Hier wie gewünscht die NZZ:
Der polnische Dichter Piotr Sommer mag ein ernstes Gesicht haben, wie er einmal schreibt, doch dahinter brütet die Ironie. Mit feinem Gespür für die Kraft der Einzelheiten findet er das Wesentliche nicht in grossen Gedanken, sondern im Beiläufigen: in ironischen Pointen, sprachlichen Vorlieben, absurden Details oder kleinen Erinnerungen. So lauscht er dem «Zwischensinn» noch in der eigenen Vergangenheit nach, klopft die Welt Stück für Stück ab und lässt den Blick über die Dinge wandern. «Die Sprache baut Sätze, der Körper zittert leicht», heisst es am Ende eines Gedichts.
Piotr Sommer: Im Dunkeln auch. Gedichte. Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall. Matthes & Seitz, Berlin 2010. 216 S., Fr. 41.50.
Epigramm
Und Beatrice – schuf sie wie Dante Verse?
Berühmte Laura je der Liebe Glut?
Nun lehrte ich die Frauen sprechen…
Wie bringt man sie zum Schweigen, großer Gott?
1958
Anna Achmatowa, Poem ohne Held. Hg. Fritz Mierau. Göttingen: Steidl 1992. S. 129 (Nachdichtung von Rainer Kirsch)
(Numerierte Beiträge meiner Anthologie stammen aus dem Altbestand von 2000/ 2001)
Эпиграмма
Могла ли Биче словно Дант творить,
Или Лаура жар любви восславить?
Я научила женщин говорить…
Но, боже, как их замолчать заставить!
Лето 1957
Am kommenden Wochenende treffen sich Literaturfreunde wieder in Limlingerode. Dann ist die Zeit für die traditionellen Diskurse gekommen. Es ist die 13. Ausgabe…
U.a. liest Nancy Hünger, und Hendrik Röder, Geschäftsstellenleiter am Brandenburgischen Literaturbüro in Potsdam, stellt den Dichter Erich Arendt vor. / NNZ
Der Litauer Venclova war eine Schlüsselfigur des literarischen Untergrundes der sowjetischen Repressionsjahre. Im Vortrag versucht er, dem Erwachen seiner Dichtergeneration nach dem niedergewalzten Ungarnaufstand 1956 durch präzise Gedichtanalysen beizukommen.
Seine spontanen Einschübe aber führen vor Augen, dass Venclovas Zeitrechnung seither nicht weitergerückt ist. Venclova spricht wie umringt von den Dichterschulen, Freunden und Lesungsabenden von damals. Selbst die Formel, mit der er seine Erinnerungen an einzelne Poeten zu beenden pflegt, wirkt wie aus der Zeit gefallen: Venclova sortiert nach jenen, die in Exil, Haft oder Gulag zu Tode kamen, und jenen, die im eigenen Bett sterben durften: ‚a lucky man‘. …
‚Das Sowjetreich‘, sagt er, ‚galt uns als zeitlich begrenzt. Viel wichtiger war das Reich aus Klang und Rhythmus, das alle Reiche überdauert hatte.‘
Die Welt dieses Lyrikers ist historisch nicht eingrenzbar. Mit den beiden engsten Freunden, dem ebenfalls in Litauen geborenen Polen Czeslaw Milosz und dem Russen Joseph Brodsky, war er durch eine poetische Sendung verbunden: inmitten kulturellen Kahlschlags bedingungslos an die Weltkultur anzuknüpfen. …
Venclova erzählt das frei, er muss sich jetzt am Riemen reißen, um beim Thema zu bleiben. Für Venclova liegt die Kühnheit Brodskys nicht lediglich im Stoff, im Zugriff auf die Literatur aller Zeiten und Länder. Silbe für Silbe vollzieht er am russischen Original nach, wie sinnreich Brodsky die Wechselbeziehungen von Reim und Rhythmus handhabte. Für westliche Zugriffe, die in Brodsky einen expressiven Bildergaukler sehen wollen, ist da wenig Platz. Dafür umso mehr für die beeindruckend vielen Studenten, die in diesem Seminar noch Versmaße bestimmen und diskutieren können.
/ FLORIAN KESSLER, SZ 15.6.
