113. Literarischer März mit 12 Autoren

Lyrikwettbewerb um den Leonce-und-Lena-Preis in Darmstadt am 25. und 26. März in der Centralstation – 12 junge Autorinnen und Autoren stellen sich der Jury

Zwölf junge Autorinnen und Autoren hat das Lektorat des Literarischen März 2011 unter insgesamt 482 Bewerbungen ausgewählt: Am 25. und 26. März werden sie in öffentlichen Lesungen in der Darmstädter Centralstation mit dem Ziel antreten, sich den bedeutendsten Nachwuchspreis deutschsprachiger Lyrik, den Leonce-und-Lena-Preis, zu sichern.

Nominiert wurden Ann-Kathrin Ast (Speyer, *1986), Tom Bresemann (Berlin, *1978), Tobias Falberg (Wittenberg, *1976), Sascha Kokot (Osterburg, *1982), Thilo Krause (Dresden, *1977), Nadja Küchenmeister (Berlin, *1981), Steffen Popp (Greifswald, *1978), Jan Röhnert (Gera, *1976), Andre Rudolph (Warschau, *1975), Walter Fabian Schmid (*1983), Jan Skudlarek (Hamm, *1986) und Levin Westermann (Meerbusch, *1980).

Mit dem Leonce-und-Lena-Preis ist ein Preisgeld von 8.000 Euro verbunden. Vergeben werden auch die Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise, die insgesamt auch mit 8.000 Euro dotiert sind. Der Eintritt für das Publikum ist frei, Einlass ist an beiden Tagen jeweils dreißig Minuten vor Beginn und in den Pausen.

Bereits zum 17. Mal richtet die Wissenschaftsstadt Darmstadt den Literarischen März aus. Bewerben konnten sich Nachwuchslyriker, die nicht älter als 35 Jahre sind. Die Entscheidung über die Preisvergabe trifft die Jury, der Sibylle Cramer, Kurt Drawert, Jan Koneffke, Monika Rinck und Raoul Schrott angehören, nicht öffentlich und unter Ausschluss des Rechtsweges.

Dem Lektorat gehörten Fritz Deppert, Christian Döring und Hanne F. Juritz an.

Das Literarische-März-Wochenende in Darmstadt beginnt am Freitag (25. März) um18 Uhr im Kulturwerk Centralstation im Carree. Zur Eröffnung spricht Oberbürgermeister Walter Hoffmann, Kulturdezernent der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Nach der Vorstellung der Autorinnen und Autoren und der Auslosung der Lesereihenfolge wird es in diesem Jahr wieder eine Diskussionsrunde geben, bei der die Lyriker Nico Bleutge, Andrea Heuser und Judith Zander zu Wort kommen. Es moderiert Hajo Steinert, Chefredakteur „Kulturelles Wort und Literatur“ beim Deutschlandfunk in Köln. Thema der Diskussionsrunde ist die Gegenwartslyrik. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, was dichterisches Sprechen auszeichnet, was Dichtung ist und was sie sein kann?

Am Samstag (26. März) startet um 9 Uhr der erste Leseblock mit vier Autorinnen und Autoren, um 11.15 und um 15 Uhr schließen sich die weiteren Lesungen an. Nach jeder Lesung wird die Jury öffentlich diskutieren. Darmstadts Oberbürgermeister Walter Hoffmann wird schließlich um 20 Uhr die Entscheidungen der Jury verkünden und die Preise vergeben.

Mehr Infos zu den Autoren, deren Lebensläufe und Gedichte finden Sie unter: www.literarischer-maerz.de

 

24 Comments on “113. Literarischer März mit 12 Autoren

  1. Pingback: 14. In eigener Sache « Lyrikzeitung & Poetry News

  2. Ein bißchen mehr Spiel? Ja! Was die Trauben betrifft: Meine (spielerische) Frage richtet sich an Autoren, die seine Lyrik offenbar nicht schätzen, also nicht an die ganze junge Szene. Klar – es sind noch Gedichte zu schreiben jenseits von Kling. Keine Frage!

