Die Islams

Aus dem Interview, das Maike Albath mit dem syrisch-libanesischen Dichter Adonis führte:

Was sagen die arabischen Intellektuellen in Paris…?

Sie haben sich soldidarisch erklärt mit der französischen Bevölkerung … sie waren genauso betroffen wie alle anderen. Darf ich Ihnen eine Gegenfrage stellen: Warum hat Europa soviel Zeit in Anspruch genommen bis es aufgewacht ist und festgestellt hat, daß dieser Terror so fürchterlich ist…

Über „den“ Islam:

Es gibt nicht nur einen Islam … diese Islams von denen ich jetzt spreche sind nicht homogen, sie … unterscheiden sich in wesentlichen Punkten des Verstehens des Islam. Wenn ich jetzt nachforsche in der Geschichte des Islam, bin ich sehr erfreut, wenn ich feststelle, dass kein einziger großer Dichter dieser Geschichte überhaupt an Islam geglaubt hat. Denn der koranische Text war ja gegen die Dichter, und der Islam, der koranische Text, meine ich, hat diese Dichter einfach isoliert und gesagt, diese Dichter sind nicht in der Lage, die Wahrheit zu sagen. Aber die Dichter waren auch gegen den koranischen Text.“

Aus Sure 26 (Die Dichter):

Soll ich euch sagen, zu wem sich die Satane herabbegeben?

Zu den vermessenen, sündigen Lügnern.

Sie hören den Satanen zu, und die meisten von ihnen sind Lügner.

Den Dichtern folgen die Verführten.

Siehst du nicht, daß sie sich in allen Fächern (der Dichtkunst) herumtreiben,

und daß sie sagen, was sie nicht tun?

Quelle

2 Comments on “Die Islams

  1. adonis wird das auch wissen. „hafis“ heißt ja überhaupt „jemand der den koran auswendig kann“. ich glaube, so ist das auch nicht gemeint. hafis war wie viele andere große arabische oder persische dichter auch nicht unumstritten und lebte damals im konflikt mit der orthodoxie. nach der „islamischen revolution“ chomeinis soll er sogar lange verboten gewesen sein, weil zu frech, zu unorthodox. goethe schrieb in einem gedicht über hafis und die „wortgelehrten“: „du aber bist mystisch rein / weil sie dich nicht verstehn / der du, ohne fromm zu sein, selig bist / das wollen sie dir nicht zugestehn“

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  2. Lässt meine Füsse nimmer straucheln
    Und wehret meiner Noth.

    Soll dieses Treiben frecher Wölfe
    Noch länger fortbesteh’n?

    Lass, Löwe Gottes1, mich die Klauen,
    Die sieggewohnten, sehn!

    Der Paradies und Hölle theilet,
    Der Knotenlöser, Gott,

    Lässt meine Füsse nimmer straucheln
    Und wehret meiner Noth.

    Soll dieses Treiben frecher Wölfe
    Noch länger fortbesteh’n?

    Lass, Löwe Gottes1, mich die Klauen,
    Die sieggewohnten, sehn!
    (Hafis)
    Mit Gruß, hab bei Wikipedia gerad gelesen, dass Hafis als kleiner Junge schon eine ganz Menge Rezitationen des Korans auswendig aufsagen konnte.

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