In äußerst konzentrierter Form widersetzt sich das lyrische Ich darin dem immer häufiger aufkommenden Schmerz des Verlustes von Freunden und Seelenverwandten. Im Fall des 2009 verstorbenen Dichterfreundes Gert F. Jonke heißt es:
„ich traf zuletzt ihn in der Strasze, er/ war in Eile, eilte fort. Dahin der grosze Dichter. Ich winke ihm nach.“
Auch mit dem 2005 verstorbenen Lyriker Thomas Kling – „dieser raue und zärtliche Held“ – wird in poetischer Trauerarbeit kommuniziert:
„Liebling des Gesanges sein Aventüre Leben nämlich schlenkerte mit den/Armen / overdressed die Natur indessen unbeweint werde ICH sein/ o du prophetische …“
Der einstige Herz- und Hand-Gefährte Ernst Jandl hingegen ist ungenannt in allen Versen präsent. Derart verlassen – „keine Antwort fast 9 Jahre dasz er aufgehört hat zu sprechen“ -, durchlebt das schreibende Ich das Alter als Einsamkeitshölle. / Carola Wiemers, DLR
Friederike Mayröcker: dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif – Gedichte 2004-2009
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009
356 Seiten, 22,80 Euro
Krimis, Kinderbücher und Komik: Wenn von Literatur aus dem Ruhrgebiet die Rede ist, geht es selten um Gedichte. Auch das soll sich im Kulturhauptstadt-Jahr ändern. Im Klartextverlag erscheint dazu ein Sammelband mit Ruhrgebietspoesie.
Die Zeit ist reif für einen „Stimmenwechsel”: Unter diesem Titel erscheint ein Sammelband mit neuerer Lyrik aus dem Revier im Klartextverlag.
Und er enthält – neben einigen „Klassikern” der Ruhrgebietspoesie wie Ernst Meister, Lieselotte Rauner und Nicolas Born – auch die ausgewählten Gewinnertexte aus dem Gedicht-Wettbewerb „Traurige Hurras und freche Verse”, den das Literaturbüro Ruhr in Gladbeck im vergangenen Sommer gemeinsam mit der WAZ ausgeschrieben hatte.
So bietet der von Gerd Herholz, dem Leiter des Literaturbüros Ruhr, herausgegebene Band „Poesie längs der Ruhr” insgesamt 73 Gedichte. Sie bilden einen klangvollen Querschnitt durch Bewusstseinsströme, Schreibweisen, Traditionen und Perspektiven der Region. Einsetzend mit dem Ende der 1950er-Jahre entfaltet sich ein Panorama von Seelen- und Geschichtserfahrungen. Das reicht von den bangen Grubenfahrt-Erfahrungen des „Neubergmanns”, die der altvordere Kurt Küther in Verse fasste, bis zum „video-split per audio-guide”, zu dem sich Matthias Dornhege erst jüngst durch den Anblick eines Cézanne-Gemäldes in der Villa Hügel anregen ließ. / Jens Dirksen, WAZ 2.1.
Stimmenwechsel. Poesie längs der Ruhr. Hg. von Gerd Herholz. Klartext Verlag, 152 Seiten, geb., 14,95 Euro (ISBN 978-3-8375-0292-3)
Die WAZ wird im Kulturhauptstadtjahr pro Woche eines der Gedichte aus diesem Band drucken
In der Kölner Galerie Stracke sind noch bis zum 12. Februar beispielhafte Arbeiten der in Wien geborenen, in Köln und Tel-Aviv lebenden und arbeitenden Künstlerin Andrea Morein zu sehen. Andrea Morein, Tänzerin, Regisseurin, Video- und Installationskünstlerin setzt sich in ihrem Werk „Before Poetry“ mit dem Gedichtzyklus des in Januar 1996 verstorbenen , russisch-amerikanischen Dichters und Literaturnobelpreisträgers (1987) Josef Brodskij auseinander.
