154. Meine Anthologie 50: Lothar Klünner, Aus dem undurchdringlichen Hell-Dunkel der Poesie…

Aus dem undurchdringlichen Hell-Dunkel der Poesie treten ein paar Linien von eindeutigem, kräftigem Umriß hervor:

brüderliche Existenz im Kreise der Schöpfung;

der Versuch, uns aufzurichten gegen den lastenden Himmel;

der Streit seit je zwischen Leidenschaften und Unschuld;

Abscheu vor der Norm an des Menschen Statt, ihren Machenschaften, ihrer öffentlichen Gewalt;

Trauer über die Not und das Gelächter der Vielen;

Freude auch an der schmerzhaften Wahrheit;

heftige Spiele im Dienste der Schönheit;

wachsender Durst nach Umwälzungen, Verwandlung …

Diese Linien fürs Eigentliche zu nehmen – welch befruchtender Irrtum! Sie sind uns ein Halt. Und doch bloß die Schleppe der Poesie, die unverschleißliche. Nicht ihr aufblitzendes Décolleté.

Keiner, auch nicht der Schatten der Wolkenkinder, berührte jemals ihr Meeres-Auge, ihren Schweige-Mund.

Aus: Lothar Klünner, Diese Nacht aus deinem Fleisch. Gesammelte Gedichte. Berlin: Jeannne-Mammen-Gesellschaft 2000, S. 94.

153. Meine Anthologie 49: Matthias Zarbock, Wiedervereinigung der Texte II: Nietzsche und Bukowski

Matthias Zarbock

„Wiedervereinigung der Texte II:
Nietzsche und Bukowski“

Wir Künstler! – Wenn wir ein Weib lieben, so haben wir leicht einen Haß auf dickarschige Schwestern,
und alle diese kleinarschigen Leute in Shorts, gerne denken wir überhaupt daran vorbei, aber wenn
einmal unsere Seele diese Dinge streift, so zuckt sie ungeduldig und blickt verächtlich nach der Natur
hin.
Da macht man die Ohren zu gegen alle Physiologie und dekretiert für sich insgeheim: „Ich sehe ihre
BEINE! BIS OBEN HIN!“ All das Nylon, die Reizwäsche, Strapse, der ganze Scheiß…“
„Der Mensch unter der Haut“ ist allen Liebenden ein Greuel und Ungedanke, eine Gottes- und
Liebeslästerung. Moses rülpste. Mein Gott, was die Männer alles lernen mußten. Dann ein Meer von
Samen unter ihrem Kinn: aber weil ihm niemand diesen Dienst erweisen konnte, so verhehlte er sich die
Natur und Mechanik, so gut er konnte, und lebte im Traume.
Die meisten von uns waren vor irgend etwas davongelaufen – Wir Künstler! vor Frauen, Rechnungen,
Babys oder anderen Schwierigkeiten, die einem über den Kopf gewachsen waren – wir Nachtwandler des
Tages!

Nietzsche, 1882 und Bukowski, 1972.

Aus:
aktaion . Literatur und Kunst im Net (Matthias Zarbock) [Link von 2000, funktioniert nicht mehr]

Vgl. hier

152. Meine Anthologie 48: Jan Thor, Frühling

Frühling

Müdes schräges Licht
schickt die Sonne durch die Luft,
warm ist es und kühl.
Mädchen tragen dünnen Stoff,
mit Nippeln steif vor Kälte.

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151. Etwas, das gegen sie steht

Ich glaube Lyrik ist etwas, das man der Alltagssprache abtrotzen muss. Etwas, gegen das die Sprache steht, das sie stört und zerstört, was gleichzeitig aber etwas sehr Menschliches ist. Es erinnert daran, dass es lohnenswert ist, zu schweigen, still zu beobachten, wie sich die Distanz oder Nähe zwischen Namen, Worten und Dingen im Einzelnen gestaltet, die Wärme und Kühle zwischen den Dingen und der Sprache zu verstehen.

/ Der Filmregisseur Semih Kaplanoğlu, Gewinner des Goldenen Bären der Berlinale 2010, im Gespräch mit Weltexpreß

Titel: Bal – Honig
Land/ Jahr: Türkei 2010
Genre: Drama
Kinostart: 9. September 2010
Regie: SemihKaplanoğlu
Drehbuch: SemihKaplanoğlu, Orcun Köksal
Kamera: Baris Özbicer
Darsteller: Boras Altas, Erdal Besikcioglu, Tülin Özen, Alev Ucarer, Ayse Altay
Filmlänge: 108 Minuten
Verleih: Piffl Medien

150. „Ich weiß nicht, wo ich hingehöre“

In seiner Heimat Bengalen ist Alokeranjan Dasgupta einer der berühmtesten lebenden Dichter. Als Dozent für Vergleichende Literaturwissenschaft und Bengalistik lehrte er an der Jadavapur Universität in Kalkutta und hatte bis 1994 eine Gastprofessur am Südasien-Institut der Universität Heidelberg inne. Einen Namen machte sich Dasgupta auch als Übersetzer bengalischer Literatur: Er übersetzte unter anderen Goethe, Hölderlin, Brecht und Grass.

