Wochendigest 2

Erdoğan und Gedichte, eine unendliche Geschichte

Ein türkisches Gericht hat eine ehemalige Schönheitskönigin wegen Verunglimpfung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan zu einem Jahr und zweieinhalb Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Das Model Merve Büyüksaraç habe den Präsidenten mit einem Gedicht beleidigt, urteilte das Gericht in Istanbul nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA vom Dienstag. Büyüksaraç hatte das Gedicht im vergangenen August nach Medienberichten über den Fotodienst “Instagram” geteilt und damit verbreitet.

Der Text mit dem Titel “Ustanın Şiiri” (Das Gedicht des Meisters) ist eine ironische Abwandlung der dritten Strophe der türkischen Nationalhymne “İstiklal Marşı” (“Unabhängigkeitsmarsch”). Es geht darin um Bestechung. Im Dezember 2013 war gegen Vertraute des damaligen Ministerpräsidenten Erdoğan wegen Korruptionsvorwürfen ermittelt worden.

Im Gedicht heißt es: “Ich habe seit elf Jahren immer gestohlen und werde weiter stehlen./ Welcher Verrückte würde mich verurteilen? Ich wär’ erstaunt!” (“Ben 11 yıldır hep çaldım, yine çalarım/ Hangi çılgın beni yargılayacakmış? Şaşarım!”). / Deutsch-Türkisches Journal

Komische Lyrik

Der Leiter des Wachtberger Büchereiverbundes, Dieter Dresen, und der Berkumer Autor Herbert Reichelt haben sich entschlossen, einen Literaturpreis für Komische Lyrik auszuschreiben. „Wachtberger Kugel“ heißt dieser Wettbewerb. / General-Anzeiger

Celan-Denkmal

Paul Celan, der Dichter der „Todesfuge“, starb 1970 in Paris − erst jetzt hat er dort ein Denkmal erhalten. Der Künstler Alexander Polzin schuf nach 17 Jahren beharrlicher Arbeit eine Bronzeskulptur, die im Herzen der Metropole steht. (…) Alexander Polzins Bronzeskulptur besteht aus zwei Figuren. Eine stehende Frau, das Gesicht zu Haaren gewachsen, Haarflächen wie Flammen, die bis zum Knie reichen, der Leib und der Pfahl, an dem sie wie gefesselt steht, sind eins geworden; „dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng“. / Deutschlandradio

Vortrag

Autokratische und habgierige afrikanische Führer und gewöhnliche Leute, die die Scheußlichkeiten begehen, die den Kontinent geißeln, Fremdenfeindlichkeit inbegriffen, hemmen Afrikas Entwicklung.

Und terroristische Splittergruppen wie Boko Haram sind nichts anderes als „moderne Sklaventreiber“.

Das gehörte zu den Themen eines Vortrags, den der weltberühmte Autor und Nobelpreisträger Wole Soyinka im Soweto-Theater in Jabulani hielt. / Daily News (Südafrika)

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