Gedenkfeier (auch) für Charles Péguy

Vor hundert Jahre kam es in Berlin im Architekturhaus zu einer denkwürdigen „Gedenkfeier für die gefallenen Dichter“. Die Presse wollte damals die Ankündigung „nicht bringen, weil auch eines Franzosen darin gedacht war.“, schrieb der DADA-Gründer HUGO BALL in seinem Tagebuch.
Erst nach „Streichung des Namen von Charles Péguy, da dieser kein deutscher Dichter ist.“, wie Franz Pfemfert berichtete – wurde der Hinweis auf die Veranstaltung in diversen Tageszeitungen abgedruckt.
Der Franzose Charles Péguy, Zentralfigur der Pariser Intellektuellen der Vorkriegszeit, starb mit 41 Jahren am Vorabend der Marneschlacht und trug engagiert dazu bei, den deutschen Durchmarsch nach Paris zu verhindern. Heute ist er weitgehend vergessen, aber Walter Benjamin schrieb in einem Brief an Gershom Scholem, 15.9.1919: „Ich las wieder einiges von Péguy. Hier fühle ich mich unglaublich verwandt angesprochen. Vielleicht darf ich sagen: nichts geschriebenes hat mich jemals so aus der Nähe aus dem Miteinander berührt. Gewiß hat mich vieles mehr erschüttert; nicht aus Erhabenheit sondern aus Verwandtschaft rührt mich dies an. Ungeheure Melancholie gemeistert.“ Walter Benjamin plante in den Jahren 1919 – 1920 eine Essaysammlung von Charles Péguy bei S. Foscher oder Kurt Wolff herauszugeben. Diese Ausgabe kommt jedoch nicht zustande…
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Charles Péguy Porträt-Zeichnung von Egon Schiele
In einer dokumentarischen Lesung wird die Rekonstruktion der „Gedächtnisfeier“ (Autor: Karl Piberhofer) unter Mitwirkung (Sprecherrollen) von: Frank Arnold, Michael Braun, Eckhard Faul, Simone Kornappel und Norbert Lange vorgetragen

Mehr zur Lesung am 9. Oktober 2015 im Literaturhaus Berlin unter:

und
Unter dem Titel „ERSTER WELTKRIEG – 100 JAHRE – DADA“ folgt dieser Lesung TEIL I  eine Lesung TEIL II am 4. November in der Landesvertretung NRW, die die Entstehungsgeschichte DADAs anhand einer Zitaten-Collage darstellt.
Mit diesen dokumentarischen Lesungen soll in Zusammenarbeit mit der Hugo-Ball-Gesellschaft (Pirmasens) an die künstlerische Opposition gegen den Ersten Weltkrieg erinnert werden, die den DADAISMUS hervorgebracht hat.
Karl Piberhofer
píberhofer K produktíon
P.S.: 
Eine Biographie über ein libertäres Paar und ein Leben voller Leidenschaft und Exzentrik“, so bewirbt der Suhrkamp Verlag den gerade erschienenen Band von
Bärbel Reetz, Das Paradies war für uns – Emmy Ball-Hennings und Hugo Ball, Suhrkamp Verlag, insel taschenbuch 4400, Klappenbroschur, 477 Seiten, Mit zahlreichen bisher unveröffentlichten Abbildungen, Preis D: 16,99 € / A: 17,50 € / CH: 24,50 sFr.

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