Mager dagegen –

wie stets spätestens seit der vorletzten Zeit-Reform – die Bilanz in den 16 Seiten „Zeit“-Feuilleton samt Literaturbeilage (Ausgabe 2/2001): 4 Gedichte statt einer Rezension von – Zeitleser ahnen es – Robert Gernhardt auf der 16. (48.) Seite, die Kurzbesprechung einer Sammlung von Schüttelreimen Carl Amérys (42) – der Rest der Seite ist größtenteils mit Besprechungen von, immerhin, Dichterbiographien gefüllt: Eichendorff und Brentano mitsamt der Liebesgeschichte von Ricarda und Richard Huch; zwar Lyrik ist das auch nicht; kommen noch anderthalb Sätze zu einem Buch über Schillers Ballade vom verschleierten Bild zu Sais und ihre griechischen und Ägyptischen Hintergründe; als Zugabe unter 8 Fotos rauchender Dichter etwa 3 von Lyrikern ( Jan S., Arnold Stadler, Joseph Brodsky, 45). – Vielleicht noch die Werbung: Doktor Faustus oder Doktor Schiwago? 73 % aller ZEIT-Leser lesen mehrmals wöchentlich in einem Buch (36). Sollte es das Letztgenannte sein, könnten sie ja, wenn sie im Schluß des Buches herumlesen, auf die großartigen, wenn auch leider immer noch nicht adäquat übersetzten Gedichte von Boris Pasternak stoßen. Armes Deutschland der Dichter und Lenker.

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