Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
„Ich traf eins und fragte es, was Poesie sei. Es versetzte mir, Nützlichkeit sei das Letzte. Und dieses heißt Reißwolf und jenes heißt Ökoöl. Oder Poesie per Livestream. Oder Life Conditioner. Eine seltene Säure. Jeder Engel geht einem schrecklich auf die Nerven. Andere Gerichte… Continue Reading „64. Was Poesie sei“
»Oskar Huth – Orgelbauer, Maler, schreibunwilliger Poet – war über vier Jahrzehnte in Berliner Künstler- und Literatenkreisen geschätzt für seine treffend-skurrilen Wortprägungen wie für die Kunst, zu mitternächtlicher Stunde auf einem verstimmten Klavier den Geist Schuberts zu beschwören.« So sah ihn der Fotograf und… Continue Reading „63. Fälscherpoet“
Der Kabarettist Dietrich Kittner ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 77 Jahren in Bad Radkersburg in der Steiermark, wo er seit längerem lebte. Aber was heißt schon Kabarett? »Kabarett ist ja nur in Dikaturen verboten«, erzählte er 2010 dieser Zeitung, »die… Continue Reading „62. Gestorben“
schreiben – die Kunst, die voraus und davon eilenden Gedanken im entscheidenden Moment wieder einzufangen Hansjürgen Bulkowski
Ihren Unterhalt verdient die Dichterin mit Lektoraten, ab und an eröffnet sie Ausstellungen oder bekommt ein kleines Salär für eine Lesung. Doch alles, was Kerstin Becker tut, entspringt einer Begeisterung für Sprache, Kunst und Literatur. Im letzten Jahr erschien ihr poetisches Debüt „Fasernackte Verse“,… Continue Reading „60. Trotzdem“
Zwei Sätze reichen, um den kulturellen Hintergrund des Haiku zu erläutern: «Winzig erscheinen uns der Japaner selbst, seine Frauen, Häuser, Geräte, Gedichte. Aber er hat das Menschenmögliche in der Prägnanz, Plastik und Schärfe des Kurzgedichtes geleistet.» (…) Auch Schiller bezieht im Vorübergehen zarte Prügel:… Continue Reading „59. Kurzgeschichte“
Die Unwirklichkeit der Bilder, ja ihre Surrealität kulminiert in dem Vers „Sterne er wie Blumen pflückt“, mit dem Brentano eine poetisch-existentielle Formel anklingen lässt, die er mehrfach in verschiedenen Gedichten eingesetzt hat: „O Stern und Blume, Geist und Zeit/Lieb, Leid und Zeit und Ewigkeit!“.… Continue Reading „57. Sterne wie Blumen“
Ralf Rothmann erhält den mit 20.000 Euro dotierten Friedrich Hölderlin-Preis 2013 der Stadt Bad Homburg. Der Förderpreis in der Höhe von 7.500 Euro geht an den Schweizer Arno Camenisch. Die Jury ehrt Rothmann „für sein literarisches Werk, das sich in Gedichten, Erzählungen und Romanen durch atmosphärische… Continue Reading „55. Preis für Rothmann und Camenisch“
Das Raue – Aufbrüche auf ungebahnte Wege Autoren: Angelika Janz, Jürgen Buchmann, Robert Wohlleben Moderator: Bertram Reinecke Ein barocker Dichterwettstreit, die Dichtergruppe um Arno Holz, Fragmenttexte von Angelika Janz Marino griff bewusst über den verbindlichen stilistischen Kanon hinaus und befreite die Zeichen von Ihrer… Continue Reading „52. Das Raue“
Filips und Rinck sind Übersetzer – ein Übersetzer sieht ein Gedicht anders als ein Leser. Der Leser liest das Gedicht, liest im Gedicht, liest durch das Gedicht. Der Übersetzer ist mit all den Gedichten konfrontiert, die nicht da sind, die knapp neben dem Gedicht… Continue Reading „50. Para-Riding“
Trotz Google-Word-Dokumenten und aller technischen Finesse, die das Herz der Kollektive höher schlagen ließe: Es gibt gar nicht so viele Autoren, die ernstzunehmend in literarischen Arbeitsgemeinschaften produzieren. Dabei hat das italienische Kollektiv Wu Ming, eine Nachfolgegruppierung der anarchischen Luther-Blissett-Bewegung, vorgeführt, wie solche Formationen Literaturgeschichte… Continue Reading „49. Formbewusste Kollektivgedichte“
Lieber Ton, die Doppeldeutigkeit ist nicht vorsätzlich, sondern natürlich, nicht listig. Sie ergibt sich beim Schreiben, in der Schreib-Energie selbst und wirkt miteinander, gleichzeitig. Die Vielfach-Ladung von hält es an ist mir vor Deiner Frage gar nicht aufgefallen. Sie wirkt ja im Text auch nicht preziös,… Continue Reading „48. Nicht zweideutig“
„Der Text als Test“ hat der neue Poetikdozent seine Vorlesung überschrieben. Und er lässt seine Zuhörer an seinem Prozess des Dichtens teilnehmen. Was fällt mir ein, wenn ich dieses oder jenes Wort höre? fragt er. Und warum überhaupt „ich“? Hans Thill hat einen Band… Continue Reading „45. Test“
Die Kunst ist mir ein so Hohes und Erhabenes, sie ist mir, wie ich schon einmal an einem anderen Orte gesagt habe, nach der Religion das Höchste auf Erden, so daß ich meine Schriften nie für Dichtungen gehalten habe, noch mich je vermessen werde,… Continue Reading „43. Dichtung / Dichter“
Lyrik gilt als Liebhaberei. Das ist gut so – auch wenn es nicht unbedingt als Kompliment gemeint ist. Aber wie die Dinge liegen, gibt das wenigstens den Liebhabern die Gelegenheit, über die freieste literarische Form frei zu sprechen: über ihre Eigenarten, ihren einzigartigen Reiz,… Continue Reading „42. Dieter Lampings Lyrik-Kolumne“
Neueste Kommentare