169. Das „ekstatisch-empirisch-esoterische mOMent“ der Direkten Dichtung oder: Das Scheinparadoxon der Jülicher Transrealistik (EEE-Teil 1)

„Seine Tendenz zur Normalität entsprach einer Persönlichkeit, die durch die Konfrontation mit dem Unbewußten nicht entwickelt, sondern nur gesprengt worden wäre. (…) Man kann wohl sagen, daß das heutige Kulturbewußtsein, insofern es sich philosophisch reflektiert, die Idee des Unbewußten und deren Konsequenzen noch nicht aufgenommen hat, obwohl es seit mehr als einem halben Jahrhundert damit konfrontiert ist. Die allgemeine und grundlegende Einsicht, daß unsere psychische Existenz zwei Pole hat, bleibt noch immer eine Aufgabe der Zukunft.“
Carl Gustav Jung (‚ERINNERUNGEN, TRÄUME, GEDANKEN‘, 1961)

G&GN-Institut, Berlin-Neukölle (Ende Februar 2010) / Angeregt durch die beiden jüngsten Kommentare seitens Thien Tran & Anonymus über angeblich esoterische Tendenzen innerhalb der Lyrik von Tom de Toys, versucht das G&GN-Institut nun anhand von öffentlich zugänglichen sowie noch unpublizierten Texten diverser Institutsmitarbeiter diese Interpretation der Direkten Dichtung nachzuvollziehen und vorallem zu verstehen, ob sich der „junge“ Literaturbetrieb generell von der DIREKTEN DOKUMENTATION „SEELISCHER“ DIMENSIONEN ZUGUNSTEN EINER SOGENANNTEN „SACHLICHEN“ EBENE distanziert oder inwiefern es sich um ein Mißverständnis handelt, das die ambivalente Bedeutung des Begriffs Esoterik mit sich bringt, wenn dieser absurderweise in die Nähe von Zen gerückt wird, also einer Haltung, deren traditionelles Anliegen es ist, die Wirklichkeit gerade nicht als „geheim“ zu empfinden sondern als ERFAHRBARES TOTALES „JETZT“:

„Als ein Meister des Zen einmal gefragt wurde, was Zen sei, erwiderte er: ‚Eure Alltagsgedanken.‘ Ist das nicht klar und ehrlich? Zen hat gar nichts zu tun mit Sektierergeist irgendwelcher Art. Christen können Zen ebenso ausüben wie Buddhisten, genau so, wie große und kleine Fische zufrieden miteinander im selben Ozean leben. Zen ist der Ozean, Zen ist die Luft, Zen ist das Gebirge, Zen ist Donner und Blitz, Frühlingsblume, Sommerhitze und Winterschnee; ja mehr als das, Zen ist der Mensch. Unter all seinen Förmlichkeiten, Überlieferungen und Überbauten, die sich in seiner langen Geschichte angehäuft haben, im Grunde lebt dieser Kern des Zen fort. Sein Hauptverdienst liegt darin, daß wir in diese letzte Wirklichkeit hineinzuschauen vermögen, ohne irgendwelche Ablenkung. (…) Alles in allem: Zen ist -was nachdrücklichst betont sei- eine Sache persönlichen Erlebens. Gibt es irgend etwas in der Welt, was man als reine Erfahrung bezeichnen könnte, so ist es Zen. Weder ein Berg von Büchern, noch eine Unzahl von Lehrern machen je einen Menschen zum Meister des Zen. Das Leben selbst muß in der Mitte seines Flusses erfaßt werden…“
Daisetz Teitaro Suzuki (1958, in: ‚DIE GROSSE BEFREIUNG‘; übersetzt 1969: Rascher-Verlag)

„Lieber Tom, ach, wenn Du hier unser deutschsprachiger Zen-Meister-Dichter bist, (…), dann hat das, was Du tust nur wenig mit Buddhismus zu tun, zumal Dein Verständnis der Null wohl eher ESOTERIK ist, eine aufdringliche Mischung aus christlichem Gedankengut (Glaube, Liebe, Hoffnung) und fernöstlicher Schule oder Philosophie (…)“
Thien Tran (5.2.10, Lyrikmail-Kommentar zum Gedicht #2139 „Reduktion I“)

