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Clemens Brentano Preis der Stadt Heidelberg 2016 geht an Thilo Krause

Der mit 10.000 Euro dotierte Clemens Brentano Förderpreis für Literatur der Stadt Heidelberg geht an Thilo Krause. Er erhält den Preis für seinen Gedichtband „Um die Dinge ganz zu lassen“ (poetenladen, 2015).

Thilo Krause wurde 1977 in Dresden geboren, wo er nach dem Abitur als Pfleger arbeitete. Anschließend studierte er Wirtschaftsingenieurwesen, promovierte in Zürich und arbeitet heute an der Zürcher Hochschule der Angewandten Wissenschaften. Nach seinem Debüt „Und das ist alles genug“ (poetenladen 2012) erschien 2015 sein zweiter Gedichtband „Um die Dinge ganz zu lassen“. Thilo Krause wurde unter anderem 2012 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet.

In der Jury-Begründung heißt es: „In das mediale Rauschen hinein setzen Thilo Krauses ruhig gehende Verse einen Kontrapunkt: Mit wenigen Worten und unprätentiöser Sprache fängt dieser genaue Beobachter Stimmungen und Lebenssituationen ein und verwandelt sie in Sprach- und Klangbilder von großer Tiefenschärfe. Das Gedicht wird hier zum Ort, ‚um die Dinge ganz zu lassen‘.“

Der Clemens Brentano Preis der Stadt Heidelberg wird seit 1993 jährlich im Wechsel in den Sparten Lyrik, Erzählung, Essay und Roman an deutschsprachige Autorinnen und Autoren vergeben, die mit ihren Erstlingswerken bereits die Aufmerksamkeit der Kritiker und des Lesepublikums auf sich gelenkt haben. Der Preis ist deutschlandweit einmalig, denn die Jury ist nicht nur mit professionellen Literaturkritikerinnen und -kritikern, sondern auch mit Studierenden des Germanistischen Seminars der Universität Heidelberg besetzt.

Der Brentano-Preis-Jury gehören an: die Literaturkritikerin und Kulturjournalistin Claudia Kramatschek, die SWR-Redakteurin Annette Lennartz, der Heidelberger Literaturwissenschaftler und Editionsphilologe Prof. Dr. Roland Reuß, Dr. Thomas Wohlfahrt, Direktor der Literaturwerkstatt Berlin, sowie die Germanistik-Studierenden der Universität Heidelberg Katharina Grünke, Markus Schork und Marcus Weiss.

Die bisherigen Preisträger sind Saskia Hennig von Lange, Maximilian Probst, Philipp Schönthaler, Alexander Gumz, Wolfgang Herrndorf, Sven Hillenkamp, Andreas Stichmann, Felicia Zeller, Ann Cotten, Clemens Meyer, Stefan Weidner, Anna Katharina Hahn, Raphael Urweider, Andreas Maier, Doron Rabinovici, Sabine Peters, Hendrik Rost, Oswald Egger, Norbert Niemann, Benjamin Korn, Daniel Zahno, Jörg Schieke, Barbara Köhler, Gabriele Kögl und Günter Coufal.

Der Preis wird am 28. Juni 2016 durch Bürgermeister Dr. Joachim Gerner in Heidelberg an Thilo Krause überreicht. Eine öffentliche Lesung des Preisträgers findet am 29. Juni 2016 in der Stadtbücherei Heidelberg statt.

Nominiert waren außerdem:

  • Carolin Callies mit „fünf sinne & nur ein besteckkasten“ (Schöffling & Co., 2015)
  • Christian Filips mit „Der Scheiße-Engel“ (Verlag Peter Engstler, 2015)
  • Nadja Küchenmeister mit „Unter dem Wacholder“ (Schöffling & Co., 2015)

weitere Informationen zum Clemens Brentano Preis

79. Hildesheimer Lichtblicke

Nachrichten aus Hildesheim:

Es scheint für das Literaturfestival Prosanova zur Gewohnheit zu werden, dass der Veranstaltungsort hinterher dem Erdboden gleichgemacht wird. Das war 2008 mit dem Phoenix-Gelände so, und es wird 2011 mit der Mackensen-Kaserne in der Senator-Braun-Allee wieder so sein. In diesen Tagen werden die Hallen, Werkstätten und Panzergaragen mit Pinsel und Farbe ein letztes Mal für das dritte Hildesheimer Festival für junge Literatur vom 26. bis 29. Mai aufgehübscht. Am morgigen Montag beginnt der Vorverkauf für die Tagestickets und den Festivalpass, der für alle rund 30 Veranstaltungen gültig ist.