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  3. definiere: unterschied zwischen geschmacksurteil und qualitätsprüfung.

    historisch gesehen ist es so: nicht nur kling wurde nie eingeladen – stolterfoht? donhauser? etc. oswald egger war nie da (beworben?), jan wagner hat nie einen preis gewonnen, obwohl zweimal eingeladen. lutz seiler hat auch keinen preis erhalten. monika rinck wurde nie eingeladen, vermutlich weil sie sich nie beworben hat. dieter m. gräf erhielt gleich zweimal einen preis, den einen unter fragwürdigen umständen, weil er schon ein jahr übern l&l-zenit war, biologisch. aber da war der döring vor, dass so etwas gelten konnte. damit wären aber auch schon alle großen mißgrisse des l&l-preises beschrieben. eine weitere einschätzung ist folgende: der hauptpreis geht meist an jemanden, der kriterien erfüllt, die sich speisen aus einem schielen auf ein nicht vorhandenes publikum oder einen nicht vorhandenen kanon. der erste nebenpreis (leicht zu erkennen jedes jahr wer das ist), geht an den, der die lyrik wirklich voranbringt. ein weiter preis wird mmeist ratlos an irgendwen vergeben, quotentechnisch (frau/hund/jung/unerwartet/schwanzwedelnd/ etc)

    warum dackeln alle dichter diesem kanon hinterher? das geld ist lächerlich gering und alle haben es verdient, pauschal gesagt.

    der rest? schützenfest. bilden wir unseren eigenen kanon.

    und zwar einen kanon aus verbindlichkeit. ohne schielen ohne „einschätzen“, sondern nach relevanz. darüber kann man streiten. aber es ist das oberste kriterium. dann ergibt sich, was man behalten möchte, von ganz alleine. und der rest ist jahrmarkt, nehmt mit, was kommt, ihr habt nur ein leben und geld ist allerort vonnöten.

    ein bißchen mehr spiel, so ernst ist das auch nicht.

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    • was muss ich mir unter ’so ernst ist das auch nicht‘ vorstellen?

      sitzen wir gemeinsam eines abends am lagerfeuer, es ist gemütlich, angeheitert, und wir haben eine gute zeit so allgemein. dann holt jemand seine gitarre raus – wir sind gespannt, haben ihn noch nicht gehört – und fängt an zu spielen. und zwar extrem schlecht. ohne rhythmus, die saiten sind ungestimmt, er trifft auch so die töne nicht, einfach grässlich. sollen wir nichts sagen, weil es ja mehr spiel ist, weniger ernst? soll ich gehen, die gruppe und das angenehm wärmende lagerfeuer und euch andere verlassen, aus respekt vor der selbsteinschätzung des spielenden, ist es doch nur mehr spiel, weniger ernst, es nicht um leben und tod geht, man fünfe auch mal grade sein lassen kann?

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      • zu rd: woran man sieht, dass du kein spieler bist. ich sprach nicht von verstellen, heucheln und wegdrücken. das wäre ja genau jenes ernstnehmen, aus dem du scheinbar nicht rauskommst.

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      • und was machst du überhaupt an so einem ekligen lagerfeuer. selbst schuld.

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      • das frag ich mich auch manchmal. aber dann reicht mir jemand ein bier, wir unterhalten uns gut über alles mögliche und nichts, obwohl ich die frage nicht richtig verstanden hab, und die frau, bemerke ich grade, die sich wie zufällig neben mich setzt und mit mir anstößt, sieht nett aus, wenn sie lächelt. wer will denn dann schon gehen. außerdem schmeckt der selbstgemachte kartoffelsalat alles andre als schlecht.

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  4. …die Ähnlichkeiten der Textproben können auch darauf schließen lassen, dass man als Autor der zu einem Wettbewerb schickt, solche Texte aussucht, die einem Juryverständnis von Gedichten (auch Vorjuries haben so etwas) entgegenkommen. Wie so ein Verständnis auch aussehen mag, ich will in keinem dieser Köpfe drin sein. Es ist verständlich, wenn man als Autor die Gewinnchancen optimieren will. So machen ein paar das Rennen und andere nicht. Wie gesagt, auch was hingeschickt. Ich ärgere mich aber inzwischen, dass ich es getan habe. Denn es dürfte allen klar sein, auch wenn man es nicht ausspricht, dass ein Wettbewerb wie der L&L-Preis nicht die Qualität unterschiedlicher Schreibansätze thematisiert, sondern auf Geschmacksurteile abzielt. Dafür muss man sich nur anhören, was Drawert und Co an Kommentaren raushauen. Wahlweise sitzt man dafür im Publikum oder als Gegenstand der Diskussion auf der Bühne. Ich möchte auch nur kurz auf die übliche Praxis hinweisen, die Wettbewerbsjuroren bei den vergangenen Gewinnern zu rekrutieren. Zum Beispiel sitzt in der Vorjury ein ehemaliger L&L-Preisträger, von 71. Das DIN-Format sollte man sich aber selbst verordnen und keiner Karriereveranstaltung überlassen. Auch weil die Funktionäre sich von der Aufmerksamkeit ermutigt Autorität in Sachen Gedicht anmaßen. Allen eingeladenen Rennpferden trotzdem viel Erfolg.