„ach, herr de toys, aus ihnen spricht wie immer der blanke neid. und alles nur, weil sie es mit ihrer esoterischen lyrik nie in die von ihnen erwähnten anthologien schaffen. nichts für ungut, herr kollege.“
Ein unter falschem Namen auftretender Anonymus (19.2.10, L&Poe-Kommentar zum Ticker „Poesielabel Perplex“, 17.2.10)

„Es ist ganz sicher, daß das Geheimnisvolle zum Träumen verleitet und der Welt eine Tiefendimension gibt, und daß im Gegensatz dazu die tagtäglichen Dinge an Reiz verlieren. Deshalb hegen die Esoteriker gern das Geheimnisvolle. (…) Die Etymologie des Wortes ‚Esoterik‘ läßt die Notion des Geheimen mitschwingen, indem sie zu verstehen gibt, daß man keinen Zugang zu einem Symbol, einem Mythos oder zur Wirklichkeitswelt haben kann ohne ein persönliches Bemühen um eine stufenweise, progressive Erläuterung, d.h. ohne eine Art Hermeneutik. Ferner gibt es auch kein allerletztes Geheimnis, sobald man einmal entschieden hat, daß alles geheim sein soll.
Antoine Faivre (1992, in: ‚ESOTERIK‘; übersetzt 1996: Aurum-Verlag, Edition Roter Löwe)

Antoine Faivre (vom Religionswissenschaftlichen Institut der Sorbonne, Paris) rückt so manchen berühmten Dichter in seinem Buch „Esoterik“ (1992, Presses Universitaires de France) in die Nähe des Esoterischen: Oscar Venceslas Milosz, William B. Yeats, Aleksandr Blok, den Surrealisten André Breton, Fernando Pessoa und den deutschen Maler & Dichter Joseph Anton Schneiderfranken (alias Bo-Yin-Ra, 1876-1943: „Das Buch der Gespräche“, 1920). Über den Seelenforscher Carl Gustav Jung (1875-1961) schreibt er, dessen „nicht reduktionistische Orientierung seines Denkens hat ihm die Entdeckung erlaubt, daß alchemistische Transmutation und die Symbolik ihrer markierten Pfade eine hochpositive – da trans-formierende – Arbeit der Psyche auf der Suche nach ihrem eigenen Gefüge, nach ihrer ‚Individuation‘, darstellt.“ Hier drängt sich uns die Verwunderung auf, daß gerade im wörtlichsten Sinne „junge“ Dichter genau das abzulehnen scheinen, was doch gerade ein Markenzeichen der Jugend ist: DAS TIEFE RINGEN UM SINN UND LETZTE FRAGEN. In anderen Epochen wie der Beat-Generation (hier könnten nun unzählige Zitate von Alan Watts bis Allen Ginsberg folgen!) war die „esoterische Suche“ die Voraussetzung für schriftstellerische Tätigkeit schlechthin, nur nannte man das damals eher „spirituell“ oder sogar „religiös“, was aber im Kontrast zu jeder angestrebten Versachlichung von emotionalen Ereignissen als synonym mißverstanden wird. Bedenkt man die seelische Besessenheit, mit der Malewitsch sein „Schwarzes Quadrat“ entwickelte, oder die Konkrete Poesie ebenso wie manch sprachmagisch inspirierter Dada geradezu zwanghaft versuchten, eine EXISTENZIELLE ESSENZ der sogenannten „Wirklichkeit“ künstlerisch einzufangen, dann erstaunt umso mehr, warum sich eine ganze junge Generation von deutschen Dichtern ideologisch von „esoterischen Ebenen“ abgrenzen muß, um ihren vermeintlichen „Stil“ als Conradi-salonfähig zu legitimieren, der dann allerdings absurderweise vor lauter neologistischen, grammatikalischen und metaphorischen Originalitätsbemühungen derart ins Willkürlich-Hermetische abdriftet (wie z.B. die Tranig naiv-faszinierte Fastfood-Verwertung der Zahl Null zeigt), daß nicht nur der Echtpop-Veteran Brinkmann sondern selbst Celan (der ja ganz offensichtlich bei vielen der Fraktion „Jetzt“ als Vorbild gilt) noch unesoterischer wirken!

