Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Veröffentlicht am 23. Juli 2025 von lyrikzeitung
Aller Dichter An-die-Sterne-Greifen,
aller Denker Rechten mit der Welt;
Hoffnungen, die kühn ins Leere reifen,
Glauben, taub und blind auf Stein gestellt
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: 1970er Jahre Lyrik, Albert Vigoleis Thelen, Bücher als Gräber, Bücherpoesie, Bibliothek, Claassen Verlag, Der Büchersaal, deutschsprachige Lyrik, Dichtung des 20. Jahrhunderts, Dunkelheit und Erleuchtung, Im Gläs der Worte, Lesemagie, Literarische Räume, Literatur und Tod, Lyrik über Bücher, Metapher des Lesens, Poetik der Stille, Schriftsteller vom Niederrhein, Sprache und Schweigen, Totensymbolik, Vergessene Dichter
Veröffentlicht am 22. Juli 2025 von lyrikzeitung
O lebe ich zu früh, zu spät?
Was soll ich in der Welt beginnen?
Mein Alles muss in Pein verrinnen;
O sprecht für Kaspar ein Gebet!
Kategorie: Frankreich, FranzösischSchlagworte: 19. Jahrhundert, Außenseiter, Übersetzungsvergleich, Findelkinder, französische Dichtung, französische Lyrik, Gaspard Hauser, Gedichtübersetzungen, Identitätssuche, Kaspar Hauser, Lyrikklassiker, Melancholie, Natur und Erziehung, Paul Verlaine, Paul Wiegler, Sprachvergleiche, Symbolismus, Verlorenheit, Wolf Graf von Kalckreuth
Veröffentlicht am 21. Juli 2025 von lyrikzeitung
Das bin also ich, wie ich das Land durchquere, es mir erschließe. Und ich trage eine große Lampe an der Stirn, einen Detektor für außergewöhnliche Vorkommnisse vor der Brust, einen Expeditionshut, beige, auf dem Kopf, ich trage meinen Kopf, und gegen das gleißende Weiß, die Schneewehen, gegen die vaskuläre Erschlaffung, den anästhesierten Blick formuliere ich widerspenstige Sätze.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Angst, Aufbrechen und Aufzeichnen, Detektorbild, Experimentalpoesie, Feministische Lyrik, Gegenwartslyrik, Halb Taube halb Pfau, Kames, Landschaft als Spiegel, Lyrik 2020er, Lyrik und Topografie, lyrische Expedition, Maren Kames, Poetik der Durchquerung, Poetik des Raums, Prosagedicht, Schneefeld, Schneelandschaft, Selbstvermessung, Sprachkörper, Sprachlandschaften, Suhrkamp Verlag, Weißmetapher, Widerständige Sprache
Veröffentlicht am 20. Juli 2025 von lyrikzeitung
das tafelsilber entsorgen
mit oder ohne segen
das weltliche segnen
ohne reue ohne trost
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Altern, Doris Runge, existenzielle Lyrik, Gedicht, Gegenwartslyrik, lakonischer Ton, Todesmotivik, zwischen tür und engel
Veröffentlicht am 19. Juli 2025 von lyrikzeitung
Von den Männern gefielen ihr am besten solche,
die was Wurmstichiges hatten,
denen ihr eigenes Abbild im Spiegel
mit irgendeiner Nuance im Bewegungsablauf Angst einjagte.
Und solche, die ihr die Sprache als Geschenk darbrachten,
die sich öffnen ließen wie lange gereifte
Wörterbücher
Kategorie: Ukraine, UkrainischSchlagworte: Übersetzte Lyrik, Катерина Олександрівна Калитко, Familienporzellan, Gedichte über Männer, Gedichte über Sprache, Intimität, Jakob Waloscczyk, Kateryna Kalytko, Lyrik 2020er, Märkischer Verlag, moderne Lyrik, Poesie der Ukraine, Poesiealbum, Poetische Selbstermächtigung, Schreibmetapher, Sprachbilder, Sprache und Beziehung, Sprachliebe, Sprachmacht, Ukraine Literatur, Ukrainische Lyrik, Verletzlichkeit, Wörterbuch-Metapher, Weiblicher Blick, zeitgenössische Poesie
Veröffentlicht am 18. Juli 2025 von lyrikzeitung
Lebst wie ein Räuber, im Verswald versteckt.
