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Veröffentlicht am 14. November 2023 von lyrikzeitung
Peter Härtling
(* 13. November 1933 in Chemnitz; † 10. Juli 2017 in Rüsselsheim am Main)
ZWEI TRAUMFIGUREN Der setzt die Maske auf. Der setzt sie ab. Der spricht, wenn andre schweigen. Der wohnt in alten Geigen. Der gräbt sich selbst sein Grab. Der flüstert sich zwei Augen hin. Der einen Berg, den keiner zwingt. Der streicht sich Silber an das Kinn, das (wenn ers schlägt) wie Zymbeln klingt. Es könnte sein, wenn du nach ihnen fragst – sie sind nicht da, sie werden es nicht sein: Der eine wechselte das Sein mit Schein, der andre starb an Dingen, die du sagst.
Aus: Peter Härtling, Ausgewählte Gedichte 1953-1979. Darmstadt und Neuwied: Luchterhand, 1979. 6. Aufl. 1985, S. 43f
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Peter Härtling
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