Bruno Brachland, Nr.11, 6./7.2.1999

ÜBER(N)ACH(T)

sich im alltäglichen
spiel verlieren
während die regierung
sämtliche gesetze ändert
jeden nächstbesten
ersatz gutheißen
der Das echte LEBEN
wirklich MACHT
so wirklich
daß es scheint
als ob Nichts fehle
jedenfalls nichts greifbares
obwohl selbst seele nur
noch ein wahnhaftes wort
für unmögliche wünsche War
in zeiten wo fast
Alles körperlich entgrenzt
um die beweise gegen
gott nachzuvollziehen
bis die sinne SINN erzeugen
ohne große geister zu beschwören

Seltsamerweise lassen sich seit einigen Jahren sogar gleich zwei parallele Trends in der Gesellschaft beobachten, die nicht gegensätzlicher sein könnten: einerseits wird viel medialer Wind um die angebliche Renaissance der Gattung Lyrik gemacht (obwohl selbst Auschwitz nur zu ihrem Fake-Suizid führte und bei den literarischen Adlon-Popperzombies mündet), andererseits tendieren immer mehr Menschen zur „ganzheitlichen“ (bzw. grenzwissenschaftlichen) Beschäftigung mit sich selbst bzw ihrem SELBST: Yoga, Taijiquan, Zazen, transpersonale Psychotherapie, Quantenphysik, Astrologie und Astronomie, Neurophilosophie und „sogar“ Lyrik stehen bei solchen Menschen hoch im Kurs, die sich NICHT OBERFLÄCHLICH sondern „sinnsuchend“ mit sich selbst auseinander- und zusammensetzen wollen! Darum ist ein gewisser reziproker Effekt der zeitgenössischen Lyrik umso spannender: der Bedarf nach „innovatiefen“ Gedanken steigt zwar allgemein, aber wird eben nicht von solchen „hoch“-literarisch sublimierten Texten befriedigt, die in ihren eigenen elitär-kapitalistischen Zirkeln zirkulieren. Repräsentativ ausgerichtete Leseshows in Rathäusern und Museen sowie Preisspektakel in Vereinen und Verlagen möchten zwar gern all jenen Millionen Menschen, die diesen meist katastrophal langweiligen Literaturorgien in Anzug und Doktortitel nicht live beiwohnten, suggerieren, sie hätten den einzig wichtigen Event des Vortages verpaßt und damit quasi „sich selbst“ (denn laut Hilde Domin spiegelt ja der Dichter den seelischen Tiefgang des Lesers in einem exemplarisch erlebten und darum poetisch verwertbaren Augenblick), aber das Aberwitzige daran ist, daß eben diese suggestive Kraft der germanistischen Inzucht-Boulevardpresse das schlechthin esoterischste Element am ganzen Betrieb darstellt, weil es ähnlich hypnotisch funktioniert wie Laufstegmode: je durchsichtiger die kaiserlichen Klamotten desto kostbarer, weil sie einen „ernsten“ (offiziös-legalen) Blick auf die letzte tabuisierte Wahrheit gestatten: das nackte Fleisch, das ansonsten nur für Chirurgen und Bordells reserviert bleibt!

DNÄ (Der Nachäffer), 27.1.1999

ESOTERISCHE ENTROPIE (E²-TERRE)

jahrtausende
am eignen leibe
abgearbeitet
mit letztem mut
die sätze produziert die
glaubensschulen über-
treffen ohne eine
neue botschaft zu
verkünden frei und
frech die fülle
des weltganzen als
DIE EIGENTLICHE LEERE
sch(w)ätzen lernen nur
aufgrund der grundlosen
anwesenheit
gesetze schaffen weitere
gesetze regeln die gesetze
um das leuchten mancher
zellen zu versachlichen
den lebenshunger in das
internet verbannen !
wo der integrale frieden
– einsam und vernetzt –
STILLSCHWEIGEND
ausgesessen wird anstatt
die postmodernen parks
mit liebenden zu über-
sähen Jetzt
Ist Endlich Etwas klar:
das echte loch ermöglicht
zentnerschweren kindern
WIRKLICHKEIT
auf allen ebenen