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
Alicia Suskin Ostriker is one of our country’s finest poets. She lives in Princeton, New Jersey. I thought that today you might like to have us offer you a poem full of blessings.
The Blessing of the Old Woman, the Tulip, and the Dog
To be blessed
said the old woman
is to live and work
so hard
God’s love
washes right through you
like milk through a cow
To be blessed
said the dark red tulip
is to knock their eyes out
with the slug of lust
implied by
your up-ended skirt
To be blessed
said the dog
is to have a pinch
of God
inside you
and all the other
dogs can smell it
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. “The Blessing of the Old Woman, the Tulip, and the Dog” from The Book of Seventy, by Alicia Suskin Ostriker, © 2009. All rights are controlled by the University of Pittsburgh Press, Pittsburgh, PA 15260. Used by permission of the University of Pittsburgh Press. Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
In der Serie WM-Hymnen im Tagesspiegel am Freitag: Dänemark
Urlaubsidyll in der ersten Strophe, in der zweiten jugendfreie Raubeinigkeit a là Obelix. Die dänische Hymne, „Der er et yndigt land“ ist ein Auszug aus dem Gedicht „Vaterlandslied“, das Adam Oehlenschläger 1819 schrieb.
„Es liegt ein lieblich Land / Im Schatten breiter Buchen / Am salz’gen Ostseestrand / An Hügelwellen träumt’s, im Tal / Alt-Dänemark, so heißt es, / Und ist der Freja Saal.
Dort saßen in der Vorzeit / Die behelmten Kämpfer / Und ruhten sich vom Streite aus / Dann wehrten sie die Feinde ab, / Nun ruhet ihr Gebein / Drüben bei dem Hügelgrab.“
Komplett dänisch und deutsch hier
Eine andere Besonderheit dieser Rezension (#109), die sich nur durch Hamms BRD-Hintergrund erklärt, mithin seine Gewißheit, über den rechten Kanon zu verfügen, was ihn befähigt, Linkskurven haarscharf zu erkennen, zeigt sich im Zitat:
Eine andere Besonderheit dieser Anthologie, die sich nur durch Kirstens DDR-Hintergrund, mithin seine antifaschistische Grundhaltung, und durch seine eigene Herkunft verstehen lässt, ist der grosse und berechtigte Respekt, den er proletarischen oder dem Kampf des Proletariats ergebenen Autoren wie Hans Marchwitza, Hans Lorbeer, Wilhelm Tkaczyk oder Kurt Huhn entgegenbringt, die sich meist aus dem «Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller» oder aus dem KZ kannten.
Rezensent Peter Hamm hat einen empfindlicheren Magen als Anthologist Wulf Kirsten, ist aber tolerant:
Dass Kirsten «Stimmenvielfalt» wichtiger war als «Auslese», dokumentiert bereits der riesige Umfang seines Unternehmens: Auf 1120 Seiten werden fast 1000 Gedichte von 363 Dichtern präsentiert! Bedenkt man die wenigen lyrischen Höchstleistungen, die uns vom gesamten 19. Jahrhundert geblieben sind, scheint das des Guten (und oft auch nur Gutgemeinten) entschieden zu viel. Nimmt man Kirstens Anthologie aber als das, was sie primär sein will, ein poetischer Spiegel der Zeitgeschichte, leuchtet solche Üppigkeit schon eher ein. Wie brutal die Geschichte in dem von Kirsten abgesteckten Zeitraum nicht nur viele Gedichte dominiert (und deformiert), sondern auch die Lebensschicksale ihrer Dichter bestimmt hat, belegt bereits die erschütternde Tatsache, dass fast ein Drittel von ihnen (103) aus dem deutschen Sprachraum vertrieben und fast ein halbes Hundert in einem deutschen KZ ermordet oder in den Selbstmord getrieben wurden.
