Inger Christensen lebt und schreibt über Zweifel an der Dichtung
Ich bin keine Sterndeuterin, ich bin eher eine Handwerkerin. Die Dichtung ist ja auch nur eine Stimme unter den vielen Stimmen der Welt. Und sie ist auch kein Medium, das besonders geeignet ist, auf Probleme aufmerksam zu machen. Aber man kann ja hoffen, dass Dichtung vielleicht ein Gesamtgefühl der Zustände erfahrbar machen kann. Dann und wann hat man den Eindruck, dass aus den vielen Punkten der Vergangenheit, aus den vielen Schichten des Lebens heraus etwas ausgedrückt werden kann, wovon man kaum etwas weiß. Ich glaube vor allem, dass man gerade deswegen schreibt, weil die Unlesbarkeit der Welt vorhanden bleibt. Man schreibt weiter. Während des Schreibens denkt man, dass man etwas entdeckt hat, man denkt, alles wird klar werden. Aber eigentlich ist es ja so, dass man nur schreibt, weil man weiß, dass alles unlesbar ist und bleibt. Man liest die Welt, um weiter zu lesen, und dabei bleibt immer dieser Rest. Über die Zukunft der Menschheit dagegen lässt sich überhaupt nichts sagen. Aber in jedem Moment gibt es eine Konstellation von Gedanken und Ausdrücken, die den Einzelnen auf die Spur von etwas bringen kann, das der Zukunft eine Form gibt. SZ vom 15.03.2001 Münchner Kultur
Über die „dunkleren“ Traditionen des Literarischen März schrieb Michael Braun
Zu den dunkleren Traditionen des Leonce-und-Lena-Wettbewerbs, der ja dem Dichter-Nachwuchs gewidmet ist, gehört auch die Ignoranz der Vorjurys, die mit blamabler Beharrlichkeit die interessanten jungen Dichter dieser Jahre einfach übersahen. So konnte Thomas Kling, der diesmal als Ehrengast des „Literarischen März“ geladen war, in schöner Ironie den Darmstädter Mundartdichter Ernst Elias Niebergall paraphrasieren, um seine eigene Chancenlosigkeit in Erinnerung zu rufen: „Ich kumm in Darmstadt uff kahn grihne Ast“. / schreibt Michael Braun in der FR , 27.3.01
Entartet
Es begann mit einem Skandal. Im Juli 1960 veröffentlichte die FAZ eia wasser regnet schlaf, ein Gedicht der zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten Lyrikerin Elisabeth Borchers. Der Text, eine wunderbare, im Ton des Wiegenlieds gehaltene, zwischen Traum und Wirklichkeit oszillierende Imagination, die eine vermeintliche Begegnung mit einem „ertrunkenen Matrosen“ tatsächlich nur auf einer rein assoziativ arbeitenden Ebene anklingen lässt, erregte die Gemüter der Leser. Von einer „schizophren Stammelnden“ war die Rede, ja sogar einmal mehr von „entarteter Kunst“. / Christoph Schröder, FR 3.3.01
Deutschland als Wunderland für Lyrik
Als Lyrikerin seit ihrem 17. Lebensjahr – „in den wilden Jahren“ – und mit sechs Bändchen neben „fast sechs Romanen“ lobt die Isländerin Deutschland als das „Wunderland für Lyrik, das einzige Land, wo Lyrik verkaufbar ist“, ebenso wie später für das hier vorhandene Umweltbewusstsein. (sagt die isländische Schriftstellerin Steinunn Sigurdardottir in der Fuldaer Zeitung 27.3.2001)
Ansichten zu „Matthias“ BAADER Holst
„Matthias“ BAADER Holst. Untergrundpoet, Punk, Anarchist, Vagant, Dadaist, radikaler Künstler, Rebell. Das alles irgendwie. Und das alles irgendwie nicht.