An anderer Stelle bemerkten wir bereits, daß sich bei einer Umfrage im Umfeld des G&GN-Instituts herausstellte, daß „normalsterbliche“ Lyrikfans (Leselaien) aus anderen Berufsfeldern (wie Medizin, Jura, Müllabfuhr und Schneeschaufeln) meist große Probleme damit haben, die neuere Lyrik für ihr seelisches Alltagsleben kreativ anstatt nur respektiv-konsumistisch zu verwerten, weil das pseudosachlich-ÜBERINDIREKTE (metaphorische oder semiphilosophische) Moment preisgekrönter Texte schnell zu einer instinktiven Interpretationsblockade führt, die sich natürlich durch übereifriges höfliches Applaudieren auch journalistisch leicht vertuschen läßt. Trotzdem weiß jeder insgeheim, daß das erhoffte „nackte Fleisch“ schimmlig war. Prophylaktisch publiziert darum so mancher stolze Dichter natürlich auch überkompensatorische Ausnahmetexte (die manchmal bis ins slamtauglich Komödiantische reichen müssen!), die zwar ontogenetisch ihre Frustration über die eigene stilistische Redundanz ausbalancieren sollen (was dann aber aufgrund des Mangels an metapoetologischer Basis eher prätenziös anrührt), aber im laufenden Betrieb zur billigen Abwechslung mithilfe über-direkter erotischer, politischer oder vulgärsprachlicher Effekte dient, um den „Ernst“ des ansonsten übersublimierten „zeitgemäßen“ Stils zu untermauern. Was allerdings wirklich zeitgenössisch relevant und sogar zeitgemäß ist, oder besser: war – DAS stellt sich historisch leider oft erst posthum heraus, und selbst dann ist oft noch nicht einmal das Werk selber gemeint, sondern dessen plötzliche „sensationelle“ Markttauglichkeit ausschlaggebend, denn der Tod (als materieller Schock) bleibt als letztes Kleidungsstück der ontischen Nacktheit (neben der Liebe als spiritueller Schock) jenes große esoterische Element, das weder Preisträger noch Präsidenten mit noch so vielen Nadelstreifen neokonservativ liberal (gewollt „lässig“) übermalen können. Und DIESER Respekt vor den letzten „geheimnislosen Geheimnissen“ unseres Daseins hat eine mystische Tragweite, der man nicht gerecht wird, indem man nur ein „großes“ WORT als selbstreferenzielles Buchstabenkombinat aus dem historisch bewährten Baukastensystem der „letzten“ (poetisch anmutenden) Wörter taktisch in ein Gedicht einbettet wie eine schnell hingepustete gefrorene Riesenseifenblase – umgeben von flirrend heißer Luft, die den Mißbrauch der freien Buchstaben als Monitorstrichverband relativieren sollen. Eine Null bleibt eine Null bleibt eine Null… gegen diese mystisch-monströse XXL-Matrix der mathematischen Leerstelle (dem erfahrbaren Loch!) hilft weder die eine noch die andere Pille, hier bleibt jeder Dualismuß von Eins bis Unendlich auf der asymptotischen Rennpiste nach diversen Erschöpfungs- und Erhebungsschleifen liegen! Und vielleicht klingelt erst dort irgendwo in diesem unerhört transtopisch aufgerichteten gekrümmten Elementarraumzeitgefüge das Handy mit der entscheidenden SMS: „Kommst Du mit ins Grüne? Die Sonne scheint!“

