Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Gänge sind Gefahr,
Dolche stehn versteckt,
und nach Giften schmeckt
alles, und entsetzlich welkt mein Haar!
#MaxHerrmannNeiße
Ein Grashalm offenbart des Kosmos reiche Fülle,
Die welke Blume rührt uns wie ein krankes Kind,
Der bunte Kot der Vögel ist nur eine Hülle
Des namenlosen Alls, dem wir verwoben sind.
#ErnstToller #otd
Es ist doch ein eigentümlicher Hohn Gottes,
Daß ich lebe, wenn Tausende sterben.
#OtfriedKrzyzanowski #otd
Die Stoßfestigkeit bei Erschütterungen.
Die fünfundneunzig Prozent Wärme.
Das Ende der Zuversicht.
#ThomasKunst #Glühbirne
#Eichendorff nervt ungeheuer.
Dieses frömmelnde Bescheiden
in romantischem Gemäuer
kann ich überhaupt nicht leiden.
#MartinKnepper
ich werde den Mond durch
den Hinterhof rollen. im großen ganzen bin ich Himmels-
streichler, Gottesknöterich, hastiger Häher herrschaftliches
Heim.
#StanLafleur
Das ist wie eine Seuche in den Ländern:
die Ungeduld, das Neiden, Hassen, Schrein.
Wir sollten einmal nur nachdenklich sein.
Wir müssen uns ändern.
#DagmarNick
Rippenlyrik dürr und puck,
als verschiede sich der Abt im Grunzen, wo die Achse dünne
und hammellappig Zwergrot auf den Kranz der Tritte trieb
#FrankMilautzcki
Ihr ungestimmten Flöten
Verhungerter Poeten,
Pfeift für ein Maß verdorbnes Bier
Der Welt verwegne Possen für!
#GeorgList #Versverderber
In Seiner Richtung lag mein Geist.
Zu solcher Schau ward keiner noch geladen,
Der Bogen meiner Sehnsucht war ganz starr.
#BessBrenckKalischer #otd
da er ging, in der Freunde Stimmen
Welt zu finden, in seiner Mädchen sanfter
Schläfenschmiegung
#JohannesBobrowski #ThomasChatterton #otd
Zwar fehlt der Schrift die Deutlichkeit –
Was tut’s? Wer liest denn, was ich schreibe?
#FriedrichNietzsche
Ein Blau war ein Blau
war ein Blau wie der Wind
Wie Reisig mein Kind
wir immer noch sind
#SashaPetruk
Der eine wechselte das Sein mit Schein,
der andre starb an Dingen, die du sagst.
#PeterHärtling
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