Wirfst deinen Handschuh, diese fünffingrige
Lilie stracks vor die witternden Hunde.
Gieriges Schnappen. Blut sickert aus ihm.
Kategorie: Ungarisch, UngarnSchlagworte: 1970er Jahre, Apokalypse, Dichtung und Gewalt, Existenzielle Poesie, Geburtstagsgedenken, Jahrhundert, Krieg und Zerstörung, László Nagy, Literaturübersetzung, Lyrik und Natur, Moderne ungarische Literatur, Mythische Bildsprache, Partisanen, Paul Kárpáti, Poesiealbum, Poesiealbum 45, Politische Lyrik, Räubermotiv, Ungarische Lyrik, Ungarn, Verlag Neues Leben, Verswald, Widerstand, Wilhelm Tkaczyk, Zerstörter Kosmos
Veröffentlicht am 17. Juli 2025 von lyrikzeitung
Ich bin gealtert aber hier bin ich schön
Und der sinkende Schatten aus tiefen Fenstern
Verschont jeden Abend das schwarze Herz meiner Augen.
Je suis vieille mais ici je suis belle
Et l’ombre qui descend des fenêtres profondes
Epargne chaque soir le cœur noir de mes veux.
Kategorie: Frankreich, FranzösischSchlagworte: 1920er Jahre, Absurdität, Avantgarde, Bildsprache, Das Wort, Entfremdung, Französische Literatur, französische Lyrik, Gedichtübersetzung, Gerd Henniger, La parole, Max Ernst, moderne Lyrik, Paul Éluard, Poetisches Ich, Répetitions, Schatten, Schwestern der Hoffnung, Seide, Surrealismus, Transformation, Wiederholungen
Veröffentlicht am 16. Juli 2025 von lyrikzeitung
Als längst die Mitternachtsglocke rief
Da war’s nicht schaurig, glasklar war’s
Befeuchtet mit einem Realismuskonzept
Kind war tot als ein besonderes Ereignis.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Ballade, Balladenkritik, deutsche Dichterinnen, deutschsprachige Lyrik, Die Krise der Ballade ist vorbei, ein Gedicht von gewisser Länge, Gegenwartslyrik, Georg-Büchner-Preis 2025, Jäh erhellte Dunkelheit, Jung und Jung Verlag, literarische Dekonstruktion, literarischer Realismus, Literatur und Geschichte, Lyrik 21. Jahrhundert, Lyrikpreis, Metapoesie, poetische Erzählformen, politische Literatur, postmoderne Poesie, Sprachkritik, Ursula Krechel
Veröffentlicht am 15. Juli 2025 von lyrikzeitung
im neuen befreiten jahrtausend aber würden wir
unsere gesamte nahrung aus plastegefäßen
zu uns nehmen, unter anleitung der sowjetunion
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Bertram Reinecke, Biblische Bezüge, DDR, DDR-Alltag, DDR-Gedicht, DDR-Medienkritik, DDR-Schule, Erinnerungsliteratur, Gegenwartslyrik, Gesellschaftskritik, Ideologiekritik, intertextuelle Lyrik, Ironie, Kindheit in Ostdeutschland, Kindheitserinnerung, Kosmonautenmotiv, Langzeilengedicht, Literarisches Erinnern, Literatur und Ideologie, Literatur und Religion, Ostdeutsche Lyrik, poetische Erzählung, Politik und Sprache, Propaganda, Religion in der Literatur, Schulzeit, Sozialismus, Sprachspiel, Vaterfigur, Volkskammer, Zaw la zaw kaw la kaw
Veröffentlicht am 14. Juli 2025 von lyrikzeitung
Menschheit vor Feuerschlünden aufgestellt,
Ein Trommelwirbel, dunkler Krieger Stirnen,
Schritte durch Blutnebel; schwarzes Eisen schellt,
Verzweiflung, Nacht in traurigen Gehirnen
Kategorie: Österreich, DeutschSchlagworte: Abendmahl, apokalyptische Literatur, Ölbaumzweige, österreichische Literatur, Bibel und Dichtung, Dichtungen und Briefe, Erster Weltkrieg, Evas Schatten, Expressionismus, Galizien 1914, Georg Trakl, Hans Weichselbaum, Kriegslyrik, lyrische Verdichtung, Menschheit vor Feuerschlünden, Otto Müller Verlag, poetische Vision, religiöse Bildsprache, Salzburger Dichter, Sankt Thomas, Schuld und Erlösung, symbolistische Lyrik, Trakl Gedicht, Wundenmal
Veröffentlicht am 13. Juli 2025 von lyrikzeitung
Ich blickt in die Häuser
Zum Schornstein hinein:
O Vater und Mutter,
Wie seid ihr so klein.