Ein sicherlich singulärer Vorfall, der eine Symbiose mit seinen Texten eingegangen war und sie als Klangform der eigenen Unangepasstheit unters Volk schlug. Ein performender Dichter mit asketischem Körper, ungezügeltem Intellekt und dem Machtapparat einer Sprache, die nicht leicht mit ihm zu teilen war. Den Kopf kahl rasiert wie einer, der das Äußere ganz von sich abschneiden will. Ein Nosferatu-Typ, auratisch, mit einer hohl klingenden, dunklen Orakelstimme. Eine wie der Dadaist Johannes Baader „charismatische Begnadung“. / scheinschlag , 24.3.01
Gestorben & vermeldet
Am 17. März ist in St. Petersburg der Dichter und Essayist Viktor Kriwulin im Alter von 56 Jahren gestorben. Die Stadt an der Newa war für Kriwulin mehr als nur Wohnort – er trat während der siebziger und achtziger Jahre als eine der wichtigsten Figuren im literarischen Untergrund von Leningrad auf; in den neunziger Jahren engagierte sich Kriwulin in der Petersburger Demokratiebewegung, der auch die 1998 ermordete Abgeordnete Galina Starowojtowa angehörte. Es mutet wie eine körperliche Metapher der stabilitas loci an, dass Kriwulin seit seiner frühen Kindheit an einer Knochenkrankheit litt und deshalb an Krücken gehen musste – als ob das Schicksal sicherstellen wollte, dass der Dichter seine Stadt nicht verlassen konnte. / NZZ 20.3.01
Gestorben & nicht vermeldet
Wenn die DDR gesiegt hätte
In „Bilder und Zeiten“ erinnert sich Volker Braun an Kindheitslandschaften und die Zeiten, als er in der DDR sein „Trotzki“-Stück schrieb und von der Stasi überwacht wurde und entwirft dieses Szenario:
Man mußte sich nur vorstellen, daß er, der Lismus, in den Westen käme. Undenkbar war das nicht. — Zuerst die Währungsreform, das war der Köder, der Umtausch der DM in Mark. 1 : 5, zugleich wurden die Preise gesenkt, Wahnsinn, die Mieten. Ein ständiger Sommerregen aus dem Staatshaushalt. Die Konzerne (Kombinate) der Plankommission unterstellt, je genauer die Planung, desto härter trifft uns der Zufall. Die Arbeitsämter geschlossen, „keine Leute“ hieß es auf einmal in Bochum. Die entbehrlichen Professoren ins Neuland geschickt, für die Buschzulage, gefestigte Gewi-Dozenten missionierten das Grundlagenstudium. Von Schnitzler, reaktiviert, übernahm es, das Bayerische Fernsehen auf Linie zu bringen. „Die Zukunft sitzt“, wie der Dichter Kunze sagt, „am Tische“.
Natürlich wurde uns Ost-Überheblichkeit nachgesagt, wenn wir drüben die Demokratie einführten. Dem Westler nützt ja nun, in dem fortgeschrittenen System, seine Erfahrung wenig, er mußte erst lernen, richtig zu denken, sich anzustellen und zu warten. Während wir, so ins Recht gesetzt, endgültig verblödeten und ihre Dienstjahre annullierten, weil wir neue Persönlichkeiten erzogen. … Und ich vergaß mal meine kritischen Ambitionen; wohingegen sie ihre linke Vergangenheit auftrugen, die Studienräte und Redakteure. Joschka Straßenkämpfer. … Und sie erlebten einmal eine Revolution./ FAZ 10.3.01
Es gibt sie noch,
die wagemutigen Verleger, die Neues entdecken und jüngeren Talenten zum Durchbruch verhelfen, Verleger, denen Literatur und vor allem die anspruchsvolle Gattung Poetik persönlich noch etwas bedeuten. Urs Engeler ist einer von ihnen. Seit 1992 gibt er «Zwischen den Zeilen» heraus, eine «Zeitschrift für Gedichte und ihre Poetik», die sich in verhältnismässig kurzer Zeit durchsetzen konnte, weil sie es nicht allein beim Abdruck von Gedichten bewenden lässt, sondern die Autoren gleichzeitig auffordert, sich über ihr Geschaffenes essayistisch zu äussern. (…)
Leiderprobt
Elke Erb (*1938)) sei eine leiderprobte (schreibt der Berner „Bund“) Lyrikerin aus der ehemaligen DDR. Sie versteht es, Erlebnisse aus dem vorsprachlichen Raum zu holen und in Sprache umzusetzen. Sie geht auch sonst, immer wieder nachhakend, der Sache auf den Grund. Nicht alles ist sofort eingängig, einiges sträubt sich im Nachvollzug. Ihr Aufruf «leibhaft lesen», sich mit Seele und Leib in die Sprache, dieses «Puzzle-Gebilde», hinein zu begeben, ist ernst zu nehmen. Dass auch ein Autor, der viel über Sprache und ihre Möglichkeiten und Grenzen nachgedacht hat, bei Urs Engeler Aufnahme findet, belegt Hans-Jost Frey (*1933) mit seinen «Vier Veränderungen über Rhythmus». Es ist wohltuend, einem derart gründlichen und subtilen Denker und Formulierer zu begegnen. Alle vier Essays («Verszerfall», «Der Gang des Gedichts», «Vertonung», «Das Unsagbare») untersuchen in einer intensiven Auseinandersetzung das Phänomen Rhythmus. / Der Bund 3.3.01
Den Darmstädter Leonce und Lena-Wettbewerb für Nachwuchslyriker haben am Samstag zwei Frauen gewonnen und dafür Lob und Kritik bekommen
Sabine Scho aus Hamburg und die Frankfurterin Silke Scheuermann … teilen sich das Preisgeld von 15 000 Mark. Der Leonce und Lena-Preis sei entgegen der Tradition geteilt worden, weil kein Autor herausgeragt habe, sagte Jury-Moderator Wilfried Schoeller. Jedes der vorgetragenen Werke habe Schwächen aufgewiesen. Einige Juroren hätten sogar erwogen, gar keinen Preis zu verleihen. Die ausgezeichneten Lyriker hätten jedoch gute Anlagen und könnten ihren Weg gehen. (dpa) Berliner Zeitung 26.3.01
Silke Scheuermann erhält ihn, so die Begründung der Jury, „in Anerkennung der Eigenständigkeit ihres Tonfalls, einer Melodik ironischer Melancholie, die genau gefügt ist und dennoch die Dinge fast wie beiläufig zu umfassen weiß“.
