Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Veröffentlicht am 28. Dezember 2020 von lyrikzeitung
Alfred Wolfenstein
(* 28. Dezember 1883 in Halle; † 22. Januar 1945 in Paris)
MUND
Im Wege ist mein Mund mir, wenn ich sprechen will,
Er liegt so sicher und aufdringlich still,
In des Gesichtes Reize ist er zu verstrickt.
Er blickt zu sehr hinaus und wird erblickt.
Ein Fremder ist er, welcher mich genießt,
Mühlos von meinen Worten überfließt.
Und fast nur hört — er spricht fast gar nicht was er spricht
Und macht doch den, der alles tut — und ist fast nicht,
Ist nicht einmal das Tor, — ein Loch, durchschrien
Vom Geist voll Scheu, — ein Zufall, — ja ich hasse ihn —
Der ich mich liebe.
Aus: Alfred Wolfenstein, Die gottlosen Jahre. Berlin: S. Fischer, 1914, S. 43
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Alfred Wolfenstein
Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..
| 中国大好き bei Mein Vater hat mich sehr … | |
| digitalassistenz bei Was Literatur sein kann | |
| versspielerin bei mein tod kennt mich nicht… | |
| jogels61 bei mein tod kennt mich nicht… | |
| jogels61 bei mein tod kennt mich nicht… | |
| lollapaloozacertain0… bei Anti-Jazz, schreiben sie | |
| Angelika Janz bei was soll sich auch dadurch gro… | |
| Stan Lafleur bei Einmal rief Thomas Kling mich… | |
| lyrikzeitung bei Was in mir tobt bin ich |
Kann zu diesem Blog derzeit keine Informationen laden.
sehr interessantes gedicht.
LikeLike