69. Porzellan-Engel

Die vielleicht schönste Definition dafür, was konkrete Kunst kann und will, hat der Begründer der konkreten Poesie einst selbst geliefert: „Es ist kein Abbilden mehr, sondern ein Umdenken der Welt in Kunst.“ Die Rede ist von Eugen Gomringer (85), der in den frühen 50er-Jahren, von Entwicklungen in der bildenden Kunst ausgehend, jeder Art von Symbolismus in der Literatur eine Absage erteilt hat. …

Dass ein solches „Umdenken der Welt in Kunst“ auch einen Brückenschlag zum Produktdesign nahelegen kann, das könnte am Sonnabend im Eberswalder Paul-Wunderlich-Haus deutlich werden. Dort wird Gomringer im Gespräch mit dem Kulturwissenschaftler Kenneth Anders nicht nur über sein dichterisches Schaffen reden, sondern vor allem in eine Auswahl an Porzellanwaren einführen, die der Eberswalder Paul Wunderlich für die Porzellan-Manufaktur Rosenthal aus dem Fichtelgebirge entworfen hat: Farbig gestaltete Tassen, bei denen Engelsflügel die Funktion des Henkels übernehmen. / BORIS KRUSE, Märkische Oder-Zeitung 17.11

12 Comments on “69. Porzellan-Engel

  1. zufällig auf facebook gefunden: eine schöne ANDERE art und weise, den symbolismus zu überwinden 🙂 auch in den 60ern:
    http://www.orf.at/stories/2026372/2026314/
    „…eine kleine Sensation, was abseits … der Vienna Art Week unbemerkt in Krems über die Bühne geht: … die größte, konzentrierteste Ausstellung des Nouveau Realisme eröffnet, die jemals in Österreich zu sehen war. Anlass ist das fünfzigjährige Jubiläum des Manifests der Bewegung…“

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    • Mist, Duden Synonymwörterbuch:

      1. Dung, DüŸnger.

      2. a) Talmi; (öšsterr.): Graffelwerk; (ugs.): Klimbim, Krimskrams; (šösterr. ugs.): Kramuri; (abwertend): GerŸümpel, Hokuspokus; (ugs. abwertend): Firlefanz, Kitt, Kleister, Kram, Krempel, Plunder, Ramsch, Schrott, Schund, Tinnef, Zeugs; (ugs., oft abwertend): Schnickschnack, Tršödel, üŸberflŸssiges/unnŸützes Zeug; (salopp abwertend): Dreck, Klumpatsch, Zinnober; (derb abwertend): Scheiß; (derb emotional verstäŠrkend): Scheißdreck; (landsch.): Gedšöns; (bayr., öšsterr. ugs.): Glumpert; (veraltend): Tand.

      b) Nonsens, Unfug, Unsinn; (ugs.): Blech, Kokolores, Larifari; (ugs. abwertend): Blšödsinn, Humbug, KäŠse, Kiki, Kohl, Schmarren, Schwachsinn, Stuss, Tinnef; (ugs., oft abwertend): dummes Zeug; (salopp): Bockmist, Koks; (salopp abwertend): Quark, Quatsch, Zinnober; (derb abwertend): Scheiß; (west[m]d.): Kappes.

      © Duden – Das Synonymwšrterbuch, 4. Aufl. Mannheim 2007 [CD-ROM]

      Duden Fremdwörterbuch:
      Mist der; -s, -e : (Seew.) leichter Nebel

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  2. korrektur (echt schwierig, das layout-feld abzuschätZen):

    DAS AUFGEBLASENE BIO-PRODUKT

    bio bio bio bio bio bio bio bio bio
    bio bio bio bio bio bio bio bio bio
    bio bio bio bla bla bla bio bio bio
    bio bio bio sen sen sen bio bio bio
    bio bio bio bio bio bio bio bio bio
    bio bio bio bio bio bio bio bio bio

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  3. DAS AUFGEBLASENE BIO-PRODUKT

    bio bio bio bio bio bio bio bio bio
    bio bio bio bio bio bio bio bio bio
    bio bio bio bla bla bla bio bio bio
    bio bio sen sen sen sen bio bio bio
    bio bio bio bio bio bio bio bio bio
    bio bio bio bio bio bio bio bio bio