Und die Leonce-und-Lena-Preisträgerin Sabine Scho wird geehrt „für ein vielstimmiges, vielperspektivisches, hochkomplexes lyrisches Sprechen, das zeigt, was Lyrik zuallererst ist: ein schönes Spracherweiterungsprogramm. Auf bravouuröse Weise löst die Autorin die große alte Aufgabe der Dichtung, ein äußerst zufälliges in ein einzigartiges Leben zu verwandeln“.
Der Preis trifft zwei Dichterinnen, die während des Wettbewerbs auch durch die Art ihres Vortrags aufgefallen waren. Silke Scheuermann gab der Melodik ihrer Gedichte, die vom Wortklang ebenso getragen wird wie vom Rhythmus, durch ein tastendes Singen und hauchige Töne einen einzigartigen Reiz. Und Sabine Scho erinnerte in den eigenwilligen rhythmischen Setzungen, mit denen sie ihre rätselvollen Gedichte gliederte, an die raffinierte Vortragskunst Thomas Klings, der mit Sabine Scho einen Gedichtband herausgeben wird.Die Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise (je 5000 Mark) gehen an Hendrik Rost für „sachlich-zerebrale Lyrik“ und ein „poetisches Parlando“, das sich „lakonisch und ironisch“ gibt. An Mirko Bonné wird „die inhaltliche und sprachliche Engführung von Alltag und Pathos“ gelobt, Maik Lippert für den „plebejischen Mutterwitz eines hemdsärmeligen Barden“. Es wird nicht wenige Zuhörer geben, die an seiner Stelle lieber Anja Utler für ihre sehr präzisen, streng durchkomponierten lyrischen Miniaturen ausgezeichnet hätten. / Darmstädter Echo 26.3.01
Gedichte liest man nicht so schnell runter wie Romane, das passt nicht zu unserer schnelllebigen Zeit.
Dichter und Musiker Frank Findeiß, General-Anzeiger
(Drittes saturnalisches Gedicht)
Der dritte Tag meiner Saturnalien. Da ich an den beiden ersten jeweils ein passendes Gedicht hatte, von Mickel und Verlaine, heute wieder ein Mickel. Irgendwie kommen mir viele Gedichte des Berliner Sachsen, frühe wie späte, passend vor. Ein widersprüchliches Fest zu Ehren eines widersprüchlichen Gottes, die Verkörperung von Ackerbau und Goldenem Zeitalter – der seinen Vater entmannt und seine Söhne verschlingt. So gehören für mich die wilden fratzenhaften Saturnalien und das besinnlich-friedliche Weihnachten zusammen. Fratzenhaftes gibt es in der frühen Gedichten manches, aber mit dem karnevalesken Einschlag vielleicht zuerst in „Die Äquinoktien“ von 1968. Ich spare es für den nahen entsprechenden Tag auf. Das nächste vielleicht „Ravenna“ von 1980. Ich google, um nicht abtippen zu müssen, und finde witzigerweise das postwendische „ND“ („Neuss Deutschland“), das mit Mickels Text Kasse machen will:

Nette Idee, Zeitungsabo, um ein Gedicht zu eNDe zu lesen. Danke, greife ich eben ins Bücherregal!
Auch witzig, „hebe das Absurde“. Mein Gedächtnis sagt mir, es muß „liebe“ heißen: Ich LIEBE das Absurde.
Zwischenkommentar 21:20 Uhr. Nachdem ich soweit geschrieben und den Text gesucht hatte, schaue ich Nachrichten. In der türkischen Hauptstadt wurde der russische Botschafter erschossen. In der deutschen fuhr ein LKW offenbar mit Tötungsabsicht in die Menschenmenge eines Weihnachtsmarkts. Mindestens 9 Tote, 50 Verletzte.
Karl Mickel
Ravenna (1980)
Ja ich liebe das Absurde
Wie sichs öffentlich gebärdet
Denn verschweigt es, wie es wurde
Offenbart es, wie ihr werdetKönntet ihr es nur entschlüsseln!
Doch nun fehlt euch die Geschichte
Und um leer- und volle Schüsseln
Hockt die Blindheit dicht bei dichteGar zu Limbo die Gehalte
So auf ihre Formen drängeln
Die vernimmt das Dergestalte
Als ein unzufriednes QuengelnDa ich dieses doch nur sehe
Hoffnungsfroh im Trüben hausend
Höre ich aus nächster Nähe
Plötzlich meine Stimme grausendIn Boethii Figuren
Auf Latein gebrochen sächseln
Jahre tausend die Naturen
Hünd- und Hindin zu verwechseln
Das Gedicht erschien brühwarm in Nr. 4/1980 der Zeitschrift „Temperamente“ und im Jahr darauf im Heft 161 des „Poesiealbum“, dort gleich auf der ersten Seite. Statt es zu interpretieren, verweise ich auf die Tatsache, daß das nicht leicht verständliche Gedicht nicht im „elitären“ Raum eines Gedichtbands, sondern in einer Zeitschrift für junge Leser und einer populären Heftreihe erschien, welche damals noch am Zeitungskiosk für schlappe 90 DDR-Pfennige zu haben war. „Ja ich liebe das Absurde / Wie sichs öffentlich gebärdet“. Nicht jeder Leser mag da an Ravenna gedacht haben, wohin damals nur Rentner reisen durften. Ein paar Wortkommentare zum Schluß.