Wort-Schwärzungen leiten das dichterische Bild in visuelle Kraftbahnen über. Gezeichnet auf transparentem Papier, als Text kaum mehr entzifferbar , sind die Gedichte als visueller Code neu zu verstehen. Auch in den Fotoarbeiten der Künstlerin begegnen wir einer persönlichen Auseinandersetzung, einer visuellen „Architektur der Erinnerung“. Licht, Lichtmuster und Sonnenschatten wandeln die Räume und Lichtmuster-Träger einer bestimmten Vertrautheit (auch bezogen auf die Wortwelt Josef Brodskijs) um. / Claudia Kron, Die Welt 2.1.
Cuban poet Juan Francisco Manzano was born into a slave owner’s household in 1797. From the time of his birth, his life was not his own. He was forced to call a woman „Mama,“ who wasn’t his real mother. And even though he was not allowed to go to school, he still had a remarkable way with words, and his talent showed through in his poetry.
As a poet slave, Manzano wrote many beautiful poems with haunting imagery to showcase the cruelty he went through as a slave. His poetry would help him out of many punishments and he would perform his poems in front of his mistress’guests. Learn more about Manzano’s rough life with Engle’s free verse book. / Jeff Rivera, Mediabistro 31.12.
The Poet Slave of Cuba: A Biography of Juan Francisco Manzanao by Margarita Engle.
Der deutsche Wikipedia-Beitrag besteht nur aus zwei Sätzen – aber wenigstens gibt es ihn. Ansonsten nur noch auf Spanisch, ausführlich.
Juan Francisco Manzano (* 1797; † 1854 in La Habana, Kuba) war Sklave und Schriftsteller.
Juan Francisco Manzano wurde als Sklave geboren und bekam deshalb den Nachnamen des Gatten seiner Herrin, weder sein genaues Geburtsdatum noch sein Sterbedatum sind bekannt. „Vor dem Herrn ist der Sklave eine tote Seele“, schreibt er in seiner Autobiographie, wohl der einzigen in spanischer Sprache, die vor der Aufhebung der Sklaverei geschrieben wurde.
Kurzbiografie auf Englisch („http://www.famousamericans.net„)
eText der englischen Ausgabe
POEMS
BY
A SLAVE IN THE ISLAND OF CUBA,
RECENTLY LIBERATED;
TRANSLATED FROM THE SPANISH,
BY
R. R. MADDEN, M. D.
WITH THE HISTORY OF THE
EARLY LIFE OF THE NEGRO POET,
WRITTEN BY HIMSELF;
TO WHICH ARE PREFIXED
TWO PIECES DESCRIPTIVE OF
CUBAN SLAVERY AND THE SLAVE-TRAFFIC,
BY R. R. M.
Einige Gedichte auf Spanisch
Mit großem Spaß liest man in „Der Pass des Vergessens“ (Matthias Biskupek) von einem DDR-Dichter, der sich mit „konkreter Lyrik“ durchs zensierende System schummelt und sogar die Genehmigung für eine Westreise bekommt, bei der er mit einem schottischen Kollegen den Pass tauscht. Nicht etwa, weil der DDR-Lyriker ausreisen wollte, sondern weil der Schotte unbedingt einen DDR-Pass besitzen wollte. / Anne Gallinat, Thüringische Landeszeitung 1.1.
Silvija Hinzmann, Ruth Borcherding-Witzke (Hg.): Immer Ärger mit den lieben Verwandten. Kurzkrimis aus Ost und West, Argument Verlag, 219 S., 12.90 Euro
Meine Anthologie 12: Ezra Pound, The Garret
The Garret
Come let us pity those who are better off than we are.
Come, my friend, and remember
that the rich have butlers and no friends,
And we have friends and no butlers.
Come let us pity the married and the unmarried.
Dawn enters with little feet
Like a gilded Pavlova,
And I am near my desire.
Nor has life in it aught better
Than this hour of clear coolness,
The hour of waking together.