Und hebt Kirstens Entdeckerlust hervor:
Kirsten ist ein passionierter Ausgräber und Wiederentdecker, und was an seiner Anthologie als Erstes auffällt, sind die vielen völlig unbekannten oder nur noch schattenhaft vorhandenen Dichternamen, denen man hier begegnet. Fabelhafte Funde macht Kirsten bei den sogenannten Minderdichtern, denen manchmal nur mit einem einzigen Gedicht gelang, ihre poetischen Grenzen zu sprengen, ob das nun der in die USA emigrierte und dort als Kabelbote arbeitende Wiener Fritz Brainin ist («Letzte Fahrt eines Weinfuhrmanns») oder der als Invalide aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrte Hannoveraner Zeitungsausträger und Dachdecker Franz Johannes Weinrich («An die Schneider von Paris»), ob der Tabakhändler Karl Schloss aus Alzey, der schon 1905 prophetisch sein Auschwitz-Schicksal beschwor («Die Blumen werden in Rauch aufgehn»), oder Carl Friedrich Wiegand, ehemaliger Prinzenerzieher im Hause Hessen und späterer Mitbegründer der Zürcher Volkshochschule, der in einem grellen Totentanz das riesige Heer der sinnlos Gefallenen aufmarschieren lässt («Die Ehrenlegion»).
Verblüffend auch manche Gelegenheitsgedichte von Autoren, die nur durch ihre Prosa oder sogar nur durch ausserliterarische Aktivitäten bekannt wurden, darunter etwa ein «Sieh mich gebeugt» überschriebenes Gedicht von Otto Weininger, in dem der 1903 dreiundzwanzigjährig aus dem Leben geschiedene Verfasser von «Geschlecht und Charakter» kaum verklausuliert seine Furcht vor der Syphilis artikuliert, oder ein Gedicht auf Kafkas «Prozess» des Religionsphilosophen Gershom Scholem, das dieser einem Brief an seinen Freund Walter Benjamin beilegte.
Und lobt:
Mit Wulf Kirstens Anthologie «Beständig ist das leicht Verletzliche», der man prophezeien kann, dass sie sich bald als der grosse Kirsten unentbehrlich machen wird, hat Egon Ammann am Ende seiner grossartigen Verlegerlaufbahn allen deutschsprachigen Lyrikfreunden ein generöses Abschiedsgeschenk gemacht, für das ihm Anerkennung und Dank gebührt.
«Beständig ist das leicht Verletzliche». Gedichte in deutscher Sprache von Nietzsche bis Celan. Hrsg. von Wulf Kirsten. Ammann-Verlag, Zürich 2010. 1120 S., Fr. 129.–.
/ Peter Hamm, NZZ 19.6.
ist Michael Lentz in der gleichen Ausgabe der Welt, Rubrik:
WENN SIE MEINE BÜCHER MÖGEN, WERDEN SIE DIESE HIER LIEBEN
Auszüge:
Rainer Maria Rilke: Die Gedichte (Insel, Berlin). Rilke ist der große Denker unter den Dichtern, der für seine oft paradoxen, existenziellen Denkfiguren Sprachbilder von überragender Schönheit und Unausweichlichkeit gefunden hat. Seine Gedichte begleiten ein Leben lang, weil sie immer wieder neu zu entdecken sind. Sie sind überraschend, aufwühlend, nicht auszulesen, stets zeitgenössisch. Sie lassen den Leser einfach nicht in Ruhe. Machen die Abgründe seiner Versfindungen oft erschrecken, so rührt seine Poesie nicht minder oft an – und auch zu Tränen. Abseits seiner weltberühmten Gedichte gilt es, den unbekannteren Rilke zu entdecken.
Helga M. Novak: Solange noch Liebesbriefe eintreffen (Schöffling, Frankfurt/M.). Die Gedichte von Helga M. Novak gehören zum Grundbestand deutschsprachiger Lyrik. (…)
Uwe Dick: Des Blickes Tagnacht (Residenz, Salzburg). In diesem Gedichtband findet man einige der schönsten, traurigsten und gedanklich tiefsten Gedichte, die hierzulande in den vergangenen zwanzig Jahren geschrieben worden sind. Uwe Dick ist ein Sprachradikaler, dessen poetischer Horizont die bloß eurozentrische Perspektive von Anfang an hinter sich gelassen hat. (…)
Oskar Pastior: Werkausgabe 3: „Minze Minze flaumiran Schpektrum“ (Hanser, München). Was für eine poetische Alchemie! Was für eine buchstäbliche Arbeit! Ein Genie von eigenen Gnaden. (…) Leute, lest mehr Pastior, dann werdet ihr froher. Und ausgeglichener. Und mutiger. Und versteht endlich mehr von der Welt.
