Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Diese* Rezension fängt gut an: Es gibt Lyriker, die unentwegt wollen, was sie schon können. Ihre Gedichte laufen Gefahr, wie aus dem Register gezogen zu wirken. Sie sind kunstfertig gebaut, elegant im Auftritt, aber durch ihren reibungsarmen Gestus auch wieder schnell vergessen. Der Sirenengesang… Continue Reading „Ein Texttyp“
Die Frage nach der „Zeit“ und unserem Verhältnis zu ihr ist ein Kernthema aller Literatur und Philosophie. Über alle Genregrenzen hinweg. Neben Günter Grass und Rüdiger Safranski haben wir noch ein interessantes, eher leichtfüßiges Beispiel im Angebot. Andrascz Jaromir Weigoni stellt mit einem Hörspiel… Continue Reading „Andrascz Jaromir Weigoni: Unbehaust“
Ist eine Papierhülle schon Lyrik? Mit Flarf Disco tastet Hartmut Abendschein die Synergien zwischen moderner Lyrik und Popsong neu aus. Alle zwei Monate erscheint das Popkultur-Magazin Spex mit einer CD als Zugabe. Ausgehend von den Musiktiteln auf der Papierhülle arrangiert der Lyrikband 60 Popgedichte… Continue Reading „Ähnlich wie der Remix“
Rücksicht nehmen muss ein Mensch in diesem Alter nicht mehr; erst recht nicht ein Künstler. Von den Alterswerken der Maler ist bekannt, dass sie sich oft durch einen freieren, kühneren Strich auszeichnen. Auch Grass’ letzte Gedichte atmen den Geist der poetischen Freiheit: Haiku-artige Vierzeiler… Continue Reading „Vonne Endlichkait“
Nach seiner Emeritierung nahm Hincks wissenschaftlich-essayistische Produktivität noch einmal staunenswert zu: Unter anderem entstanden das Buch über Heine und den Antisemitismus sowie eine Geschichte der deutschen Lyrik in 100 Einzelinterpretationen – sie wird man ob der sensibel-genauen Lektüre der Texte und ihrer Einbettung in… Continue Reading „Nachruf auf Walter Hinck“
Da sitzt an unserem Schreibtisch auf der noch regennassen Wiese Serkan Erol und rezitiert Goethe, Paul Celan, Rilke und andere Dichter, auch türkische wie Orhan Veli Kanik. Auf dem Rücken seines schwarzen Shirts steht in weißen Lettern: „Staune vor Poesie“. Wir staunen. Serkan, geboren… Continue Reading „Staune vor Poesie“
aus wie vielen lüften besteht die atmosphäre und wie viele davon sind gerade in gebrauch? Von heute bis Sonntag: jeden Tag ein Zweizeiler von Tristan Marquardt aus der Kategorie „fragen der wahrnehmung“ als Gedicht der Woche auf www.signaturen-magazin.de
Zum 30. Mal finden die Literaturtage Lana statt und sind zwischen 26. und 28.08.2015 der Literatur in unterschiedlichsten Formen auf der Spur: in Lesungen, Gesprächen, Hommagen, Filmvorführungen und schließlich in einer Exkursion ins Nonstal, die Bunker, Trümmersprache und Heiligenlegenden aufsucht. (…) Um das diesjährige… Continue Reading „Literaturfestival Lana“
An diesem Punkt der Rede wird die Schwerkraft ähnlich unsrer Wenigkeit ganz leicht zu überwinden sein. Jeden Donnerstag punkt 11 Uhr veröffentlicht L&Poe ein ungedrucktes Monostichon des Schweizer Dichters Felix Philipp Ingold. Mehr
„Vonne Endlichkait“ heißt Günter Grass‘ letztes Buch. Noch kennt es keiner. Der Schriftsteller Peter Wawerzinek hat Grass‘ letzte Gedichte deshalb vorausschauend selber geschrieben. 9 Grass-Gedichte von Wawerzinek in der Welt. Das kürzeste davon geht so: Letzte Weisheit Mit Willi Brandt, Amundsen und Scott habe… Continue Reading „Geleakt“
Schulz‘ an den Moment gebundene Experimentierfreudigkeit macht sich vor allem in seinen Prosagedichten bemerkbar. Meist nicht länger als eine Seite, vermögen sie einen in unberechenbare semantische und syntaktische Schwingungen zu versetzen. Man könnte sie als improvisierte Stepptänze auf engstem Raum bezeichnen. Ob es sich… Continue Reading „Stepptänze. Die Sterne rufen“
Zwei Auszüge: Es braucht nicht den Blick auf den ironischen, als Motto fungierenden Satz des französischen Philosophen Michel Serres, um bei der Lektüre der Gedichte früh zu erkennen, dass der Hintergrund der Poetik Callies’ ein philosophisch-dekonstruktivistischer ist: „Die Konstruktion des Körpers gleicht der Erfindung… Continue Reading „Vom Einhorn“
Wie Streichhölzer sind Mikadostäbe leichte, bildkräftige, gestennahe Alltagsgegenstände. Lässt man ein Bündel fallen, ergeben sich komplizierte Figuren, in denen die Stäbe zu schweben scheinen. Das „Mikado-Geäst“ ist kein organisches Gewächs, es ist ein kunstvolles Gebilde. Aber abgeschlossen gegen die Außenwelt, zumal die Geschichte, ist… Continue Reading „Mikado-Geäst“
Das schmale Werk von August Stramm wäre schon lange in Vergessenheit geraten*, hätte dieser Dichter nicht schreiende Gedichte des Verstummens hinterlassen, und damit die inneren Verwerfungen des modernen Menschen wie unter einem Brennglas formuliert. Die Widmungsanthologie, die der fleißige Lyrik-Vermittler, der Weßlinger Anton G. Leitner mit… Continue Reading „Weltpost ins Nichtall“
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