Das Gedicht bietet viele Ansätze, es zu interpretieren oder auch zu dekonstruieren, in Lexik (Absurde, entschlüsseln, Geschichte, Gehalte und Formen, Figuren…), Sprachschichten (quengeln vs. das Dergestalte, Latein – sächseln), Metrum und wo noch. Man kann es aber auch einfach lesen und den saturnalischen Drive genießen.
Wer sich für verworrene Grafiken interessiert, kommt hier auf seine / ihre Kosten. Sie stellt die einflußreichsten Schriftsteller der Geschichte vor. Es sind die üblichen Verdächtigen, wenn man die Einschränkung gelten läßt, daß sie allesamt auf Englisch schrieben. Aber unter ihren zahlreichen Einflußnehmern waren schon ein paar Französisch (Voltaire, Tzara, Éluard), Spanisch (Neruda) oder Deutsch Schreibende (Johann Wolfgang Goeth, Friedrich Nietzsche. Voltaire und Goeth sind von Shakespeare beeinflußt, Tzara und Éluard von Whitman, Neruda von beiden und Nietzsche von Edgar Allan Poe.

1953 in Ostberlin geboren, überschreitet Cornelia Schleime seit fast vierzig Jahren Gattungsgrenzen, sie schrieb Gedichte und Songtexte, drehte Filme, baute Installationen und fotografierte, musizierte und sang, inszenierte Performances, malt. Eine Lehre als Friseurin, die Ausbildung als Pferdepflegerin und ein abgebrochenes Studium der Maskenbildnerei ergänzen sich mit ihrem Kunststudium in Dresden. Ein Jahr nach dem Studienabschluss führen ihr erweiterter Kunstbegriff und ihre freien wie unkontrollierbaren Auftritte (z.B. mit der Art-Punkband „Zwitschermaschine“) zu einem faktischen Ausstellungsverbot. Sie zieht zurück nach Ostberlin, dreht Super-8-Filme und kann 1984 nach mehreren Ausreiseanträgen in den Westen übersiedeln. Unter Verlust beinah ihres gesamten Werkes. Sie fängt neu an, malt und reist. Schreibt bis heute illustrierte Reise-Tagebücher. Zurzeit ist ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Berlin zu sehen, anlässlich der Verleihung des Hannah Höch Preises an die Künstlerin. / Anne Hahn, piqd (Literatenfunk)
Shortly before he died, Johnny Cash scrawled down eight short lines in a shaky hand, mortality clearly on his mind.
„You tell me that I must perish/Like the flowers that I cherish,“ he wrote. He considered the hell of „nothing remaining of my name,“ before concluding with an affirmation of his legacy:
„But the trees that I planted
Still are young
The songs I sang
Will still be sung“
That poem, „Forever,“ is part of a new collection, Forever Words: The Unknown Poems (Blue Rider Press, $25). Edited by Paul Muldoon, a Pulitzer Prize-winning poet and Princeton professor, the book includes 41 works from throughout Cash’s life — the earliest piece, „The Things We’re Frightened At,“ was done when he was 12 — that were among the papers left behind when Cash died in September 2003. / Democrat Gazette
Walter Jens lebt und wäscht Angela Merkel den Kopf:
Frau Merkel, mit ihren von keiner Kenntnis getrübten Attacken gegen die 68er, möge nachlesen, was Marie Luise Kaschnitz , die Demonstrantin auf der Bockenheimer Straße, gegen brutale Polizeieinsätze aufbegehrend, in jener Zeit schrieb… / Der Spiegel 2.2.01
,,Mein Tod macht mich unsterblich“
Rose Ausländer gilt heute, zwölf Jahre nach ihrem Tod, als die populärste Dichterin in Deutschland. Weit mehr als 100 Bücher von ihr sind erschienen, sie erreichten eine Auflage von 800000 Exemplaren – eine im Bereich der Lyrik sensationell hohe Zahl. Und diese Zahl wird wohl weiter steigen, denn noch sind an die 800 Gedichte unveröffentlicht. / Thomas Schuberth-Roth, Frankenpost 22.2.01
Donnergrollen der Seel
Quirinus Kuhlmann, der reisende Ekstatiker und Lyriker wird 350 Jahre alt. Der am 25. Februar 1651 in Breslau geborene Quirin Kuhlmann war ein wandelnder Widerspruch. äußerst begabt und belesen, hat er als Kind erhebliche Sprachschwierigkeiten. Polterer, Stotterer oder stark entwicklungsverzögert – die Quellenlage schwankt. Der Widerspruch ist auch das Element von Kuhlmanns Nachwirkung geblieben. Von seinen gut vierzig Werken sind heute gerade einmal zwei im Handel, das Frühwerk der „Himmlischen Libesküsse“ und die beiden Bücher des „Kühlpsalters“, jener Gedichtsammlung also, die das Hauptwerk Kuhlmanns darstellt. …
