Kategorie: Deutschland

25. Autorenfotos

Mangold fotografiert Essenz: Herta Müller, kurz nach ihrer Übersiedlung aus Rumänien in den 1980er Jahren, hatte kurz geschnittene, hell gefärbte Haare und trug eine nicht unbedingt als elegant zu bezeichnende Garderobe. Doch der innere Ausdruck – eine wägende, beobachtende Verschlossenheit – ist geblieben und… Continue Reading „25. Autorenfotos“

23. G13

Wir verstehen uns als Kollektiv junger Lyriker_innen aus Berlin. Den Ortsteilpatriotismus, der gelegentliche gefährliche Spannungen erzeugt, überwinden wir durch die Sozialisationsinstanz Fassbrause. Friedrichshain, Neukölln, Schöneberg und Reinickendorf aber auch der Rest des Berliner Umlands ist in unserer Mitgliederstruktur präsent (z.B. Köln, Zürich, Kiel). Wir… Continue Reading „23. G13“

22. Mauersegler

Mauersegler verbringen den größten Teil des Lebens in der Luft (hat man je von einem gehört, der nicht schwindelfrei war?). Diesen Himmel, dieses Zeltdach, „ihre Arena“ erobern sie sich hierzulande Anfang Mai. Sielaff, der bereits auf ihre Rückkehr wartet, teilte Chrysostomos e-postalisch mit: „Meistens… Continue Reading „22. Mauersegler“

21. Lesung in Aachen

Die beiden Poeten aus Aachen und Vaals sind im vergangenen Jahr mit bedeutenden Lyrikpreisen ausgezeichnet worden. Mittwochabend ab 20 Uhr lesen sie im Couven-Museum, Hühnermarkt 17, aus ihren aktuellen Gedichtbänden. Es werden Texte aus Wenzels „weg vom fenster“ sowie aus Mauritz‘ „rumor der frösche… Continue Reading „21. Lesung in Aachen“

20. Magus-Preisfrage

„Wenn der Leser nicht zaubern kann…“ – Magus-Preisfrage 2013 ausgeschrieben 2013 schreibt die GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit im Kontext der Magus Tage Münster einen literarisch-akademischen Wettbewerb aus. Die Preisfrage lautet: „Wenn der Leser nicht zaubern kann… Worin besteht der Reiz und worin liegt der… Continue Reading „20. Magus-Preisfrage“

18. Lampingsche Variable

Sollte es wirklich, wie Enzensberger suggeriert, am Ende mehr Verfasser als Leser von Gedichten geben? Allerdings fallen einem schon Lyrikbände ein, die sich auf Anhieb und nicht erst im Lauf eines Jahrhunderts sehr viel besser verkauften als 1.354 Mal. Wolf Wondratscheks im Selbstverlag erschienene… Continue Reading „18. Lampingsche Variable“

17. Kannibalen

Joachim Ringelnatz Silvester bei den Kannibalen Am Silvesterabend setzen Sich die nackten Menschenfresser Um ein Feuer, und sie wetzen Zähneklappernd lange Messer. Trinken dabei – das schmeckt sehr gut – Bambus-Soda mit Menschenblut. Dann werden aus einem tiefen Schacht Die eingefangenen Kinder gebracht Und… Continue Reading „17. Kannibalen“

16. Ein Aufbruch

Wohl kaum ein lyrischer Aufbruch wurde so stiefmütterlich behandelt wie der von Arno Holz und seinen Mitstreitern. Einzig er selbst fristet, verkürzt als Naturalist etikettiert, im germanistischen Kanon eine Randexistenz. Der Stil der Dichtergruppe wurde damals sofort von konservativen Geistern als Verirrung abgelehnt. Der… Continue Reading „16. Ein Aufbruch“

13. Veilchenschoß

Sappho, Frg. 30 Voigt Mädchen … die ganze Nacht … deine Liebe besingen und die der jungen Frau mit dem Veilchenschoß. Doch aufgestanden … geh zu deinen Freunden … Soviel wie die hellstimmige … Schlaf wollen wir sehen. ________ Da waren die jungen Frauen,… Continue Reading „13. Veilchenschoß“

12. „bruder morpheus“

Wenn nun ein Sterblicher den Traumgott Morpheus zu seinem „Bruder“ er­klärt, dann bewegt er sich selbst in den fluiden Zonen des Traums und des ewigen Schlafs. Der Lyriker und Übersetzer Wolf­gang Schlen­ker, der sich im August 2011 im Alter von 47 Jahren das Leben… Continue Reading „12. „bruder morpheus““

10. Wahres Wort

Jede Lyrikbibliothek ohne Kookbooks ist eine traurige Sache. (literaturwerkstatt berlin)

8. Poetopie

warum sich nach den Nachrichten richten? Es ist doch alles bekannt Hansjürgen Bulkowski

7. Unzuverlässiges Ich

Gerhard Falkners Gedicht beginnt mit dem Vorsatz, über das Nicht-Erinnern zu sprechen: „Es gibt hier nichts/was an dich erinnert“. Das ist ganz offensichtlich ein Widerspruch in sich selbst. Denn schon mit dieser Aussage zeigt das in einem sommerlichen Straßencafé sitzende Ich, wie intensiv es… Continue Reading „7. Unzuverlässiges Ich“

6. Dringlichkeit

Der 1980 im nordrhein-westfälischen Meerbusch geborene und heute in der Schweiz lebende Westermann ist eine Ausnahmegestalt unter den jüngeren Lyrikern, die meist eine sprachexperimentelle Neuausrichtung ihrer Gattung anstreben. Westermann dagegen bekennt sich zu einer Poesie der „Dringlichkeit“, die primär die unsichere Kontur und Selbstwahrnehmung… Continue Reading „6. Dringlichkeit“

4. Wir sind Raja Ben Slama

Abdelwahab Meddeb bei Facebook: Damit sich jeder von uns in die Situation Raja Ben Slamas versetzen kann, schlage ich euch vor, daß ihn jeder in seinem eigenen Namen und in der ersten Person ausspricht Habs getan: Ich verlange von dem islamistischen Berichterstatter der Verfassungskommission… Continue Reading „4. Wir sind Raja Ben Slama“