40. Die Sonne von Greiz

Aus dem vier Meter großen Verschlag, in dem Günter Ullmann sein Leben lang schrieb, ging der Blick in einen Hinterhof, den der Dichter folgendermaßen charakterisierte:

der winter
bleibt klein

die sonne hat
vier ecken

Es war die Sonne von Greiz, die Sonne der vogtländischen Provinz. Einer Provinz, die, wie es der Autor unseres Buches ausdrückt, die „dichteste Dichte dissidentischer Dichter“ in der DDR hervorbrachte.

Aus dem nur zehn Kilometer entfernten Reichenbach stammen Hans Joachim Schädlich, Jürgen Fuchs und Utz Rachowski, in Greiz selbst lebte lange Zeit Reiner Kunze und eben Günter Ullmann, dem Udo Scheer seine Biographie gewidmet hat. Sie ist nicht nur deshalb von Bedeutung, weil sie einen zu Unrecht wenig bekannten Dichter dem Vergessen entreißt, sondern auch, weil sich in seiner Lebensgeschichte mehrere für seine Generation exemplarische Biographien zu vereinen scheinen, die ein sehr komplexes Bild vom Leben in der großen Provinz namens DDR ermöglichen. / Bernd Wagner, DLR

Udo Scheer: Die Sonne hat vier Ecken. Günter Ullmann – Eine Biographie 
Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2012

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