Lustra. 1916
garrett. = Bodenkammer, Mansarde
who are better off = die besser dran sind
dawn = Morgendämmerung
aught.= (irgend) etwas
Dieses Gedicht in der Lieferung von DayTips.Com ´s Poem-a-Day vom 18.4.2000 kam mir gerade recht, um es in eine etwas rechthaberische, jedenfalls leicht gereizt klingende Diskussion in einer Mailliste „einzuspeisen“.
Die amerikanische Lyrikerin Rachel Wetzsteon hat sich in der Nacht vom 24. zum 25.12. in ihrem Haus in Manhattan das Leben genommen. Sie war 42 Jahre alt. Ihre Gedichte erschienen u.a. in in The New Yorker, The Paris Review, The New Republic und The Nation. Sie veröffentlichte drei Gedichtbände, , “The Other Stars” (Penguin, 1994); “Home and Away” (Penguin, 1998) und “Sakura Park” (Persea Books, 2006) sowie eine Studie über W.H. Auden, “Influential Ghosts” (Routledge, 2007). / MARGALIT FOX, New York Times 1.1.
Was Adonis in Versform zu Papier bringt, ist mehr als nur schöne Lyrik. Sie ist „ein zivilisiertes Kulturprojekt, um die arabische Geschichte neu zu schreiben und neu zu definieren“, erklärte der Intellektuelle. Durch seine Rückgriffe auf klassische arabische Dichter, die kritisch gegenüber der Religion waren, versucht er, diese Offenheit neu zu beleben.
Und so ist Adonis‘ Ziel einer „arabischen Moderne“ ein doppeltes: sowohl die poetisch-künstlerische Erneuerung der arabischen Sprache als auch die sozio-historische Modernisierung der arabischen Gesellschaft. Die kulturelle Verbindung zwischen Ost und West spielt dabei eine wesentliche Rolle. Sein Fazit lautet: „Wollt ihr den Osten kennen? Dann lernt den Westen kennen.“ Und weil Adonis sowohl in der abendländischen als auch orientalischen Literatur zu Hause ist, trifft der umgekehrte Fall ebenso zu. / Sabine Glaubitz, dpa, n-tv
Mehr zum 80. Geburtstag des Dichters: Die Welt 31.12. / ursache & wirkung /
Gewiss zeugen ihre Platitüden, ihre selbstgemachten Gemeinplätzchen zum Tee, ihre Liederkränzchen, zeugt ihr naiv-komisches Pathos von wesentlich höherer Gesinnung als literarischer Qualität, aber: Entwaffnend ehrlich war sie doch. Sogar zu wahrhaftig, als dass sie bewusst Kitsch erzeugt hätte.
Und eben dieses entscheidende Quäntchen hat die Kempner bis auf den heutigen Tag unseren heutigen populären Massen-Gefühls-Erzeugern voraus … / Ö1
Gedichte kann man nicht übersetzen. Wie soll man Emily Dickinson ins Deutsche bringen? „Wild nights. Wild nights.“ – „Wilde Nächte, wilde Nächte!“ Der Rhythmus! Der Klang! Wie die Poesie entschwindet, wenn aus vier klanghaften Silben 8 nach nichts klingende werden! – Kann man Keats übersetzen?
Bright star! would I were steadfast as thou art–
Not in lone splendour hung aloft the night
And watching, with eternal lids apart,
Like nature’s patient, sleepless Eremite,
The moving waters at their priestlike task
Of pure ablution round earth’s human shores,
Or gazing on the new soft fallen mask
Of snow upon the mountains and the moors–
No–yet still steadfast, still unchangeable,
Pillow’d upon my fair love’s ripening breast,
To feel for ever its soft fall and swell,
Awake for ever in a sweet unrest,
Still, still to hear her tender-taken breath,
And so live ever–or else swoon to death.