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  4. „jeder Art von Symbolismus in der Literatur eine Absage erteilt“ ???

    ja lieber gratz, du lachst jetz, denn du ahnst naHtürlich, daß ich der versuchung nicht widerstehe 😉 aber eigentlich ist da ja hopfen und malz verloren. als forscher kann man da nur den kopf schütteln: es bedarf einer ziemlich halbherzigen pop-definition des begriffs „symbol“, um sich mit billigen sprachspielen zu begnügen, die noch nichtmal dem malewitschen suprematismus das wasser reichen – geschweige denn der quantenlyrik… aber mir solls wurscht sein. der mensch braucht anscheinend die simpelste historisierung, die möglich ist, hauptsache schublade auf und alles reingequetscht, was im selben tapetenmuster angepinselt wurde. was aber im weihnachtspäckchen WIRKLICH drin ist, scheint ihm egal, hauptsache, es glänzt alles fein unterm tannenbaum. genau wie im supermarkt: steht bio drauf, muß ja auch bio drin sein. bio bio bio, alles ist bio. vielleicht überzeugender im visuell-poetischen konkretionsstil? na bitte, hier der vorzeitige gruß vom zen-nikolaus:

    bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio bla bla bla bla bio bio bio bio sen sen sen sen bio bio
    bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio bio

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    • ja, lieber tom, zeitungsartikel lesen will auch gelernt sein. Die arbeiten eher nicht mit wissenschaftlich haltbaren definitionen (unterstellen wir sie mal der wissenschaft oder sonstigen kennerschaft). für mich ist es einfach eine ankündigung – wär ich in der nähe, würd ich mir den alten herrn und den kunstwissenschaftler mal anhören und die tassen angucken und sehen, was wird. ein bißchen scheint mir, daß du da machst, was du den andern vorwirfst. nimmst paar zeitungsworte für schubladen und weißt genau, was drin ist?
      – das mit dem antisymbolistischen drive ist ein thema für sich, über den ich mit dir bei ein paar bier diskutieren würde. ich sehe eugentlich* – ich spreche von lyrik – das ganze 20. jahrhundert mehr oder weniger als gescheiterten versuch, sich aus der modernen (symbolistischen) sprache des 19. jahrhunderts zu befreien. das sind in rußland futurismus und akmeismus (achmatowa und mandelstam), in deutschland teile des expressionismus (dessen, was man so nennt, d a s wär so eine schublade, die sich durchgesetzt hat zum schaden der literatur), dada, neue sachlichkeit, verschiedene realismen wie brechts, surrealismus oder dann die konkreten, noch später brinkpop, pastiors oulipo und so. in die linie stelle ich auch deine experimente. literaturgeschichtlich ist das alles gescheitert. das 20. jahrhundert hat gar nicht stattgefunden, es fällt immer wieder in den dunstkreis des 19. zurück und damit des symbolismus. brechts metaphernlose gedichte werden in den schulen als symbole gelesen, surrealismus suchen wir bei celan oder, ich sag mal popp mit 3 p. auch die junge lyrik im 21. jh. arbeitet sich immer noch an der gleichen grenze ab. vielleicht weil literatur- und wissenschaftsbetrieb das immer wieder so zurechtstutzen? weiß ich nicht, aber denke.

      *) toller tippfehler, herr eigen gomringer!

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      • hm, magst recht haben mit der kritik an meinem vorgehen… aber dann träfe vielleicht die kritik eines anderen lesers vor einiger zeit zu, daß die tickermeldungen weniger zurecht gestutzt sein sollten (so ähnlich hab ich es in erinnerung) – oder, mit verlaub: von DIR noch öfters mit deinen wunderbaren wissenschftlichen kommentaren ergänzt würden (um dem geschimpfe und genörgel eines fans wie mir vorgebeugt würde). jaja, ich weiß, dann kriegst natürlich DU häufiger schelte, daß du zu sehr eingreifst oder manipulierst, aber du schaffst es eigentlich immer, sehr sachliche (aber manchmal zum glück auch feurige) randnotizen mitzuliefern, die das lesen noch genußvoller machen! schließlich bist du nicht „nur“ herausgeber der zeitung, sondern auch mit inhaltichen bemerkungen eine begnadete/gebildete „instanz“ (während ich ja wirklich nur provoziere, um das ungesagte MEHR heraus zu kitzeln!). auch für den tollen „mist“-background herzlichen dank, so macht der duden spaß! 🙂

