Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Eine Sonate von Stockhausen
drei Preise für Böll
das Dementi von Andersch
zwei Schmierzettel von Faßbender
Marylin Monroe ist tot
Rolf Dieter Brinkmann
Da dacht ich nun wirklich,
Hätt’s sauber erwischt;
Meint mich auf Rosen,
Und lieg auf dem Mist.
Friedrich Müller (1749-1825)
Erleichtert, beinah triumphierend ließ Herr Dagobert Schwein seine Blicke durchs Haus gleichten, das froh der Pause entgegenatmete und schrie recht kommunistisch: „Ja, ja, die Zivilisation, ist das nicht wie ein Präservativ, beide täuschen einen Zustand vor, „als ob“!“ Dann machte er „hähä“.
überall gewimmel von
seebischöfen & meermönchen
& von tatzelwürmern sowieso
1956 nahm er Stalins Bild von der Wand und
stellte es in den Keller hinter die Einweckgläser.
Er warf den Schneesturm an, spielte
Wolfsgeheul mit zerbrochnen Registern und Hymnen
Auf Texte von Brockes. Die flackernden Lichter
Die schaukelnden Bäume zerspringenden Gläser
Fliegenden Stimmen in dieser einzigen Nacht
In Bettines Haus.
Wo ist das Volk, das dies schadlos an seiner Seele ertrüge?
Jahre und Jahre war unsere tägliche Nahrung die Lüge.
Festlich hoben sie an, bekränzten Maschinen und Pflüge,
sprachen von Freiheit und Brot, und alles, alles war Lüge.
Wort, das
ich nicht hab.
Schotterwort.
Steinwort, mit den
Buchstaben vor A.
Flügelschlag des Erinnerns:
Libellen, blaue Nadeln
die ein zerrissenes Bild
zusammenflicken
Soll ich immer weiter wandern,
Selten rasten, nimmer ruhn?
Ach! da komm‘ ich nur zu Andern,
Aber nimmer zu den Meinen;
Weiss von Keinen,
Die mit Lust mir Liebes thun.
Viel schnee. ein mönchszug. klöster und ruinen.
Viel mond. viel dunkel. schwarz und nebelgrau.
Auch baumruinen. darum grüne au.
Mondauf- und sonnenuntergänge schienen
Mit uns allen geht es ex;
»Trägst du noch so hoch den Scheitel«,
Spricht ein alter Versifex.
»Unter der Sonn ist alles eitel.«
Versuche, zu Wort zu kommen
in Sparkassen und Wandelhallen
– ein Malerleben lang.
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