Der Dichter des „Kühlpsalters“ war ein fahrender Schreiber, der sich nach einem Erleuchtungserlebnis auf eine Tour begab, die ihn durch Europa und Kleinasien bis hin nach Moskau führte. Kuhlmann wird in London, Paris und Amsterdam, in Genf und Lausanne, in Leiden, Edinburg und York von den höchsten Würdenträgern empfangen, aber er wird am Ende 1689 in Moskau nach monatelanger Folter zum einzigen deutschen Dichter, den man ob seiner Kunst verbrennt. / Dieter Kief, Berliner Zeitung 24.2.01
Gestorben und vermeldet im Januar:
Am 17. Gregory Corso (70), US-amerikanischer Dichter der Beat Generation
Clown prince of the Beat Generation who survived a tough New York childhood to become the friend and rival of Kerouac and Ginsberg. The Beat Generation has lost the last of its heroes. / The Times JANUARY 22 2001
Willi Winkler zum Tod des Schriftstellers Gregory Corso / Süddeutsche Zeitung 20.1.01
Im Februar:
Der spanische Dichter Jose Garcia Nieto, Träger des Cervantes-Literaturpreises, ist am Dienstag im Alter von 87 Jahren in einem Madrider Krankenhaus gestorben. Seine in Themen und Struktur konservative Lyrik wird als „Neoklassizismus“ der Zeit nach dem Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) beschrieben. Häufig wiederkehrende Motive sind Gott, Vaterland und Familie. / Süddeutsche 28.2.01
Gestorben und nicht vermeldet im Januar 2001:
Am 10. der türkische Schriftsteller und Dichter Necati Cumalı (79)
Am 28. der russisch-sowjetische Schriftsteller und Dichter Juri Magalif (82)
Im Februar:
Am 7. der italienische Dichter Ettore Asticelli (geb. 1942)
Am 11. der polnische Dichter und Literaturwissenschaftler Józef Bujnowski (90) und die litauische Dichterin Judita Vaičiūnaitė (63)
Am 14. der britische Dichter Alan Ross (78)
Am 19. der kasachische Dichter Kuandyk Schangitbajew (Қуандық Төлегенұлы Шаңғытбаев)
Polnischer Rimbaud
Rafael Wojaczek gehörte als zorniger junger Dichter zu jenen Literaten, denen, wie einst Lenz oder Kleist, in diesem Leben nicht zu helfen war, 26-jährig nahm er sich das Leben, sein Nachruhm gründet auf der dunklen Tragik des früh vollendeten Genies; kein Zufall, dass er als eine Art polnischer Rimbaud gilt.
Lech J. Majewski hat sich mit seinem 1999 entstandenen Spielfilm „Wojaczek“, den das Freiburger Kommunale Kino in der deutsch untertitelten polnischen Originalfassung als Film des Monats präsentiert, diesem abgründigen Berserker und Formenzertrümmerer gewidmet. Krzysztof Siwczyk spielt den Wojaczek als einen von seinem literarischen Werk Besessenen, als einen von Depressionen und Todesphantasien gezeichneten Autor, von seiner Mitwelt gefürchtet, geliebt und gehasst. Hier hat einer seine lyrische Sendung mit rigoroser Absolutheit ernstgenommen, dass darob alle Normalität im Umgang mit Menschen zuschanden wird. / Badische Zeitung 17.2.01
Über konsonantische Verwerfungen berichtet Gernot Wolfram:
Bei Ernst Jandl kann man als Deutsch Sprechender eine einfache und zugleich schwierige Lektion lernen: Es gibt zwei Uferseiten im Flussbett unserer Sprache, eine vokalische und eine konsonantische. Und in Zeiten politischer Brutalität wie in Zeiten persönlicher Erstarrung ist es das harte, schneidende konsonantische Ufer, zu dem der Mensch übersetzt. / Die Welt 14.2.01
Schließlich ein erfundener Grieche
Über einen „hoax“ berichtet die New Yorker Zeitschrift “ Lingua Franca“. Im vergangenen Oktober [2000] erschien in Kanada ein Buch mit dem Titel „Saracen Island: The Poetry of Andreas Karavis“. Die Kritik rühmte ihn als „Griechenlands modernen Homer“. Aber offenbar ist alles eine Mystifikation seines „Übersetzers“ und Exegeten David Solway.
Geschenke werden erst zum Geschenk, wenn wir ihren Geldwert vergessen
Hansjürgen Bulkowski
(Zweites saturnalisches Gedicht)
Auf der Suche nach Lesestoff für die gestern eröffneten Saturnalien blättere ich in einem Buch von Paul Verlaine und entdecke recht verdutzt „Vierfache Lesbarkeit“. Aber nein, Freud läßt grüßen, da steht „Vierfache Lustbarkeit“. „Partie Carrée“, der Originaltitel, ist etwas verhüllend übersetzt, es bedeutet eigentlich einen fröhlichen oder flotten „Vierer“. Aber warum ihn nicht vierfach lesen, ich buchstabiere: Viererbande. Quadratisches Teil. Breites Mittelteil. Eindeutiges Angebot. Na halt von allem etwas. Paßt zum heutigen Fest.
