Kategorie: Katar

13. Verfolgung

Am Golf wurde eine Reihe Autoren von Twitter-Einträgen, Blogs oder Internet-Gedichten verhaftet. Zwei Kuweitis wurden Anfang des Jahres zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil sie gegen den Herrscher getwittert haben sollen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde ein neues Internet-Gesetz beschlossen, das die Machthaber schützen soll. In Katar wurde der Dichter Mohammed ibn al-Dib al-Ajami im November zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er 2011 unter dem Eindruck des Aufstandes in Tunesien das Gedicht ‘Tunesischer Jasmin’ online vorgetragen hatte. Die Worte ‘Im Angesicht der Unterdrückung sind wir alle Tunesier’ nahm der Emir offenbar persönlich. Ajamis Anwalt will das Urteil in diesen Tagen anfechten. / Sonja Zekri, Süddeutsche Zeitung 26.1., S. 14.

166. Verurteilt

Ein Gericht in Katar verurteilte einen Dichter zu lebenslanger Haft wegen Aufruf zum Sturz der Regierung und Kritik am regierenden Emir, teilte sein Anwalt mit. In seinen Gedichten lobte Muhammad Ibn al-Dheeb al-Ajami den arabischen Frühling und kritisierte den katarischen Emir Scheich Hamad bin Khalifa al-Thani. Katar unterstützte die Aufstände in anderen Teilen der arabischen Welt.

Der 36jährige Ajami ist seit einem Jahr in Einzelhaft und hat seitdem seine Familie nicht gesehen. / NBC News

3. Inhaftierung eines Dichters

Amnesty International hat die Inhaftierung eines Dichters in Katar vor einem Jahr verurteilt und fordert seine sofortige Freilassung. Mohammed Al-Ajami, auch bekannt als Muhammad Ibn Al-Dheeb, wurde am 16. November 2011 verhaftet. Er wird der “Anstiftung zum Sturz” des Regimes beschuldigt, worauf in Katar die Todesstrafe stehe, und der “Beleidigung des Emirs” Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani, wofür fünf Jahre Haft drohen. Die Justiz Katars werfe ihm vor, im Jahr 2010 in einem Gedicht den Emir kritisiert zu haben, aber der wahre Grund für seine Festnahme sei sein “Gartengedicht”, im Jahr 2011 geschrieben zur Zeit des “arabischen Frühlings”. Dieses Gedicht ist eine Hommage an die tunesische Revolution und äußert die Hoffnung, dass die Änderung auch andere arabischen Länder erreiche: “Wir alle sind Tunesien und stehen einer repressiven Elite gegenüber.”  / Algerie Liberté

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Leserkommentare sind überall eine eigene Gattung. Ein Leser von Algerie Liberté kommentiert:

diejenigen, die Muslime gegen Muslime bewaffnen, die die Trappe, die Gazellen und andere geschützte Arten dezimieren und die zionistische Verbrechen gegen das palästinensische Volk und die Araber unterstützen, sind verächtliche verabscheuungswürdige Untermenschen, die für ihre Verbrechen bezahlen werden

37. Geht!

Tunesische Dichter trugen ihre Gedichte im Nationaltheater in Qatar vor. Im Zentrum dieses Festivals der revolutionären Dichtung stand die tunesische Revolution. Khaled Ouaghlani las sein berühmtes Gedicht “Wir sind erwacht und unser Denken gehört der Ewigkeit” sowie “Irhal” (Geht), ein in der Nacht des 13. Januar geschriebenes Gedicht [in deren Verlauf Diktator Ben Ali das Land verließ]. / Agence Tunis Afrique Presse

In Libyen müssen noch die anderen gehen:

Durch ihren Mut, vor Journalisten über ihre Vergewaltigung zu sprechen, wurde sie zum Symbol des Widerstands gegen den libyschen Machthaber Gaddafi. Nun ist Iman al Obaidi nach Tunesien geflohen. Geholfen hat ihr ein übergelaufener Offizier. / Stern 9.5.