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  5. Klings Lyrik ist zu einem guten Teil meine Sache, aber ob das mit hochhängenden Trauben zu tun hat, scheint mir zweifelhaft … jeder macht doch SEIN ding.
    Und meins speist sich ansatzweise eher aus anderer Leuten Schrieb bspw. des Höllerers.
    vielleicht ma walter fabian schmid fragen? 🙂

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  6. Einmal war Thomas Kling doch bei diesem Wettbewerb anwesend. In dem Jahr, als ich nach Darmstadt eingeladen wurde, war er der „Ehrengast“ – und las auch, u.a. sein Gedicht „Die Modefarben 1914“ (aus dem Band „Fernhandel“).

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    • Immerhin: Ehrengast. Das war 2001. Da hatte Thomas Kling sich als herausragender Lyriker längst etabliert. Wie ich in persönlichen Gesprächen mit jüngeren Poeten erfahren habe, ist Klings Lyrik nicht jedermanns Sache. Hängen die Trauben zu hoch?

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      • das ist ehrlich die einzige mögliche erklärung, die dir kommt? wer kling nicht mag, der kann keine lyrik?

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  7. Ich beantworte gern die Frage:
    „Ich würde gern wissen, sind die Proben der Autoren repräsentativ für ihre Einreichungen?“
    Es steht zu vermuten (oder anders:) … ich, und ich gehe davon auch bei allen anderen aus, wurde gefragt, welches gedicht ich auf der webseite haben will … daher auch mein leichter schock, als ob es eine art lehrerstreich gibt, und ich bin nicht eingeweiht oder so … im moment sehe ich mich da in einer grundübereinkunftsstimmung, an der ich nicht recht teilhabe bzw. teilhaben kann/mag

    ps.
    ja, ich habe auch ein, zwei „naturgedichte“ im paket … aber eben auch ganz anderes zeug … mal sehn wie es vor orten aussieht … wenn die lineale gezückt und die tische freigeräumt werden …

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  8. Für alle, die nicht zum Wettbewerb um den Leonce-und-Lena-Preis eingeladen werden, mag es einen immerwährenden „Trost“ geben: Auch Thomas Kling soll sich vor Jahr und Tag vergeblich um eine Teilnahme bemüht haben. Ich hoffe, daß die damaligen Mitglieder der Auswahljury heute noch vor Scham erröten.

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    • vielleicht wird es kling ein trost sein: hat er es als toter indirekt doch noch geschafft. irgendwie. als hätte von hagens mitgemacht.

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    • Ich melde mich freiwillig. Wenn ich eingeladen wäre, hätte ich natürlich überhaupt keinen Grund, mich zu beschweren.

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      • dito mit einschränkungen (alle schaltjahre lese ich auch mal ein gedicht von anderen, und wenn ich daran denke, wer alles sonst nicht dabei ist, nur so als leser, dann läuft es mir kalt den feisten rücken runter). – aber das kann nicht den schock mildern bei manchen der texte, die man da jetzt ausgewählt lesen darf.

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    • Detto. Ich würde gern wissen, sind die Proben der Autoren repräsentativ für ihre Einreichungen? Gibt es mehr Heterogenität? Schon klar, die Autoren unterscheiden sich. Aber es wirkt sehr aus demselben Stall, mit Qualitätsspitzen nach oben und unten.
      Wie doll soll ich den reingucken?
      Personalpronomem, Grammatik und wie beides verwandte Ostereier legt?

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  9. Ich wird gewinnen. Und Du bekommt einen der Förderpreise. Das ist gut.
    Davon haben wir beide was.

    Die Textproben auf der Seite des Wettbewerbs machen die Unterscheidung der Autoren ziemlich schwer. Allenfalls Farbunterschiede.

    Popp die Wette gilt, auch Küchenmeister und Rudolph.

    Jemand kommentiert ja immer zuerst solche Meldungen

    heute ich,

    Wan Tan

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