Das Buch heißt: Paul Verlaine: Frauen. Französische und deutsche Ausgabe des Buches „Femmes“. Verlag, Jahr und Übersetzer werden nicht genannt. Es findet sich lediglich auf Französisch die Mitteilung, daß die Auflage 100 Exemplare beträgt und daß es durch die „Gesellschaft der Bibliophilen zu Lausanne“ gedruckt worden sei. Antiquare vermuten, daß es um 1921 im Verlag Paul Steegemann in Hannover erschien, die Übersetzung ist die von Curt Moreck, eins der Pseudonyme von Konrad Haemmerling, die erschien nämlich 1919 in Hannover. Also vielleicht haben die Schweizer einen Raubdruck verübt?
Hier die Seite mit der Vierfachen Les- und Lustbarkeit:
Zwei Zahlen steuern den Fortgang (!) der Lyrikzeitung: 16 (eigentlich 16,3) und 192. Vor 16,3 Jahren begann ich Lyriknachrichten zu veröffentlichen, zuerst auf der (heute nicht mehr existierenden) Seite von pom-lit.de. 16 Jahre ist eine lange Zeit, ein Riesen-Tortenstück selbst für ältere Leute wie mich. Anlaß für Bilanz und Korrektur. 192: so viele Monate (plus 3 nicht archivierte) habe ich fast täglich mehrere Lyriknachrichten in die Welt* geschickt. Den Plan, in 16 Tagen 16 Jahre Lyrikzeitung zu erinnern, mußte ich aufgeben, es wär Zwangsarbeit über die gesamte Saturnalien-Weihnachts-Rauhnachts-Zeit geworden. Also 1 Monat 1 Tag. Heute Januar 2001.
Thomas Kling lebt noch und wird so zitiert:
Der Lyriker Thomas Kling behauptet, es gebe seit neuestem ein „allgemeineres Interesse“ am barocken Gedicht, das so lange unter dem Vorwurf des Schwulstes leiden musste. Kling findet die in Deutschland „tiefsitzende Angst“ vor „dichterischer und also künstlicher Sprache“ falsch – ‚irrig zu glauben, Dichtung sei Natürlichkeit‘ / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3.1.2001
Der Pfarrer und Dichter Kurt Marti wurde 80 (mittlerweile bald 96) und wird mit einem Gedicht zitiert:
„dem herrn unserem gott / hat es ganz und gar nicht gefallen / dass gustav e. lips / durch einen verkehrsunfall starb.“ Als experimentierfreudiger Autor hat er seit Ende der 50er-Jahre die Lyrik und Prosa der deutschschweizerischen Literatur erneuert. Heute wird Kurt Marti 80 Jahre alt und mit einer Neuedition seiner „Leichenreden“ geehrt. / Aargauer Zeitung 31.1.01
Das westdeutsche Feuilleton, schreibt die Neue Zürcher (aber gibt es ein anderes?), hat ein neues Wort gelernt:
Poesie, radioaktiv. Lutz Seilers ungeheure Gedichte. Das westdeutsche Feuilleton hat ein neues Wort gelernt: „Pechblende“ Es bezeichnet ein uranhaltiges Erz, das, und auch dies buchstabieren Literaturkritiker mittlerweile erstaunlich geläufig, zu Zeiten der DDR im Osten Thüringens von der Wismut-AG für die UdSSR abgebaut wurde: Pechblende, auch Uranpecherz genannt, ist stark radioaktiv. „Pech & Blende“ der schmale Lyrikband des 1963 geborenen Lutz Seiler, signalisiert schon im Titel eine verloren gegebene Hochenergie-Provinz im deutschen Osten. /NZZ 28.12.2000
Was ich aus eigenem Erleben seit 1990 bestätigen kann:
Sammlerstücke für die Literaturwahnsinnigen . Alte neue LCB-Reihe / Tagesspiegel 19.12.2000
Nämlich die damalige Autorenbuchhandlung in Berlin, auch am Savignyplatz, aber am anderen Ende und unvergleichlich größer, hatte viele der alten Bände noch vorrätig. Sie haben auf die Literaturwahnsinnigen aus der DDR gewartet, löblich!
Wer es noch nicht kennt, ein Geheimtipp:
Neuausgabe des „roten Pflastersteins“: Das surrealistische Gedicht. (3. korr. u. erw. Auflage 2000)
Die neue Ausgabe hat (bei gleicher Ausstattung und gleichem Format) etwa 400 Seiten mehr als die erste und zweite von 1985/86. Zwei der ursprünglich drei Herausgeber haben die ursprüngliche Anthologie bis S. 1387 unverändert übernommen (von Maxime Alexandre bis Unica Zürn) und ihr unter Fortlassung des Nachwortes von Petr K. einen „Annex 2000“ angefügt, nun von Rudolf Altschul bis Aleksandar Vuco . Mit dabei jetzt u.a. K.O. Götz, Johannes Hübner und Lothar Klünner sowie Autoren aus den USA, Italien, Serbien, Chile, Kanada und zahlreichen weiteren Ländern.