John Keats
1950 erschien bei Manesse ein handliches Büchlein, das Keats‘ Originaltexten eine Prosaübersetzung gegenüberstellt, praktisch nur als Übersetzungshilfe für die Originallektüre:
Heller Stern, wäre ich stät wie du! Nicht in einsamer Pracht, um hoch droben in der Nacht zu schweben und mit ewig offnen Lidern als der Natur geduldiger, schlafloser Einsiedler den flutenden Gewässern zuzuschauen bei ihrem priesterlichen Amt der Reinwaschung rund um der Erde menschenbewohnte Küsten, noch um auf die frische, sacht gefallene Schneemaske der Berge und Heiden zu blicken, nein – dennoch ewig stät, ewig unwandelbar, gebettet auf meiner holden Liebsten reifender Brust, ewig das sanfte Sich-Heben und -Senken zu spüren, ewig wach in süßer Ruhelosigkeit, ewig, ewig ihrem leisen Atemholen zu lauschen und ewig so zu leben oder in den Tod zu sinken.
Kann man dem Prosasatz folgen? Ohne Verse scheint die Spannung zu schwinden, die zum Verstehen nötig ist. Wenn man für Gedichte von Denken in Bildern sprechen kann (bei kurzen Gedichten und auch beim Eingang des oben zitierten Dickinsongedichts geradezu Denken in Silben!), dann gilt für das Sonett vielleicht: Denken in Zeilen + Denken in den je zweigeteilten Quartetten / Terzetten (= Denken in Argumenten). Keats folgt freilich dem Shakespeareschen Muster: 3 Quartette + Schlußreimpaar. Um das Sonett zu verstehen, muß man die Argumente der Strophen oder Versgruppen wahrnehmen – die hier durch den langen komplexen Satz extrem gespannt sind. Man muß die Versstruktur wahrnehmen, um zu verstehen: Wie die erste Zeile, bei Keats nur mit Gedankenstrich, nicht mit Ausrufezeichen von den übrigen 13 Zeilen getrennt, oder was dasselbe ist wie: mit ihnen verbunden, wie also die erste Zeile ein knappes Argument darstellt*, auf das die Verse 2 bis 8 antworten: steadfast, „stät“: aber nicht so, sagt dies erste Teilargument der Antwort. Hier folgt ein zweiter Gedankenstrich, drauf das Wörtchen „no“, das Argument bündig fassend, mit einem dritten Gedankenstrich, doppeltes Nein, erst in 7 fünfhebigen Jamben und dann noch einmal in dem kurzen Wort „no“. Der Gedankenstrich gliedert das Gedicht!
Der zweite Gedankenstrich nach der achten Zeile schneidet das Sonett fast nach dem italienischen Maß der Quartette / Terzette zu. Nur daß die Quartette durch die syntaktische Struktur überschrieben sind. Die „Terzette“ sind Terzette als syntaktische Einheit der letzten 6 Zeilen, während der Reim sie nach englischem Vorbild in 4+2 gliedert. Das Reimschema geht in durchgehend männlichen (einsilbigen) Reimen so: abab cdcd efef gg.
Die so mehrfach abgeteilten letzten sechs Verse bilden freilich keine wirkliche Antithese zu dem Doppelquartett – sie kommen zunächst nur als „dennoch“ daher, als beinahe trotziges Bekräftigen des Eingangsarguments „would I were steadfast“ – wär ich nur „stät“, stetig wie der helle Stern. Erst dann offenbart sich die Antithese: der Stern ist stetig und unwandelbar in seiner Unnahbarkeit, das Ich aber will zwar Stetigkeit, aber in Nähe. Hautnähe! Das Schlußsextett spricht von Erotik, ein Hauptthema des Sonetts, seit es erfunden wurde. Nur ist es keine Erotik der Unnahbarkeit, wie sie das Liebeskonzept der Trobadors und dann Dantes und Petrarcas Entwurf der Damen Beatrice und Laura und die petrarkistischen Konzepte der englischen metaphysical poets waren. Keats zeichnet keine abstrakten Antithesen, die nur die Unerfüllbarkeit der Liebe bezeugen. Seine Antithese zur strahlenden Unnahbarkeit des Sterns ist die wirkliche sinnliche Berührung der geliebten Person. Sein Sonett bleibt zwar bis zum Schluß im Konjunktiv, aber die Alternative ist greifbar. Real ist die sinnliche, erfüllbare und erfühlbare Gegenwart der Geliebten. Mirko Bonné übersetzt sie so:
Gebettet auf der Liebsten junger Brust,
Dem sanften Auf und Ab für immer nah,
Für immer wach in ruheloser Lust,
Stets, stets im Ohr den zarten Atemzug
So offenbart sich zum Schluß eine dritte, noch ganz andere Gliederung.