ONLINE-QUELLENANGABEN:
Thien Tran (5.2.2010, Lyrikmail-Kommentar zum Gedicht #2139 „Reduktion I“):
http://www.lyrikpost.de/blog/2010/02/04/lyrikmail-2139-tran/#comment-10625
https://lyrikzeitung.wordpress.com/2010/02/17/poesielabel-perplex/
Bruno Brachland, Nr.11, 6./7.2.1999 „ÜBER(N)ACH(T)“:
http://www.wulle.de/GGN/BrunoBrachland/uebernacht.html
DNÄ (Der Nachäffer), 27.1.1999 „ESOTERISCHE ENTROPIE (E²-TERRE)“:
http://www.wulle.de/GGN/DerNachaeffer/esoterischeentropie.html
ERSTVERÖFFENTLICHUNG DIESER PRESSEMELDUNG AM 25.2.2010 @ MYSPACE-BLOG:
http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=482406116&blogId=529870971

13 Comments on “169. Das „ekstatisch-empirisch-esoterische mOMent“ der Direkten Dichtung oder: Das Scheinparadoxon der Jülicher Transrealistik (EEE-Teil 1)

  1. Tom de Toys, 5./6.8.2011

    STOßGEBET EINES ZEN-MEISTERS BEIM SEX

    Meine neongrüne hirnhaut…
    Meine blutorangen herzklappen…
    Mein goldenes seelenflimmern…
    Mein lapislazuli leuchtender leib…
    Meine größten gelben gefühle…
    Meine demütigen lila gedanken…
    Mein harter gläserner schwanz…
    Meine rosa erinnerungen…
    Meine türkisen visionen…
    Meine hellgraue müdigkeit…
    Mein dunkelgraues vergessen…
    Mein schwarzes nichtsein…
    Mein weisses unendlichsein…
    Dein weisses unendlichsein…
    Unsere kunterbunt glitzernde liebe…
    Unser gemeinsames blühen und welken…
    Unser dahintreiben in lichtfluten…
    Unser ocker gestreiftes wissen…
    Unsere farblos geteilte leere…
    ___________________________________
    (c) Copyright by http://www.MOBILFOTOMIE.de

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  2. Pingback: 4. Das “ekstatisch-empirisch-esoterische mOMent” der Direkten Dichtung oder: Die Gähnialität des transdualistischen Lochismuß’ (EEE-Teil 2) « Lyrikzeitung & Poetry News

  3. ach, und wegen dem zweiten amazon-link bzgl esoterik verweise ich, der leibhaftige t. DE t. im auftrage des großen bruders DR.LOCH, den herrn thien tran trullala (ohne de) auf unseren dada-kollegen HANS ARP, der noch kitscher war als all die esoterischen bücher über dualseelen und anderen hokuspokus, den sie gelesen haben:

    „Ich bin weder groß noch klein.
    Ich komme aus dem Umrißlosen“
    (Hans Arp, aus dem Puppen-Zyklus)

    LASSEN SIE SICH NICHT DAVON VERWIRREN, ES BESTEHT KEINE GEFAHR: ER IST TOT!!!! DER KASPAR IST TOT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    KARL KROLOW (kennen sie bestimmt, oder? herr tran, aaaaaaufwachen, ich rede mit ihnen!!!! oder muß ich wieder die peitsche holen????) sagte 1991 über HANS ARP:

    „Arps dichtung – so verstanden – erleichterte durch ihr -Vorhandensein und ihre Wirksamkeit unsere zeitgenössische Lyrik von mancher schwerblütigen Mystifikation, mancher tiefsinnigen Verlegenheit, aus Metaphern-Dschungeln und anderen Verhäkelungen im poetischen Garn, das gesponnen wurde.“

    nun haben sie, herr t.t. natürlich IHR garn sehr lange gesponnen, bevor sie mit den fertigen knoten in die welt auszogen, da sei eine „gewisse“ leichtfertige verwendung von nullen natürlich verzeihbar, wenn es mich auch verlegen macht. immerhin begreife ich nun, daß sie KEINE schwerblütige mystifikation anstrebten – und so liest sich ihre redundanz ja auch: sie plätschert belanglos wichtigtuerisch vor sich hin und wartet auf dn nächsten höflichien applaus… (nein nein, sie brauchen auch das jetzt nicht zu verstehen, ES IST ZU WIRR FÜR SIE!!!!!!)

