Kategorie: Asien

Abschied

Martin Winter Nach Wang Wei (701-761) Aus: Martin Winter: Der Mond muss perfekt sein. She has to be perfect. Mit 27 Übersetzungen von Yi Sha. Wien: fabrik.transit, 20 Martin Winters Version „nach Wang Wei“ hat genau so viel Silben wie das Original, sechs mal… Continue Reading „Abschied“

Du weißt nicht

Lamia Abbas Imara (* 1927 in Bagdad) Die entlegenen Wünsche Ich liebe dich, du weißt es, und ich weiß es auch, wir träumen von entlegenen Wünschen. Ich weiß es, du weißt nicht, daß du rasch endest, mit dem Ende dieses Gedichts. Aus: Al-Maaly, Khalid… Continue Reading „Du weißt nicht“

Autobiographie eines Feuerdiebs

Abdulwahab Al-Bayyati (arabisch عبد الوهاب البياتي ; geboren 19. Dezember 1926 in Bagdad; gestorben 3. August 1999 in Damaskus) Aus: Die Autobiographie eines Feuerdiebs Die kahlköpfige Sprache setzte sich Stilistik und Rhetorik als Perücke auf in königlichen Gemächern, im Zeitalter des Weltraums, der Sternenschiffe… Continue Reading „Autobiographie eines Feuerdiebs“

Tuvia Rübner 1924-2019

Tuvia Rübner (hebr. טוביה ריבנר, geboren als Kurt Tobias Rübner am 30. Januar 1924 in Bratislava, Tschechoslowakei; gestorben am 29. Juli 2019 im Kibbuz Merchawia bei Afula) Gelber Regen Gelber Regen der Pekannussbäume. Zwei Katzen lungern auf einem Blechdach, eine rotbraun, eine grau. Die… Continue Reading „Tuvia Rübner 1924-2019“

Verkehrte Welt

Das heutige Gedicht ist keins, zumindest hat es keinen Verfassernamen. Es steht in einem Lesebuch für Chinesischlernende: Erste chinesische Lesestücke. Ausgewählt und übersetzt von Susanne Hornfeck und Nelly Ma. München: DTV, 2009. 2. Aufl., 2011, S. 53. Nun, es heißt Lied, es ist gereimt… Continue Reading „Verkehrte Welt“

Poesie der Tiernamen

Ein frühes Beispiel aus der japanischen Lyrik. Prinz Ariwara no Narihira (825-880) war einer der sechs „göttlichen Dichter“ oder auch „Dichterweisen“ des 9. Jahrhunderts. An die Austernfischer   Ihr Hauptstadtvögel, Seid wert Ihr Eures Namens,   Wohlan, so laßt mich Eins fragen: Die Ersehnte,… Continue Reading „Poesie der Tiernamen“

Weinbergschnecke

Zum Geburtstag des Dichters Issa zwei Haiku über dasselbe Tier Der Regenschauer – Ob er wohl glücklich machte Die Weinbergschnecke? Aus: Haiku. Japanische Dreizeiler. Neue Folge Ausgewählt und aus dem Urtext übersetzt von Jan Ulenbrook. Stuttgart: Reclam, 1998, S. 59 Zum Abendmondschein Ach, schreien… Continue Reading „Weinbergschnecke“

Nur der Kuckuck

Basho Mondnacht Hito koe wa – Tsuki ga naita ka? Hototogisu! Annähernd wörtliche Übersetzung: Horch, ein Rufen – Ruft nicht der Mond? Nein, nur der Kuckuck! Aus: Frühling Schwerter Frauen. Umdichtungen japanischer Lyrik mit einer Einführung in Geist und Geschichte der japanischen Literatur von… Continue Reading „Nur der Kuckuck“

Bashos letzter Vers

Matsuo Bashō (jap. 松尾 芭蕉, Matsuo Bashō; * 1644 in Akasaka, Provinz Iga, heute: Akasaka, Ueno, Iga, Präfektur Mie; † 28. November 1694 in Osaka) Sein letzter Vers: Der Weg zählt meinen Schritt nicht mehr. Auf dürrer Heide Irrt mein Traum. Aus: Werner Helwig:… Continue Reading „Bashos letzter Vers“

Man sagt Wein sei verboten

Omar Khayyam (Ghiyath al-Din Abu l-Fath Omar ibn Ibrahim Jayyam Nishapurí, pers.: غیاث الدین ابو الفتح عمر بن ابراهیم خیام نیشاپوری ) auch Chayyām, Chajjam, Jayam, al-Jayyamu Omar ibn al-Jayyam, DMG ʿOmar-e Ḫayyām oder ʿUmar-i Ḫayyām; arabisch عمر الخيام, DMG ʿUmar al-Ḫayyām, * 18. Mai 1048 in… Continue Reading „Man sagt Wein sei verboten“

Himmel von New York

Fuad Rifka (* 28. Dezember 1930 in Kafroun bei Tartus, Syrien; † 14. Mai 2011 in Beirut) 13. MAI 1983 Welch ein Fieber am Himmel von New York! Fleisch siedet in Fleisch, Schatten gleich irren die Menschen in Kellern und stürzen ineinander wie Buchstaben,… Continue Reading „Himmel von New York“

Verrückt

Erste Strophe eines nepalesischen Gedichts, übersetzt von Erika Khatri, Studentin am Studienkolleg der Universität Greifswald. Das Gedicht trägt den Titel „Pagal“,  „Verrückt“. E. Khatri gehört zum letzten Immatrikulationsjahrgang am Studienkolleg der Universität Greifswald. Die Universität schließt ihre internationalste Einrichtung im Rahmen eines „neuen Internationalisierungskonzepts“,… Continue Reading „Verrückt“

Zum Gedenktag des Genozids an den Armeniern

Daniel Waruzhan (* 20. April 1884 Brgnik, Westarmenien; in der Nacht vom 23. zum 24. April 1915 in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, verhaftet, am 26. August auf dem Weg in die „Verbannung“ in einer Schlucht bei der Stadt Çankırı ermordet) Der Acker Ich wünschte,… Continue Reading „Zum Gedenktag des Genozids an den Armeniern“

Babur

Zahiruddin Muhammad, auch Babur der Tiger genannt, Ur-Ur-Urenkel von Tamerlan, Begründer der Moguldynastie und erster Grossmogul von Indien, der auch ein bedeutender Dichter war (wenn auch hierzulande kaum bekannt). Er wurde im gleichen Jahr wie Luther geboren, die digitalen Quellen vermelden unterschiedliche Daten *… Continue Reading „Babur“

Schwinden dahin

Howhannes Tumanjan (* 19. Februar 1869 in Dsegh, Russisches Kaiserreich, heute Armenien; † 23. März 1923 in Moskau) Die Bäche im Sommer, sie rauschen und schwinden dahin. Die Armen, die Dürstenden stöhnen und schwinden dahin. Imaginierte Quellen, die wonnevollen, im Sinn, Verschmachten die Dichter… Continue Reading „Schwinden dahin“