Die erste: Das ganze Sonett besteht aus einem einzigen Satz, der durch den Gedankenstrich dreigeteilt wird in a) Zeile 1, b) 2-8 und c) 9-14. Das entspricht dem italienischen Muster 8+6.
Die zweite: Das Reimschema gliedert nach englischem Muster 4-4-4-2
Die dritte: Der Konjunktiv bildet einen Rahmen aus den Versen 1-10 und 14, die das abstrakte Schema der Unwandelbarkeit und Pracht des hellen Sterns darstellen, das dem Ich nur im Konjunktiv erreichbar ist. Verse 11-13 entfalten dagegen im Innern eine reale erotische Szene. Nicht die deutlich ausgestellten zweifachen Gliederungssysteme des italienischen und des englischen Sonetts enthalten die Opposition des Sonetts. Die wirkliche Opposition besteht nicht zwischen abstraktem Konzept und realer Unerfüllbarkeit, sondern zwischen der sytemischen irrealen Abstraktion und dem wirklichen sinnlichen Leben. Sie geht quer durch die Grenzen beider Systeme, indem sie das dritte Quartett und das abschließende Reimpaar durchschneiden. In dieser sonettgemäß spannungsgeladenen, von der Konzeption her abstrakten Struktur verbirgt und zeigt der romantische Dichter eine wirkliche erfüllte Liebesszene.
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*) Der jambische Zehnsilbler ist seinerseits raffiniert zweigeteilt, indem die zwei ersten Wörter = Silben durch Ausrufezeichen vom Rest der Zeile getrennt & mit ihm verbunden sind. Die Struktur des Sonetts – ungleich lange Einheiten auf mehreren Ebenen (metrisch, klanglich, semantisch, syntaktisch) in Spannungsverhältnisse zu verwickeln – macht sich schon in der ersten Zeile geltend. Man versteht sozusagen schon, bevor man versteht. Wenn Bright star durch Heller Stern ersetzt wird, fallen zwei Spannungsmomente weg, Klang und Metrum. Beide wirken im Original zusammen, die musikalischen Vokale der einsilbigen Wörter lassen beide gleich stark klingen. Das ist keine Abweichung vom jambischen Maß, sondern schon eine Forderung der alten Griechen, wonach der erste Fuß gelegentlich umgedreht werden muß. In unseren akzentuierenden Sprachen führt das oft dazu, daß die beiden ersten Silben gleich schwer sind: Bright star. Diese Figur heißt Anáklasis, noch Brecht und Benn lernten sie in der Schule, und Keats wußte das auch. Die schwebende Betonung der beiden Wörter stellt sie als zwei Paukenschläge musikalisch und bildlich vor uns, erst dann geht es jambisch argumentierend weiter. Wieder ist es so, daß die Dinge schon in Auge und Ohr sind, bevor wir sie bemerken.
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Hier das Gedicht mit Anmerkungen des Herausgebers in der Ausgabe
The poetical works of John Keats, reprinted from the original editions, with notes by Francis T. Palgrave.
London: Macmillan, 1884.
Hier ein Faksimile des Gedichts in Keats‘ Handschrift,wie er es in sein Exemplar von ‚The Poetical Works of William Shakespeare‘ gegenüber dem Gedicht ‚A Lover’s Complaint‘ eintrug.