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  4. aber warum denn „leider“??? vielen dank für die vielen tollen heißen lese-tipps!!! ich habe mir sofort folgendes bestellt, in der hoffnung, daß AUCH ICH noch lerne, andere NICHT zu verwirren 🙂

    „kinderkinder 01. Null Bock auf Lernen?: So fördern Eltern die schulische Leistung ihrer Kinder“

    die anderen empfohlenen bücher erschienen mir in meinem ZUSTAND NICHT-NULL noch zu schwierig…

    könnten sie mir, verehrter herr von tran „leider“ noch erklären, was sie mit ihrer formulierung „gewisse gesellschaftliche Realität“ meinen? oder würde MICH das dann genauso verwirren wie ich sie??????????????????????? bleiben sie tapfer bei ihrer linie, es kann ihnen nichts passieren! jede linie besteht mathematisch sowieso nur aus „aneinander gereihten“ nullen, was mit verlaub natürlich ein koan ist (falls sie das wort schon kennen? es bedeutet das gegenteil von kanon), denn das einzige, was nicht linear geschaltet werden kann, ist ja die null, aber ich will sie hier nicht weiter verwirren, denn sie lesen ja sowieso am liebsten realitätsnahe KRIMIS, wie ich der amazon-seite entnehme – spannend spannend 🙂

    ach… ach ach, noch ein hinweis bzgl der RELEVANZ meiner gedichte, die ja eine ziemliche spannbreite an themen und sogar stilen einnehmen (von bösester pseudo-esoterik bis bitterster polit-slamistik). ich hab da ein bonbon für ganz tranige zum „gewissen gesellschaftlichen“ aufwachen:

    http://www.wulle.de/GGN/TomToys/faschistchrist.html

    = „WEDER FASCHIST NOCH CHRIST“ vom 8.5.1994

    http://www.wulle.de/GGN/BrunoBrachland/ueberluft.html

    = Bruno Brachland, Nr.14, 26.-27.2.1999:

    ÜBERLUFT
    (- KÖLN KATASTROPHAL -)

    (…)
    kleinbürgerlicher prahlerei
    an einem stinknormalen freitag
    einer stinknormalen woche
    unter grünen gürtellinien
    (…)
    verklemmter kinder reicher eltern
    lauert kölscher witz spontaner
    unspontaneität studenten links
    studenten rechts die überholspur
    vollklimatisierter parkhäuser
    (…)
    für langweilige pseudoliteraten mit profilneurose
    eine halbe stadt im aufwind
    ihres muffeligen mundgeruchs
    mit permanentem karne
    ohne karneval

    für thien tran zurechtgekürzt, um: ihn nicht noch mehr zu verwirren 🙂

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  5. Da hier ein gewisser Herr De Toys meint, über die so klägliche Kommentarfunktion, zu einer Deutungshoheit über die „Null“ gelangen zu können, und dabei mein Gedicht „Reduktion I“ und meine Souveränität als Autor in Frage stellt, fühle ich mich doch dazu genötigt, dieses definitorisch ausschließende Moment des detoyschenansatzes, als ob er die Wahrheit, udn nichts als die Wahrheit gepachtet hätte, etwas entgegenzuhalten, um mein Gedicht zu verteidigen.

    Ich verweise vorerst auf folgenden Link bezüglich der möglichen Verstehensweisen der Null:

    http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Dstripbooks&field-keywords=null&x=0&y=0

    ***

    Da De Toys anscheinend auch nicht kapiert, was ich mit „esoterischer Lyrik“ gemeint habe, muss ich leider auch noch auf diesen Link verweisen:

    http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Dstripbooks&field-keywords=esoterik&x=0&y=0

    Daran sieht man ganz gut, von welcher Konstistenz die toyschen Gedichte sind, und wie weit entfernt von einer gewissen gesellschaftlichen Realität, also auch nicht besonders relevant, soll heissen: unbrauchbar, unerheblich für den Gegenwartsdiskurs.

    Machen Sie e gut, ich habe besseres zu Tun, als auf ihre wirren Schreibereien einzugehen.