Aus der Vorbemerkung zum „Annex“ von Heribert Becker:
„namentlich mit der beinahe explosionsartig angeschwollenen Sekundärliteratur in Form von Dissertationen, akademisch-professoralen Abhandlungen usw. ist weltweit ziemlich viel universitärer Müll unters Publikum gebracht worden. Das Resultat ist eine weitgehende Verzerrung und Verwässerung der surrealistischen Ideen. (…) Im Endeffekt läuft all das auf die Vereinnahmung des Surrealismus durch die bürgerliche Kulturindustrie hinaus. Ein Heer von Museumsleitern und Galeristen, Kunst- und Literaturhistorikern, Kritikern, Feuilletonisten, Jungakademikern usw. arbeitet oft eher bewußt als unbewußt daran, vor allem führende bildende Künstler des Surrealismus aus ihrer Verwurzelung in dieser Bewegung herauszureißen, einer Bewegung, die eine radikal antikapitalistisch-antibürgerliche, ja die gesamte abendländisch-christliche Kulturtradition in Frage stellende revolutionäre Bewegung war und ist.“
Ein Muß für „Einsteiger“ ebenso wie für Besitzer der Originalausgabe. Bei Zweitausendeins für DM 50. 1888 Seiten Poesie – gar mit Sprengkraft? (Unter dem Pflasterstein).
In der Türkei wird ein Kommunist rehabilitiert:
ISTANBUL (SN, AFP). Der türkische Dichter Nazim Hikmet (1902-1963) erhält im Jahr 2002, hundert Jahre nach seiner Geburt, posthum wieder die türkische Staatsbürgerschaft, die ihm 1959 aberkannt wurde. Das gab die Nazim Hikmet Gesellschaft für Kunst und Kultur in Istanbul bekannt. Der Dramatiker und Lyriker, der wegen seiner kommunistischen Gesinnung mehrmals verurteilt wurde und 1951 aus der Türkei floh, gilt als der bedeutendste türkische Dichter und Erneuerer der türkischen Literatur des 20. Jahrhunderts. / Stuttgarter Nachrichten 18.1.01
Schließlich eine Nachicht aus Amerika, Bush heißt der Präsident:
A poetry-free presidency. The lack of a poet at Bush’s Inauguration is a bleak omen of his administration’s attitude toward culture — but then again, what poet would agree to appear? … Think of Robert Frost reciting „The Gift Outright“ from memory at JFK’s Inauguration on Jan. 20, 1961. How remarkable that was…
By David Lehman / Salon.com 19.1.2001
*)
(Erstes saturnalisches Gedicht)
Karl Mickel
Pound—Kommentar
1
Es gab eine Zeit, sagt Pound
Da die Historiker Lücken ließen in ihren Büchern
Für das, was sie nicht wußten.
2
Das goldene Zeitalter, sagt Maurer
War einmal wirklich.
Ich hielt diesen Satz für brutal.
3
Ich kannte einen Historiker namens Nichtweiß.
Er hat sich erhängt.
Aus: Karl Mickel, Geisterstunde. Gedichte. Göttingen: Wallstein, 2004, S. 35
Ezra Pound (1885-1972), Amerikanischer Dichter
Georg Maurer (1907-1971), Deutscher Dichter
Die Saturnalien waren zunächst nur ein römischer Festtag zu Ehren des Gottes Saturn, der als Herrscher des urzeitlichen goldenen Zeitalters galt. Er wurde ursprünglich als EN-Tag am 17. Dezember gefeiert und wechselte nach der julianischen Kalenderreform den Tagescharakter auf einen NP-Status. Die Saturnalien fanden erst nach 45 v. Chr. als mehrtägiges Fest zwischen dem 17. und 23. Dezember Anwendung, das später allerdings bis zum 30. Dezember ausgedehnt wurde.
Das Datum geht auf das Gründungsdatum des Saturntempels auf dem Forum Romanum zurück.
Die Feiern begannen mit einem Opfer vor dem Tempel des Saturn und einem öffentlichen Mahl. Öffentliche Einrichtungen waren während der Saturnalien geschlossen. Die Tempel veranstalteten öffentliche Speisungen. Es war üblich, sich zu den Saturnalien zu beschenken.
Wichtigster Aspekt der Saturnalien war die Aufhebung der Standesunterschiede, auch Sklaven wurden an diesem Tag von ihren Herren wie Gleichgestellte behandelt, teilweise wurden die Rollen sogar (scherzhaft) umgekehrt, so dass die Herren ihre Sklaven bedienten. Es wurde ein Saturnalienfürst (Saturnalicus princeps) gewählt, teilweise wurde dieser auch rex bibendi („König des Trinkens“) genannt. Dieser Name deutet auch auf den stark gesteigerten Weinkonsum während der Festtage hin. Nicht nur der Wein wurde während der Festtage in großem Maße getrunken, es war auch offiziell das Würfelspiel um Geld erlaubt und es konnten Festgeschenke, apophoreta, verlost werden. Auch sonst lockerte sich die Moral während der Feiertage erheblich.