Zum Download:
The poetical works of John Keats
1841 – 73 pages
The poetical works of Coleridge, Shelley and Keats: complete in one volume
Samuel Taylor Coleridge, Percy Bysshe Shelley, John Keats – Literary Criticism – 1832 – 607 pages
The life and letters of John Keats
John Keats, Baron Richard Monckton Milnes Houghton – Biography & Autobiography – 1867 – 363 pages
Niemand hat Istanbul so wunderbar beschrieben wie der türkische Dichter Orhan Veli Kanik. Er wurde im Jahr 1914 in Istanbul geboren und starb dort schon sechsunddreißig Jahre später an den Folgen eines nächtlichen Sturzes in eine Baugrube. Sein Gedicht „Istanbulu dinliyorum“ – „Ich höre Istanbul“ – ist so oft zitiert, vertont und aufgesagt worden, dass die Istanbuler die Augen verdrehen, sobald man es erwähnt. Als echter Klassiker gilt aber „Monteur Sabri“:
Mit dem Monteur Sabri
Reden wir immer nachts
Und immer auf der Straße
Und immer betrunken.
Er sagt jedesmal:
„Ich komme zu spät nach Haus.“
Und jedesmal
Hat er zwei Kilo Brot unterm Arm.
/ FAZ 1.1.
Der schottische Lyriker Don Paterson erhält die Goldmedaille der Königin für Lyrik (Queen’s Gold Medal for Poetry), teilte der Buckingham-Palast mit. Geehrt wird er für den Gedichtband „Rain“, der bereits den Forward Prize for Poetry 2009 erhielt. Poet Laureate Carol Ann Duffy, die der Jury vorsaß, sagte, Patersons Werk sei „Lyrik des Muts und der Überzeugung“ („poetry of bravery and conviction“). Die Medaille wurde 1933 gestiftet und ehrt „Exzellenz“ in einem Gedichtband des vergangenen Jahres. Unter den Preisträgern waren Sir John Betjeman, Ted Hughes, WH Auden und Stevie Smith. / BBC News 31.12.
Zuletzt in L&Poe
2009 Okt 46. National Poetry Day
2009 Sep 84. 2009 Prizes for Contributors to Poetry Announced
Ernst Jünger war ein leidenschaftlicher Jäger und Sammler. In seine Manuskripte hat er vielfach Pflanzen und Insekten eingeklebt. Nun droht der Klebstoff die Papiere zu zerstören. Restauratoren im Deutschen Literaturarchiv Marbach suchen nach einer Lösung. / Gunnar von der Geest, NZZ 30.12.
«Hochstapler gab es immer, Menschen, die unter der Vorspiegelung, mehr zu sein, anderes zu sein, als sie tatsächlich waren, vom Schein lebten.» Mit diesem Satz eröffnet Albert Ehrenstein 1925 sein Vorwort zu Thomas Schrameks authentischer Hochstaplergeschichte «Freiherr von Egloffstein». Sie erschien in der Reihe «Aussenseiter der Gesellschaft – Die Verbrechen der Gegenwart», die Rudolf Leonhard am Ende der turbulenten Inflationsjahre im Verlag «Die Schmiede» startete. …
Eine Erdung in nachprüfbaren Kriterien wird mitunter auch im Literaturbetrieb zum Problem. Deshalb, so Albert Ehrenstein, seien «unter den Dichtern . . . mehr Hochstapler als sonstwo», denen nur «die korrupte Literaturpolizei dieses Adelsprädikat verleiht».
/ Evelyne Polt-Heinzl, NZZ 31.12.
(Das wäre doch mal ein Coup, wenn jemand das Thema Hochstapler „unter den Dichtern“ incl. Literaturpolizei behandelte. Aber das tut die Autorin – vielleicht wohlweislich – nicht. Sie behandelt Hochstapler in den 20er Jahren und der New Economy und Hochstaplerbücher im Sinne von Büchern über solche. Eigentlich schade. Wahrscheinlich aber bekämen wir dann sowieso bloß eine Debatte, in der X den A einen Hochstapler nennte und A den X, Y die B, B den Z, Z den G und munter weiter. All das gibt es zwar, aber meist nur im privaten Gespräch. Da aber doch reichlich, oder? Ansonsten muß nur George Forestier herhalten, und die Literaturpolizei übt ihr Amt hauptsächlich durch Verschweigen der Konkurrenten aus. Und natürlich im Loben der Hochstapler…)
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