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  6. michael, danke für deine myspace-message! ich kannda nicht antworten, weil die klick-funktion zum „antworten“ nicht funktioniert, ja ein einziges leid mit den programmen, und stattdessen wird alles aber auch alles hier öffentlich ausgetragen 🙂 vielleicht noch ein kochrezept gefällig? orélie octobre ist inzwischen heimliche 5-sterne-köchin, wie ich gestern leibhaftig erfahren durfte 🙂

    ZWISCHEN den zitaten von Suzuki und t.t.-zitat FEHLT leider auch die LEERZEILE, deshalb ist es mir optisch entgangen 😦 oh mann, daß du meistens so schnell mithalten kannst mit allen informationen und bitten, ist echt bewundernswert. ich finde du solltest schon allein für dein engagement als lyrikzeitungs-hrsg einen preis bekommen (aber natürlich nur, wenn ich einen anteil abkriege 🙂

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  7. übrigens könnte der kommentar von STAN LAFLEUR beim 80. geburtstag von rühm vonwegen köln auch ein fake sein, DAS solltest du mal überprüfen, michael, denn so ein kurzer, eigentlich nicht besonders viel sagender satz paßt ja nun auch nicht zu stan… oder? ehrlich! (das meine ich nicht, weil er auf meine reaktion nicht mehr einging, sondern weil ich ihn ansonsten eigentlich mit spannenden ausführlichen bemerkungen in seinem eigenwilligen wiedererkennbaren schreibstil kenne und schätze!)

    P.S. an RON WINKLER: ich habe da evtl eine ahnung, wer deinen namen vielleicht mißbraucht, denn der ausdruck „nichts für ungut, herr kollege“ und der schnoddrige tonfall an sich erinnert mich sehr sehr stark an eine ganz bestimmte kollegIN (ja, eine dame!), die seit jahren paranoide tendenzen (statt echte intendenzen) nicht nur gegen mich hegt (weil sie sich einbildet, ich hätte sie bei einem projekt nach juristischen maßstäben betrogen), sondern die immer wieder damit auffällt, INTRIGEN gegen kollegen zu spinnen, um diese sogar gegeneinander aufzuhetzen… klingelt es da bei dir? gibt es bei DIR evtl auch jemanden INNERHALB der szene, der sich aufgrund einer zwanghaften kränkung oder zurückweisung oder unterstellten falschbehandlung an dir „rächen“ will??? denn die dame, die ich meine, liest sowohl lyrikmail UND lyrikzeitung. es ist ja schon erstaunlich, daß ziemlich zeitnah das thema „ESOTERIK“ in BEIDEN kommentarforen auftaucht und mir solch ein „vorwurf“ vorher noch nie gemacht wurde. vorallem nicht so beiläufig ordinär hingerotzt, was ich DIR sowieso EIGENTLICH nie zugetraut hätte, da ich dich als einen erwachsenen menschen mit differenzierten manieren einschätze 🙂 in diesem sinne tut es mir auch leid, es ärgert mich, daß ich so IRRITIERT, ja irgendwie GESCHOCKT war von dem kommentar, und dadurch so geblendet, daß ich gar nicht dran dachte, daß das ein fake sein könnte!!! um mit michael zu sprechen: „kinder kinder“… ja… vorallem: wenn ich deinen jüngsten „kosmischen“ lyrikmail-beitrag lese, dann frage ich mich, warum „du“, oder besser: DIESES gedicht von dir, nicht auch den esoterik-vorwurf bekommen könnte? daran wird mir klar, wie extrem VAGE der begriff „esoterik“ von thien tran verwendet wird, und meine streitlust bezieht sich da wirklich auf eine riesige neugier meinerseits, ob man hier womöglich echte KRITERIEN herauskristallisieren kann, die TATSÄCHLICH zur unterscheidung verschiedener ansätze oder motivationen oder themenkreise führen – und die dann sogar wirklich zu trends oder nicht-trends führen. manchmal ist es aber auch viel „billiger“ zu erkären, wer mit wem oder wer nicht: daß ich z.b. NICHT eingeladen wurde, bei dumonts erstem Jetzt mitzumachen, führe ich eigentlich auf eine völlig private, simple schote zurück, die rein garnichts mit der qualität oder poetologie der texte zu tun hat, sondern damit, daß ich Björn Kuhligk wegen 3 vorfällen zwischen 1998 und 2000, wo er sich total snobistisch daneben benommen hat, überhaupt nicht mehr als mensch ausstehen kann, ich ekel mich regelrecht vor ihm bzw vor seiner aroganten, elitären, karrieregeilen egomanen ART, die er damals an den tag legte, vielleicht auch altersbedingt, denn DAMALS war er ja wirklich noch SEHR „jung“… auch der naive kommentar von RAINER STOLZ mir gegenüber von auge zu auge, ich wäre im Jetzt nicht vertreten, weil ich ja „noch nie in wichtigen zeitschriften gedruckt worden wäre“, was SEINER meinung nach als auswahlkriterium gegolten hätte, war ja einfach nur peinlich (ich muß hier nicht sagen, seit wie lange ich bereits in wievielen magazinen gedruckt wurde, denke ich, es ist ja doch allgemein bekannt, daß ich bereits seit 2 jahrzehnten unterwegs bin, da sammelt sich ja einiges an, egal wofürs gut ist). zumal er dann noch meinen begriff der LYRIK LOUNGE von der live-literatur-reihe in der galerie engler & piper auf der kastanienallee (die gibts heute nicht mehr) für die von ihm verantwortete gedichtecke im stadtmagazin tip zeitnah geklaut hat. wobei ich hier relativieren muß, daß ich selber erst 2 jahre später zufällig erfuhr, daß es bereits eine band (rap, hiphop, slam?) mit diesem namen gab, in münchen glaube ich. da mußte ich natürlich schlucken, denn ich klaue nun wirklich nicht gerne wörter sondern freue mich wie ein kind, wenn mir ein neologismus oder ein alliterarisches wortspiel einfällt, das noch unbefleckt ist…