Hans Carl Artmann: Sämtliche Gedichte (Jung und Jung, Salzburg). (…) Ohne Artmann wäre es dunkel. Mit H. C. Artmann ist es ungeheuer.
GwendolynMacEwen: Die T. E. Lawrence Gedichte (Edition Rugerup, Hörby. 160 S., 19,90 Euro). Eine der größten Dichterinnen Kanadas schlüpft in die Rolle des berühmten Lawrence of Arabia. Ihr Zyklus besticht durch fulminante Imagination, unerwartete Bilder, Gespür für Rhythmus und Struktur.
Kathrin Schmidt: Blinde Bienen (Kiepenheuer & Witsch, Köln. 96 S., 17, 50 Euro). Ein Feuerwerk an sprachlichen Erfindungen, phonetischen Beglückungen und mal aggressivem, mal tänzerischem Sound. Der Leser tritt sofort in den Großwirkungsraum des Gedichts, wird von seinem Schall gefangen. Eine einzige Wortwollust.
/ Joachim Sartorius, Die Welt 20.6.
Dort auch über:
Pier Paolo Pasolini: Dunckler Enthusiasmo (Urs Engeler Editor, Basel. 322 S., 28 Euro).
Inger Christensen: graes/gras (Kleinheinrich, Münster. 128 S., 25 Euro).
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Der Schlager handelt große Themen nonchalant in Herz-Schmerz-Lyrik ab: Liebe, Fernweh, Heimat. Der Schlager ist harmlos.
Oder nicht? Er treibe, giftete der deutsche Schriftsteller Rolf Schneider, seine Konsumenten in ein intellektuelles Kümmerdasein, „das sich selbst als unpolitisch begreift, und doch massive politische Folgen hat“.
Der Legende nach wurde der Begriff Schlager in den 1860er-Jahren von einer Wiener Zeitung erfunden, die ihn erstmals auf Strauß‘ „Donauwalzer“ anwendete. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts trat der Schlager – das populäre Lieder? das kommerziell erfolgreiche Lied? – seinen Siegeszug an. Hand in Hand mit dem technischen Fortschritt, der die weite Verbreitung einzelner (nicht Volks-) Lieder erst ermöglichte. …
Meyer-Landruts Hit „Satellite“ ist Herz-Schmerz-Lyrik auf Englisch und par excellence. / Anna Gasteiger, Kurier
Martin Zingg schreibt in der NZZ vom 19.6. enthuastisch über neue Lyrik:
Virtuose Aufbrüche
Neue deutschsprachige Lyrik von jüngeren Autoren und Autorinnen: Seit einigen Jahren erlebt die deutschsprachige Lyrik eine kleine Renaissance. Das hat einerseits mit dem Wagemut mancher Verlage (auch Kleinverlage) zu tun; es hängt aber auch zusammen mit der Wiederentdeckung lyrischer Formen durch jüngere Autorinnen und Autoren.
Vier Auszüge:
1
In den vergangenen Jahren waren da und dort Gedichte von ihr zu lesen, die jedes Mal aufhorchen liessen. Nun legt Nadja Küchenmeister ihren ersten Gedichtband vor: «Alle Lichter». Das sorgfältig komponierte Début ist eine angenehme Überraschung; es präsentiert eine Lyrikerin, die mit genauen Beobachtungen und einer melodischen, sehr präzisen Sprache arbeitet.
2
Winkler mag die starken Bilder, das jäh Aufblitzende, Überraschende, das Paradoxe. In seinen Gedichten verwendet er gerne sprachliches Material aus der Sphäre der Naturwissenschaften oder der Philosophie. Dabei nimmt er zusammen mit den einschlägigen Vokabeln den Gestus des scheinbar Genauen, Nicht-Hintergehbaren gleich mit hinein ins Gedicht – und konfrontiert und amalgamiert es dort mit alltäglicher Sprache und durchaus bekannten Situationen. Das führt oft zu seltsamen und durchaus witzigen Kollisionen.