Tief unter mir säh ich
Fluss, Hügel und Tal,
Ach, wer das doch könnte,
Nur ein einziges Mal!
Veröffentlicht am 12. Juli 2025 von lyrikzeitung
382 Wörter, 2 Minuten Lesezeit Hört nur, LeuteNeues Lied von Amerika. In Olmütz, 1856. Gedruckt und zu bekommen bei Antonin Halouzka1. Hört nur, Leute, dies komische Lied, wie’s den Herrn Amerikanern geht, in eitel Freud die Schelme leben, was sie begehrn, vom Himmel fällts ein jedem.2.… Continue Reading „Amerika, wo die Knödel auf Bäumen wachsen“
Kategorie: Tschechien, TschechischSchlagworte: Amerika-Lied, Amerika-Mythos, Auswanderung, Buchteln, Butterteiche, Deutsche Verlags-Anstalt, Die Sonnenuhr, Emigrationsliteratur, Hört nur Leute, Industrialisierung, Ironie, Jahrhundert, Knödelbäume, Kolatschen, Kulturtransfer, Leberwurstmusikanten, Ludvík Kundera, Maschinenzeitalter, Migration in der Literatur, Neues Lied von Amerika, Olmütz 1856, Reclam Leipzig, Satire, Süß ist es zu leben, Schlaraffenland, Spottlied, tschechische Dichtung, Tschechische Literaturgeschichte, Volkslied, Walther Petri
Veröffentlicht am 11. Juli 2025 von lyrikzeitung
Und der Mond ist eingeschlafen
Mit dem großen weißen Kopfe
Hinter einer großen Wolke.
Und die Straßen gehen bleicher
Durch die Häuser und die Gärten.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Abendrot, bleiche Straßen, Dämmerung, deutscher Lyriker, Dichterstarb 1912, dunkle Poesie, Expressionismus, frühe Moderne, frühexpressionistische Lyrik, Gehängte, Georg Heym, Henker, Heym Gedicht, Hirschberg, Lichter gehen jetzt die Tage, makabre Lyrik, Neue Literatur, schwarze Silhouette
Veröffentlicht am 10. Juli 2025 von lyrikzeitung
Drum, wenn dein Mann dir finstre Mienen,
die du nicht glaubest zu verdienen,
in seiner übeln Laune macht,
so denke, das ist Männergrille,
und sag: Herr, es gescheh‘ dein Wille
bei Tag, und meiner in der Nacht.
Kategorie: Österreich, DeutschSchlagworte: Andrea van Dülmen, österreichische Literatur, Beck Verlag, Dichtung 18. Jahrhundert, Ehe in der Aufklärung, Ehe und Ironie, Eva, Geschwisterbriefe, historisches Lesebuch, kain, Kleiner Rat, literarischer Witz, Lyrik der Aufklärung, Mozart Briefe, Mozart Familie, Mozart Gedichte, Mozart und Humor, Nannerl Mozart, Satire Ehe, Wolfgang Amadeus Mozart
Veröffentlicht am 9. Juli 2025 von lyrikzeitung
Meine Tochter ist ein halbes Jahr alt und die Brust
der Mutter ist für sie die ganze Welt, Physik
und Metaphysik.
Kategorie: Polen, PolnischSchlagworte: Ars Poetica, dichterische Wahrnehmung, Dichtung und Erfahrung, Gegenwartslyrik, Kindheit und Sprache, Lyrik 2025, Lyrik 21. Jahrhundert, Lyrik aus Polen, Lyrik und Philosophie, Lyrikübersetzung, moderne Lyrik, poetische Metaphysik, poetische Selbstreflexion, polnische Lyrik, Renate Schmidgall, Sinn und Form, Tadeusz Dąbrowski, Vatersein und Schreiben, Was ist Poesie
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