Okay, die Feiertage sind eröffnet!
Zum 150. Geburtstag des Künstlers haben jetzt Alexander Graeff und Alexander Filyuta einen kleinen Band herausgegeben: „Vergessenes Oval“ (Verlagshaus Berlin), in dem sie Gedichte aus Kandinskys Nachlass veröffentlichen. / Sabine Reithmaier, Süddeutsche Zeitung
150. Geburtstag Wassily Kandinsky: Alexander Graeff stellt „Vergessenes Oval. Gedichte aus dem Nachlass“ vor, 16. Dezember, 20 Uhr, Literatur Moths, Rumfordstraße 48
Wassily Kandinsky: Vergessenes Oval. Gedichte aus dem Nachlass: 1866 – 1944. Deutsch-Russisch. Hrsg. v. Alexander Graeff u. übers. v. Alexander Filyuta; Illustr. v. Christoph Vieweg. VERLAGSHAUS BERLIN (Edition Revers) 18,90 €
Iédijah ist ein elfjähriger Junge von der Antilleninsel Martinique, die ein französisches Überseedepartement ist. Er gilt als Wunderkind, der Gedichte in einer komplexen Spielform schreibt: Alexandriner mit Binnenreim („Leoninisch“) und Akrostichon. Sein Talent brachte ihm eine Einladung zum Wettbewerb der frankophonen Poesie „Les petits planétaires“ (vielleicht: „Die Kleinen weltweit“ oder „Die Kleinen des Planeten“) in Paris. Eigentlich kam sein Text zu spät, aber als die Jury ihn nach der Wahl der Sieger las, bekam er eine Einladung als Ehrengast und eine spezielle Erwähnung. Die Siegerehrung findet morgen in Paris statt.
– Frankophon ist eine Bezeichnung für Literatur in französischer Sprache aus anderen Ländern. Manche z.B. afrikanische Autoren kritisieren die Bezeichnung: entweder französisch oder gar nicht. Wie dem auch sei. Martinique ist keine ehemalige Kolonie, sondern ein französisches Departement, nur halt in Übersee. Pech dabei: die Reise von Martinique nach Paris ist teurer als als etwa von Chessy oder Serris (auf der Karte rechts). Der Ehrengast muß seine Reise selbst bezahlen. Zum Glück sprangen seine Heimatgemeinde Ducros und die Region CTM (Collectivité territoriale de Martinique) ein und beteiligen sich an den Kosten, damit er mit seinen Eltern nach Paris reisen kann. / martinique.franceantilles.fr
Les enfants s’engagent pour l’eau (Die Kinder engagieren sich für das Wasser)
La clef de notre vie, il faut lui dire merci
Eau de la vérité, aussi de la santé,
Si nous la recyclons, nous la protègerons.
Eau, source de la vie, qui est très rare ici,
Nageant dans son liquide qui bientôt sera vide.
Faisons des choses pour elle qui est même dans le ciel
Apprenons les bons gestes, nous sommes tout ce qu’il reste
Nous les enfants sereins, sommes son lendemain
Traçons une leçon pour nos générations
Soyons tous solidaires, ce n’est pas dur à faire.
S‘écrasant doucement sur ces rochers stagnants,
Elle devient destructrice à travers les sévices
Nanties de ces souffrances pour en faire des vengeances
Gagnons de sa confiance pendant cette grande enfance
Asséchée sur des îles, usée au domicile
Gare aux raz-de-marée qui n’ont pas de degrés
Engageons-nous pour l’eau sans huiles de bateaux
Nettoyons bien les plages de notre paysage
Touchant un héritage qui a un certain âge.
Préservons l’eau du monde et ses cryptes profondes
Oublions les métiers qui l’ont tant polluée
Un moment de pitié pour cette eau oppressée
Rageant dans l’océan de ses mauvais courants
L‘eau n’est pas une poubelle, allons la rendre plus belle,
Et même déshydratés, nous devons tous l’aider
Après il sera trop tard……
Un engagement à vie pour qu’elle nous remercie.
Iédijah Rosamond
Ein Soldat wurde im Krieg wider die Araber mit einem Pfeil in den Kopff sehr gefährlich verwundet / wie nu der Barbierer die Wunde besichtiget / sprach er zu ihm : Er solte sich Gott befehlen / denn das Hirn wäre ihm tieff versehret / daß er nicht leben könte / aber der Soldat sagte : Ey was sagstu mir von der verletzung des Hirns / meynestu / wenn ich ein Hirn gehabt hätte / ich wäre so leichtfertig dem Krieg nachgezogen.
Samuel Gerlach: Eutrapeliarum philologico-historico-ethico-politico-theologicarum libri III : Das ist: Drey Tausend schöner, nützlicher nachdenklicher … Historien oder Geschicht und Reden. Leipzig: Riese, 1656. Liber II, #70
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