3
Hendrik Rost bewegt sich nahe am Alltag, aber stets distanziert genug, dass seine Gedichte alltägliche Erfahrungen wie durch ein Brennglas hindurch sehen und – anders sehen, anders kenntlich machen, in neue Erkenntnisse verlängern. «Fraktur» handelt auf eindrückliche Weise von einer lebensbedrohlichen Erfahrung und der allmählichen Rückeroberung existenzieller Gewissheiten. «Forscherdrang» bearbeitet die Erinnerung an einen Sommer, in dem das lyrische Ich am Löschwasserteich einer Fabrik arbeitete; ausgehend von den im Teich schwimmenden Aalen, gerät das Gedicht unversehens in eine Fülle von disparaten Gedankengängen.
4
Die gegenwärtige deutschsprachige Lyrik ist von einer ungeahnten Produktivität und Vielfalt. In den letzten Jahren haben sich unzählige neue Stimmen gemeldet, mit sehr unterschiedlichen Ansätzen und nicht selten in einer intensiven Auseinandersetzung mit der lyrischen Überlieferung. Das dokumentiert auch «Gegenstrophe», ein neues Jahrbuch zur Lyrik, das im Zusammenhang mit dem 2008 erstmals in Hannover vergebenen Hölty-Preis für Lyrik entstanden ist. Der Band präsentiert neue Gedichte von Kerstin Preiwuss, Claudia Gabler, Andre Rudolph, Nora Bossong, Dorothea Grünzweig, Norbert Hummelt, Norbert Lange und Uljana Wolf. Dazu gibt es zahlreiche Kommentare und einen informativen Essay von Michael Braun sowie die Dankesrede des Hölty-Preis-Trägers Thomas Rosenlöcher. Das Jahrbuch dürfte bald unentbehrlich werden.
Nadja Küchenmeister: Alle Lichter. Gedichte. Schöffling-Verlag, Frankfurt am Main 2010. 104 S., Fr. 29.50.Ron Winkler: Frenetische Stille. Gedichte. Berlin-Verlag, Berlin 2010. 96 S., Fr. 30.50.Hendrik Rost: Der Pilot in der Libelle. Gedichte. Wallstein-Verlag, Göttingen 2010. 111 S., Fr. 30.50.Steffen Jacobs: Die Liebe im September. Gedichte. Wallstein-Verlag, Göttingen 2010. 96 S., Fr. 30.50.Gegenprobe. Blätter zur Lyrik 1. Hrsg. von Michael Braun, Kathrin Dittmer und Martin Rector. Wehrhahn-Verlag, Hannover 2009. 112 S., € 12.80.
Der Dichter Geoffrey Hill wurde am Freitag mit großer Mehrheit zum Oxford Professor of Poetry gewählt. Es war zugleich sein 78. Geburtstag. Unter den unterlegenen Kandidaten war der Beat poet Michael Horovitz, der Oxforder Performancepoet Steve Larkin und der Südafrikaner Chris Mann.
Die Universität hofft, daß die Wahl eines so hochgeschätzten Dichters helfen wird, die Schatten zu zerstreuen, die die gescheiterte Wahl im Vorjahr mit sich gebracht hat. Damals trat die gewählte Bewerberin Ruth Padell zurück, nachdem bekannt wurde, daß sie Material über Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen ihren stärksten Mitbewerber Derek Walcott verbreitet hatte.
Auch dieses Jahr verlief die Wahl nicht ganz ohne Mißtöne. Vorige Woche zog sich die einzige Frau unter den Bewerbern, Paula Claire, zurück, weil Hill bevorzugt werde. Vor ein paar Tagen warf Horovitz seinem Mitbewerber Roger Lewis „pseudointellektuelle Chuzpe“ vor. …
Hill wird oft als der größte lebende Dichter in englischer Sprache beschrieben, so auch in der Kandidatenerklärung für das Oxforder Amt, in dem ihn seine Unterstützer als „Riesen“ beschreiben, „ein Dichter von außerordentlicher Leidenschaft und Kreativität“.
/ Guardian 18.6.
Der portugiesische Schriftsteller und Nobelpreisträger José Saramago starb im Alter von 87 Jahren, berichtet die New York Times.
In L&Poe:
2005 Jan #56. Wortlos fehlende Verbindung
2005 Jun #1. Saramago bilingual
2007 Jan #104. Iranisches Künstlerforum ehrt Mahmud Darwisch
2007 Nov #140. Ches Gedichte
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