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Veröffentlicht am 29. September 2018 von lyrikzeitung
„Mich dünkt, dass auch das Silbenmaß hin und wieder etwas mit ausdrücken müsse“. Wer hat das gesagt, oder zitiert? Hier so ein Fall. Vielleicht fällt jemand was dazu ein.
Menantes
(Christian Friedrich Hunold)
Uber ihre Untreue
Immer hin/
Falsches Hertze/ leichter Sinn!
Lesche nur die starcken Kertzen
In den sonst entflammten Hertzen/
Weil ich es zu frieden bin.
Immer hin/
Falsches Hertze/ leichter Sinn!
Schwur und Treu
Sind Betrug und Heucheley.
Auch die allerschönsten Decken
Sind gar selten ohne Flecken/
Und die Damen einerley.
Schwur und Treu
Sind Betrug und Heucheley.
Doch wie schön
Wissen sie sich vorzusehn.
Wenn die Muschel ist gebrochen/
Und die Perle draus gestochen/
Soll sie erst verschlossen stehn.
Doch wie schön
Wissen sie sich vorzusehn.
Drüm mein Geist/
Suche was unsterblich heist/
Liebe wo die schöne Jugend
Dich durch Klugheit und durch Tugend
Ewig mit Vergnügung speist.
Drüm mein Geist
Suche was unsterblich heist.
Aus: Menantes (Christian Friedrich Hunold): Die Edle Bemühung müssiger Stunden. Hamburg: Liebernickel, 1702
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Christian Friedrich Hunold
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Aber vielleicht hatte es Günther doch von dem 15 Jahre älteren Hunold. Nur weil ich Günther früher und öfter als Hunold gelesen habe, muss ich nicht von mir auf andre schließen.
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