Preiswürdige Sprachexperimente – Stadt Münster ehrt Charles Bernstein

Poesiepreis an den US-Amerikaner und zwei Übersetzergruppen / Öffentlicher Festakt am 10. Mai im Erbdrostenhof

Münster (SMS) Nach Ben Lerner 2011 ist es erneut ein US-Amerikaner, den die Stadt Münster mit ihrem Preis für Internationale Poesie ehrt: Charles Bernstein, führender Kopf der „language poets“, erhält die Auszeichnung zum Abschluss des Lyrikertreffens am Sonntag, 10. Mai.
Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe wird im Erbdrostenhof nicht nur dem gebürtigen New Yorker gratulieren: Der mit 15 500 Euro dotierte Poesiepreis geht zugleich an die beiden Übersetzerteams „Versatorium“ um Peter Waterhouse (Österreich) und das deutsche Dichterquartett Tobias Amslinger, Norbert Lange, Léonce W. Lupette und Mathias Traxler. Obgleich der Preis schon 1993 ins Leben gerufen wurde – Anlass war das Stadtjubiläum – ist er mit seinem engen Bezug zur Übersetzungsleistung in der Literaturlandschaft immer noch einmalig. Vergeben wird er für die beiden Bände „Gedichte und Übersetzen“ (2013) und „Angriff der schwierigen Gedichte“ (2014).

Interessierte Zuhörer sind zum Festakt – er beginnt um 11 Uhr – willkommen. Sie dürfen sich auf die Sprachexperimente, auf die gewitzten Wortspiele, Lautgedichte, auf Verse, Parodien und Collagen eines Charles Bernstein freuen, der der literarischen Avantgardebewegung, der Language Poetry, zugeordnet wird. „Souverän wie risikoreich“ experimentiere der Dichter und Literaturwissenschaftler aus Philadelphia mit literarischen Formen und Genres, urteilte die Jury. Nicht minder gilt das für die beiden Übersetzergruppen. Auch sie demonstrieren beim Festakt mit Kostproben die Fülle an Möglichkeiten, Bernsteins Gedichte ins Deutsche zu übertragen und zu verstehen.

Zuvor wird Marie Luise Knott die Laudatio halten. Die Berlinerin arbeitet als Journalistin, Herausgeberin und als Übersetzerin. Zurzeit gehört sie dem Vorstand des Deutschen Übersetzerfonds an. 2011 war Knott für ihr Essay über die Denkwege bei Hannah Arendt für den Buchpreis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Musikalisch gibt es einen Dialog zwischen Klavier und Klarinette. Die Solisten sind der ungarische Klarinettist Zsigmond Kara, Preisträger der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit GWK, und die japanische Pianistin Hiroko Arimoto. Beide sind Absolventen der Musikhochschule Detmold.

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