindsaubrauseln ist das die hälfte ich lebe taumle —… Continue Reading „draußen die ringelblumen“
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