7. Slowenische Sternensprache

Mit 33 Gedichtbänden gehört Tomas Šalamun zu den produktivsten und international bekanntesten Lyrikern Sloweniens. Auf Einladung der Galeristin Susanna Rüegg las er kürzlich an der Schipfe 39 aus seinem Band «Vier Fragen der Melancholie». …

Kein Stoff ist ihm heilig, während das Ich seine Masken wechselt, sich als Gott und Monstrum gebärdet und die Sprache alle Register experimentellen Spiels erprobt. Zu Šalamuns Vorbildern gehören Rimbaud und Lautréamont, der Erfinder der «Sternensprache» Welimir Chlebnikow und der slowenische «Konstruktivist» Srecko Kosovel. / Ilma Rakusa, NZZ 4.2.04

Der Link ist offenbar nicht mehr erreichbar; falls Sie die Papierausgabe suchen: Der Artikel steht – merkwürdiges Land! – nicht im Feuilleton, sondern im Lokalteil. Ob die deutsch-polnische Versöhnung besiegelt ist, wenn im Lokalteil deutscher Tageszeitungen avantgardistische polnische Dichter behandelt werden? – Aber wir sind auf dem Wege: Der Nachruf auf Czeslaw Niemen (L&P 01/2004) fand sich im Berlin-Teil der taz.

Auf Deutsch sind kürzlich erschienen: «Vier Fragen der Melancholie» und «Aber das sind Ausnahmen», übersetzt von Peter Urban, Edition Korrespondenzen, Wien 2003, 2004.

Apropos Amerika (Nr. ):

In den USA, wo er seit vielen Jahren Poetikdozenturen betreut (und von 1996 bis 1999 slowenischer Kulturattaché war), gilt er nicht nur als einer der bedeutendsten Dichter Mitteleuropas, sondern als Lyriker im Weltmassstab. Charles Simic hat ihn ediert, John Ashbery mehrfach über ihn geschrieben. «In Amerika habe ich Schüler», bekennt Šalamun nicht ohne Stolz, in Slowenien sei es dagegen still geworden um ihn. «Man ist skeptisch gegenüber einem gewissen Erfolg im Ausland.»

Bekannt in den USA, Österreich und der Schweiz – und in Deutschland**)? Fortsetzung folgt.

**) O ja, er war Gast beim Lyrikertreffen in Münster 1989 (Spartentreffen Osteuropa). Und 1972 gab es einen Band bei S. Fischer. Der Rest ist Ausland. (Gern lasse – oder heißt es ließe***)? – ich mich eines Besseren belehren!)
***) Abgesehen von den Konjunktiven ist die Prosa von de Toys absolut fehlerfrei! (HEL 2002) – Mitteilung an Tom: Die Bücher sind in Arbeit!

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