Im Mittelpunkt steht die Lesung als eigenständige Kunstform. „Die Lesungen sollen bei uns nicht nur den Text des Autors transportieren, sondern selbst ein Ereignis werden“, sagt Artur Dziuk. „Bei uns bekommen die Autoren eine Atmosphäre, in denen ihr Text gut funktioniert“, ergänzt Clara Ehrenwerth. Beide bilden zusammen mit Nikolas Hoppe, Victor Kümel und Nadja Wünsche die künstlerische Leitung des Festivals. Alle fünf sind zugleich Herausgeber der Literaturzeitschrift „Bella triste“, deren 30. Ausgabe und zehnter Geburtstag auf dem Festival gefeiert wird. Darüber hinaus arbeiten mehr als 70 Studierende an der Umsetzung der viertägigen Veranstaltung.

… Die Bedeutung der Hildesheimer Literaturzeitschrift lässt sich vielleicht auch durch folgenden Umstand belegen: Im März startete die Wochenzeitung „Die Zeit“ ein spannendes Projekt. Sie fragte elf Dichter, ob sie Interesse hätten, den deutschen Politikbetrieb zu beobachten und darüber Gedichte für den Politikteil der Zeitung zu schreiben. „Die Zeit“ wählte sechs Lyrikerinen und fünf Lyriker aus, „alle nicht ausgewiesen politisch, aber leidenschaftlich und herausragend in ihrer Dichtkunst“, so Vize-Chefredakteur Bernd Ulrich. Ausnahmslos alle haben bereits für die „Bella triste“ geschrieben, zum Teil mehrfach. / Lothar Veit im Hildesheimer „Kehrwieder am Sonntag

– Mein bißchen Senf dazu. Obwohl es Prosanova heißt, lohnt es sich auch, oder soll ich sagen gerade für Lyrikfreunde. Das Motto „Literatur als Ereignis“ mag manchen an die übliche „Betriebshurerei“ – ich zitiere einen nicht genannt sein wollenden Autor – erinnern. Aber es gibt eben auch die vielen Lichtblicke. Elke Erb und Christian Filips beschäftigen sich mit „Haushaltsfragen“, Mara Genschel und Martin Schüttler liefern ihre Fassung einer gelungenen Lesung und Konstantin Ames liest in der Veranstaltungsreihe „Inselsprachen“ aus „Alsohäute“. Also auf nach Hildesheim.

Noch ein paar Splitter aus dem Programm:

Dunkellesungen

Ein völlig abgedunkelter und von allen äußeren Störungen befreiter Raum. Eine Stimme. Ein Text. Die Meditationen leiten Dieter M. Gräf, Guy Helminger

Behördengang

Ziehen Sie eine Nummer, nehmen Sie Platz. Warten Sie, bis Sie aufgerufen werden. Durchqueren Sie sterile, lange Gänge, vorbei an immergleichen Türen. Warten Sie. Finden Sie Ihren Sachbearbeiter und betreten Sie die literarischen Welten von Hendrik Jackson, Svenja Leiber und Leif Randt.

Haushaltsfragen

Elke Erb und Christian Filips verbindet die Lyrik und eine Wohngemeinschaft. Ihre Küche haben sie für PROSANOVA mitgebracht und lesen zusammen mit ihrem Gast, dem Komponisten und Performer Bo Wiget, aus ihren Gedichten und ihrem Putzplan

Inselsprachen

Die jüngste Autorengeneration empfängt die Besucher auf Picknickdecken im Sonnenschein. Ein ausgedehnter Spaziergang durch die Literaturlandschaft von morgen. Es lesen Konstantin Ames, Niklas Bardeli, Marc Anton Jahn, Peter Neumann, Sebastian Polmans, Kerstin Preiwuß, Donata Rigg, Philipp Schönthaler, Stefanie Sourlier und Andreas Stichmann.

Fadenspiel

Eine Veranstaltung verwandelt sich in Poesie. Lino Wirag beobachtet und beschreibt, fragt und befiehlt, lässt in Interaktion mit dem Publikum einen Text entstehen. Andre Rudolph und Uljana Wolf nehmen die Fäden auf und verdichten sie mittels des Erasure-Verfahrens zu Lyrik zum Mitnehmen.

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