Kategorie: Deutsch

Da verwandelte sich Rilke

  Aus: Melanie Katz: Silent Syntax. Gedichte. Wiesenburg: hochroth, 2018

Homo sapiens

Richard Leising (* 24. März 1934 in Chemnitz; † 20. Mai 1997 in Berlin) Homo sapiens Der Mensch lebt nicht vom Brot allein Er will auch sein Rettich und Eisbein. Unsertäglichbrot genügt ihm nich Er schreit nach seinem Brotaufstrich. Von der Wiege bis zum… Continue Reading „Homo sapiens“

Abenteuer der deutschen Grammatik

Yoko Tawada Die japanisch-deutsche Schriftstellerin wurde am 23. März 1960 geboren. 4 Seiten aus: Yōko Tawada: Abenteuer der deutschen Grammatik. Gedichte. Tübingen: konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, 2010

L’origine du monde

Hans Arnfrid Astel L’ORIGINE DU MONDE (November 1996) für Courbet & Lacan Die Innenlippen blinzeln aus den äußern. Im Lebenswasser spiegelt sich das Land, lachendes Ufer aller Landungswünsche. Hier springt die Welt zur Welt bei der Geburt, nachdem zuvor die Welt zur Welt gedrungen.

Wozu Lyrik heute?

Hans Arnfrid Astel Hilde Domins Frage „Wozu Lyrik heute?“ erinnert mich an einen Witz, wo der Leutnant den Rekruten fragt, „Weshalb soll der Soldat sein Gewehr nicht fallen lassen?“ worauf dieser antwortet, „Ja, warum soll er eigentlich nicht?“ Aus: Neues (& Altes) vom Rechtsstaat… Continue Reading „Wozu Lyrik heute?“

Wien: heldenplatz

Heute vor 80 Jahren stand der 13jährige Ernst Jandl in Wien in einer grölenden Menschenmasse, die dem Führer zujubelte. Viele Jahre später verarbeitete er das akustische und haptische Erlebnis in einem Gedicht. Ernst Jandl wien : heldenplatz der glanze heldenplatz zirka versaggerte in maschenhaftem… Continue Reading „Wien: heldenplatz“

Aus Leibeskräften

Hans Arnfrid Astel (eigtl. Arnfrid Astel, Pseud. Hanns Ramus, * 9. Juli 1933 in München; † 12. März 2018 in Trier), deutscher Lyriker Aus Leibeskräften brüllt er ins leere Weltall. Man hört ihn nicht weit. Aus: Sternbilder. West-östliche Konstellationen. Heidelberg: Wunderhorn Verlag, 1999

Noch ein Bier!

Inge Müller (geb. Inge(borg) Meyer, * 13. März 1925 in Berlin; † 1. Juni 1966 ebenda) M.B.* Im Wein ist Wahrheit, sagst du Bier macht ehrlich Und Schnaps löst mir die Zunge. Im Rausch erst bin ich was ich bin: Narr, Weiser, Revolutionär und Dulder… Continue Reading „Noch ein Bier!“

Lyrik-Empfehlungen 2018 veröffentlicht

Eine Initiative der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Stiftung Lyrik Kabinett und des Hauses für Poesie Welche Gedichtbücher sind besonders bemerkenswert, interessant, überraschend? Die Liste mit den diesjährigen Lyrik-Empfehlungen ist jetzt unter http://www.lyrikempfehlungen.de veröffentlicht. 20 Gedichtbände wurden aus den Neuerscheinungen von Anfang… Continue Reading „Lyrik-Empfehlungen 2018 veröffentlicht“

Ich liebe sie alle, die Braven

Heinrich Heine Lied der Marketenderin (Aus dem Dreißigjährigen Krieg) Und die Husaren lieb ich sehr, Ich liebe sehr dieselben; Ich liebe sie ohne Unterschied, Die blauen und die gelben. Und die Musketiere lieb ich sehr, Ich liebe die Musketiere, Sowohl Rekrut als Veteran, Gemeine… Continue Reading „Ich liebe sie alle, die Braven“

Dichters Klage

Zum 100. Todestag Frank Wedekinds (* 24. Juli 1864 in Hannover; † 9. März 1918 in München) heute ein Gedicht und die erste Strophe eines zweiten. Schluß Ich wußte ehmals nichts davon, Bin unschuldsvoll gewesen, Bis daß ich Wielands Oberon Und Heines Gedichte gelesen.… Continue Reading „Dichters Klage“

ANNO DOMINI 1933

Menschen ohne Todesdatum. Vermutlich Anfang März 1943 starb in Auschwitz Gertrud Kolmar (Pseudonym für Gertrud Käthe Chodziesner, * 10. Dezember 1894 in Berlin). Hier ein Gedicht aus dem Nachlaß. Gertrud Kolmar ANNO DOMINI 1933 Er hielt an einer Straßenecke. Bald wuchs um ihn die… Continue Reading „ANNO DOMINI 1933“

Die Wanderratten

Weiter mit Heine. Aus seinem unerschöpflichen Reservoir galliger Deutschland- und Zeitgedichte heute dies. Heinrich Heine Die Wanderratten Es gibt zwei Sorten Ratten: Die hungrigen und satten. Die satten bleiben vergnügt zu Haus, Die hungrigen aber wandern aus. Sie wandern viel tausend Meilen, Ganz ohne… Continue Reading „Die Wanderratten“

Wie ich dich liebe? Laß mich zählen wie.

Elizabeth Barrett-Browning (* 6. März 1806 in Durham, England; † 29. Juni 1861 in Florenz) Portugiesische Sonette Deutsch von Rainer Maria Rilke XLIII. Wie ich dich liebe? Laß mich zählen wie. Ich liebe dich so tief, so hoch, so weit, als meine Seele blindlings… Continue Reading „Wie ich dich liebe? Laß mich zählen wie.“

Heinrich Heine, deutscher Dichter

Ein bißchen Heine als Antidot. – Im 24. Caput seines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ sagt ihm die Göttin Hammonia, die sich wundert, daß der in Paris lebende Dichter in den Norden reist, daß früher Klopstock (begraben in Hamburg) ihr Lieblingsdichter war. Heute ist es –… Continue Reading „Heinrich Heine, deutscher Dichter“