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      • P.S. allerdings würd ich doch sagen, daß zunächst einmal JEGLICHE „abstrakte“ (also eigentlich konkrete) art von LAUTMALEREI die symbolistische ebene der sprache überwindet, oder nicht? da wo der klang KEINERLEI (bildhafte) „assoziation“ (also erinnerung an eine vertraute/ bereits abgespeicherte information im gedächtnis) mehr weckt. in solch einer „tradition“ (auch eine fahrlässige schublade?) sehe ich die quantenlyrik. natürlich kann ich da nur von mir privat ausgehen: als LESER von quantenlyrik (unabhängig davon daß ich sie selbst „erfand“ = entdeckte: das lyrische ich MUSS zum sich selbst „lesenden ich“ werden, um sich zu prüfen!), als der ich immer wieder in einem emotionalen glücksrausch schwelge, wenn ich zeilen wie „ÄS IE ÖRP“ (aus dem gedicht „paradies“ die gequantelten zeilen „gläsern die körper“) lese. das mag verrückt sein, aber dieser und NUR dieser „glücksrausch“ ist MEIN persönlicher maßstab für die „richtigkeit“ eines kunstwerkes, egal welcher disziplin, und vorallem: egal von wem, also auch von sich selbst, vielleicht sogar erstrecht und ganz besonders! diese INNERE EKSTASE des „bingo“-gefühls beim verfassen eines textes kennt wohl JEDER von uns dichtern, wenn sich bei ihm/ihr aus 100%iger SELBSTEHRLICHKEIT (=das selbstkritische „offene“ um wahrheit ringen) das gefühl einstellt, „fertig“ zu sein: so und nicht anders muß der text lauten. „lauten“ 🙂 nicht jeder mensch ist gewiss so bekloppt wie ich und sehnt sich nach einem „gegenstandslosen“ (absolut „konkreten“!) bingo-gefühl, weil nicht jeder dieses „übertriebene“ bedürfnis nach „mystik“ hat. im gegenteil: der typus des klassisch „religiösen“ menschen (der mir nämlich letztlich als ein dualistisch-metaphysisch „um die ecke“ [ins überblaue] umgeleiteter materialist scheint!) gibt sich mit NAMEN (begriffen) und glaubenssystemen zufrieden und würde womöglich den seinsschock (bzw die „seinsfühlung“, wie es karlfried graf von dürckheim in seinem buch „VOM DOPPELTEN URSPRUNG DES MENSCHEN“ nennt) gar nicht verkraften, wenn sich sein gott plötzlich als „hohl“ (lochißmus lässt grüßen!) erwiese, sobald er sich „ihm“ wirklich „hingeben“ würde, wie es die mystiker immerschon forderten: du kannst gott nur finden, wenn du ihn loslässt, sinngemäß. du verstehst, wovon ich rede, oder? manch ein leser möchte jetzt vielleicht einwerfen: aber was hat SOLCH ein thema bitte in der LYRIK-zeitung zu suche? aber da kann ich beruhigen: auch ernst meister und allen ginsberg waren geheime lochisten und hatten als hauptantriebskraft ihrer dichtung dies SPIRITUELLE ebene. behaupte ich. nur sie gibt einem die BEDINGUNGSLOSE sicherheit und den FREIEN mut, trotz aller widrigen lebensumstände (und psychischen ängste) laut zu sagen, was das lyrische ich in einem loswerden muß. oder nicht???? ok, dann wäre ich eine ausnahme. aber ich halte mich persönlich keineswegs für eine ausnahme sondern eher für einen REPRÄSENTANT eines geheimen „unterstroms“ (um nochmals HEL’s wörtchen zu zitieren), der sich durch die jahrhunderte schleicht wie ein wind, der jeden klimawandel übersteht… wer leute wie mich „esoteriker“ SCHIMPFT (obwohl das einem ritterschlag gleicht!), gehört eher einer modernen inquitionsmasse an. guten morgen, greifswald, du kannst so wunderbar sein 🙂 http://www.QUANTUMPOETRY.de

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