Kategorie: Deutschland

79. „Ein nicht immer gelungenes, gleichwohl durchkomponiertes poetisches Gebilde“

Die argumentativen und ästhetischen Schwächen von Was gesagt werden muß waren nicht zu übersehen. Eine Lektüre des neuen Gedichts verlangt mehr. Die meisten Kritiker haben sich mit dem Hinweis begnügt, das Gedicht bestehe aus „zwölf je zweizeiligen Strophen“. Dass Grass auf die antike Form… Continue Reading „79. „Ein nicht immer gelungenes, gleichwohl durchkomponiertes poetisches Gebilde““

78. Nichts Neues vom Betrieb

Kathrin Passig interviewte Gesine von Prittwitz über den Buchmarkt. Darin auch: daß das Feuilleton immer dünner wird, also auch weniger Platz für Rezensionen und daß eh alle das gleiche rezensieren. (Wann kommt der neue Harry Potter?)

75. »Grundrisse in Blütenstaub«

Kristoffer Patrick Cornils über Michael Fiedler, junge Welt 18.7. (hier auf seiner Seite): Infinitive und Substantive werden aneinandergereiht, wiederholt und zu neuen Bedeutungskontexten zusammengebastelt. Dabei tun sich überraschende, schöne Bilder auf: »Wildfarben, / Blenden, / Abdampfschlag, / Grundrisse in Blütenstaub«. Doch im abgesteckten Rahmen… Continue Reading „75. »Grundrisse in Blütenstaub«“

72. Kleine Verlage am Großen Wannsee

Samstag 21.7. 15:00 bis 22:00 Literarisches Colloquium Berlin Die Verlage A1 (München), Berenberg (Berlin), Bilger (Zürich), Dörlemann (Zürich), Edition Ebersbach (Berlin), Edition Korrespondenzen (Wien), kookbooks (Idstein/Berlin), Lilienfeld (Düsseldorf), Luxbooks (Wiesbaden), Mairisch (Hamburg), Matthes & Seitz (Berlin), Milena (Wien), Mitteldeutscher Verlag (Halle), Nimbus (Wädenswil), Poetenladen… Continue Reading „72. Kleine Verlage am Großen Wannsee“

68. Feiern oder weitererzählen

Bei Fixpoetry ein schönes Gedicht von André Schinkel: Den Minotaurus erlegen Wir sind, um den Minotaurus zu erlegen: der Unsere Jungfern frißt, der in den Labyrinthen Die Knochen verstreut, eine Spur zu legen Für uns. Jäger sind wir, von Jägern Gejagte, Mit flatternden Lanzen,… Continue Reading „68. Feiern oder weitererzählen“

64. Gedichtomat

Sebastian Berns hat eine Maschine entworfen, die dem Menschen die Kreativität abnimmt: Sie druckt Gedichte. In einer langen Schlange rollt sich das Papier bis auf den Boden, ähnlich einem überlangen Kassenzettel. Die Gedichte werden automatisch von «Google Recaptcha» erzeugt und auf der Arbeitsvermittlungsplattform «Amazon… Continue Reading „64. Gedichtomat“

63. Sprachwechsel

Martynova hat schreibend einen Sprachwechsel vollzogen. Für ihre Gedichte bevorzugt sie aber nach wie vor das Russische. Zusammen mit der Lyrikerin Elke Erb übersetzt sie ihre Verse anschließend wieder ins Deutsche, so auch die in dem Band „Von Tschwirik und Tschwirka“, der aus drei… Continue Reading „63. Sprachwechsel“

61. Honighohn

Die „Honigprotokolle“ kultivieren das Nebeneinander kleiner Phantasmagorien, sinnlicher Momentaufnahmen, politischer Szenen – und sie forcieren Abschweifungen in disparate Wortfelder. So entsteht mittels einer kühnen Bild-Artistik eine „wilde Vielfalt, in die Tausenderlei eingefaltet ist“. Wie im programmatischen Gedicht „Honighohn“: „Was der Honig an sich bindet:… Continue Reading „61. Honighohn“

59. Hasenkolonien

Oberflächlich betrachtet geht es der Poesie gar nicht so schlecht. Die kleinen Lyrikverlage – kookbooks in Berlin, der Wiesbadener Lux Verlag, der Poetenladen in Leipzig – vermehren sich wie Hasenkolonien. mehr in der Art in einem offenbar unter die Oberfläche blickenden Text von Joachim… Continue Reading „59. Hasenkolonien“

58. Wirklichkeit, Wahrheit & Schwindel

als mir gegen mitte der haelfte meines lebens nicht gelang von der kunst mehr zu erwarten als hoeheren schwindel entschloss ich mich die wirklichkeit nicht fuer die wahrheit zu halten als mir gegen mitte der haelfte meines lebens nicht gelang die wirklichkeit ohne wahrheit… Continue Reading „58. Wirklichkeit, Wahrheit & Schwindel“

56. Jörg Fausers 25. Todestag

In der Nacht zum 17. Juli 1987 wurde der Schriftsteller Jörg Fauser auf der Stadtautobahn bei München von einem LKW überfahren und starb. Es war sein 43. Geburtstag. Die genauen Umstände sind bis heute nicht geklärt. Fauser gehörte zu den herausragendsten Autoren der deutschen… Continue Reading „56. Jörg Fausers 25. Todestag“

55. Wie so ein Gedicht funktioniert

Mein erster Text war eine Kontrafaktur von einem Gedicht des rumänischen Nationaldichters Mihai Eminescu. Ich hatte erstmals Rumänisch-Unterricht in der Schule und wollte meine Lehrerin beeindrucken. Wahrscheinlich war er es, bei dem ich früh ein wichtiges Prinzip begriff, dass es bei einem Gedicht auf… Continue Reading „55. Wie so ein Gedicht funktioniert“

54. Nora Gomringer

Sie schreibt Gedichte über gynäkologische Situationen – ein Gynäkologe hat das Gedicht tatsächlich an der Decke seiner Praxis postiert, wo die Frauen während der Inspektion hinblicken. Eines ihrer kürzesten Gedichte mit dem Titel Landleben lautet: „Vater, Mutter, Rind“. Das ist stellenweise gar nicht so… Continue Reading „54. Nora Gomringer“

53. Heinrich Heine und der Präcommunismus

Vortragsgespräch mit Klaus Briegleb – Fr 13.07.2012 – ACC, 20:00 Uhr – »Unbestritten ist Heines Literatur ›die eines Aufbegehrens gegen Überkommenes‹ ist kritischer Widerspruch gegen ›die bestehende Ordnung.‹ Insofern dieser Widerspruch der universal-revolutionären Ordnung Vollendung des mit 1789 begonnenen Umsturzes gewidmet ist und Heines Schriften daher unter… Continue Reading „53. Heinrich Heine und der Präcommunismus“

49. Schulz’ Blick

Der Meister der politischen Elegie zeigt sich hier in seiner ganzen Vielfältigkeit: Schwermütig-hintergründige Reisezyklen sind in dieser Compilation ebenso enthalten wie lakonische Gedichte, die sich unmittelbar aus urbanen Alltagsrealität speisen. Schulz’ Blick ist dabei niemals de­nunziatorisch, sondern immer empathisch. Ohne propagandistische An­flüge macht diese Lyrik auch… Continue Reading „49. Schulz’ Blick“