    wie auch immer, zurück zu dieser fake-sache: „intendenzen“ heißt oder hieß doch deine zeitschrift, oder nicht? auch mein trademarkwort „poemie“ wird von jemandem als googlemail benutzt, da weiß ich auch nicht, ob jemand mit mir schindluder betreibt – wer weiß, in wievielen foren leute glauben, ICH wäre dort aktiv, man darf an sowas gar nicht denken, da wird einem ja schwindlig: all die singleforen, pornoforen, nicht-öffentlichen chatforen, meine güte, wer weiß denn heutzutage schon, als wieviele avatare man von anderen mißbraucht wird!!! das hat schon was groteskes… apropos avatar: dein lyrikmail-gedicht macht spaß! ist ja stilistisch nicht wirklich mein geschmack (haha!), aber DARUM gehts mir im grunde ÜBERHAUPT nicht: ich bin ja nun nicht so neurotisch „befangen“ in meinem eigenen ansatz als daß ich nicht gerne andere lesen würde, im gegenteil: ich VERSCHLINGE gedichte, deren ansatz ich nicht verstehe und die zündstoff beinhalten. jou jou jou! seit gestern abend bin ich z.b. im besitz des einzigen probekopie-exemplars eines dinA7-miniformatigen gedichtbandes mit BRANDNEUEN texten der ehemaligen 16-jährigen (heute: 26 und noch immer überkretiv!) dichterin ORÉLIE OCTOBRE, für die ich damals im tacheles eine salonlesung organisierte. sie nennt sich heute anders und taucht nirgends in der „offiziellen szene“ auf, ist aber nichtsdestotrotz noch immer poetisch unterwegs und hat natürlich einen völlig anderen stil inzwischen als „junge erwachsene“ lady. SOWAS macht mir gänsehaut, da fühle ich den geheimen puls der zeit, oder um es mit HEL zu sagen: den „unterstrom“…

    Ron, falls du wegen dem fake ne vermutung hast, die meiner nahe kommt, kannst du mir gerne nach myspace schreiben, damit wir evtl eine strategie gegen derartige „kriminelle energien“ erwägen könnten…

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