Der Dichter pendelt zwischen zwei Kulturen: Die eine Hälfte des Jahres lebt er in Indien, die andere verbringt er in seiner Wahlheimat an der Bergstraße. „Ich weiß nicht, wo ich hingehöre“, sagt Dasgupta. …

Die meisten seiner Werke verfasst der Lyriker in Bengali, einer rollenden melodischen Sprache, wie das Publikum erfährt, als Dasgupta mehrere Gedichte im Original vorliest. / Weinheimer Nachrichten / Odenwälder Zeitung 29.6.

149. MONEY IS A KIND OF POETRY

Das Bild des armen Poeten ist nicht nur in der Malerei ein Standardmotiv – sondern auch im echten Leben! Es ist klar: Die Dichter (bzw. Philosophen, Literaten) und das Geld führen seit Jahrhunderten eine ebenso lieb- wie hasserfüllte Auseinandersetzung, die andauert. Schätzt du das Geld auch so sehr wie ich? soll Heinrich Böll Hans Werner Richter einmal gefragt haben, um nur ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit zu nennen. Die nächste Veranstaltung der Datenschreiber-Reihe spürt am 20. Jahrestag der deutsch-deutschen Währungsunion der Frage nach der Poesie des (meistens fehlenden) Geldes nach.

AKTION ALUCHIP: Wer mit einem Original-Geldschein aus der DDR „bezahlt“, erhält freien Eintritt.

Näheres unter www.lettretage.de und www.datenschreiber.net.

Donnerstag, 1. Juli 2010, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Datenschreiber: DIE ZETTEL, DIE DIE WELT BEDEUTEN oder MONEY IS A KIND OF POETRY

Es lesen Denis Abrahams und Tom Bresemann
Die Reihe „Datenschreiber“ wurde konzipiert von Philip Maroldt und Moritz Malsch
Verwirklicht mithilfe von Projektmitteln des Berliner Senats

Acht Daten, elf Autoren, rund sechzig Jahre Geschichte. Um den Nukleus eines mehr oder minder zufällig „Gegebenen“ (lat. datum) herum – sei es tragisch oder trivial, esoterisch oder paranoid – sammelt sich der Sternenstaub der Historie zu einem „schmutzigen Schneeball“.

Aber schreiben wir uns nicht alle von solchen Daten her? Und welchen Daten schreiben wir uns zu? (Paul Celan)

Geld ist eine Art Poesie, hat Wallace Stevens kurz und knapp konstatiert. Doch was soll das eigentlich heißen? Was macht die Faszination an jenen Zetteln, die die Welt bedeuten, aus? Warum glauben wir wie selbstverständlich, was auf ihnen steht? Welches Bedürfnis (nach Aristoteles) wird abgebildet, wenn sich Gedichte mit Geld befassen? Ausgehend vom eigenen Schreiben hat sich Tom Bresemann auf die Suche begeben, hat Texte von Kollegen aus verschiedenen Jahrhunderten unter die Lupe genommen, und ihnen philosophische Überlegungen seit der Antike anheim gestellt. Gefunden wurde ein dichter als gedacht geknüpftes Motiv-Netz, welches seit über 2000 Jahren die literarische und philosophische Auseinandersetzung mit dem Geld bestimmt bzw. modifiziert. In der Lettrétage wird am 1. Juli 2010 nicht zuletzt anlässlich des 20. Jahrestages der Währungsunion von DDR und BRD vom 1. Juli 1990
gezeigt werden, was über den bloßen Gebrauchs- und Kommunikationswert hinaus das Geld ausmacht. Dazu werden Texte gelesen, unterbrochen von Videoclips mit Zeitzeugenaussagen und -bildern zur Währungsunion.

Die Lettrétage lädt Sie herzlich ein, sich im oben skizzierten Motiv-Netz verfangen zu lassen, frei nach Nicolas Born:
Einmal steht jeder vor der Frage ob er selbst fährt oder sich fahren läßt.

Texte von Aristoteles, Catull, Walter von der Vogelweide, Heinrich von Kleist, Charles Baudelaire, Georg Simmel, Nicolas Born, Daniel Falb und Tom Bresemann.

www.datenschreiber.net

Tom Bresemann, geboren 1978 in Berlin, wo er seither von unter 1000 € monatlich lebt.

Denis Abrahams, geboren 1974 in Wiesbaden, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums spielte er am Staatstheater Mainz. Weitere Stationen waren u.a. das Staatstheater Wiesbaden, die Oper Frankfurt, Stuttgart und das Theater der Stadt Koblenz. Seit Mitte der Neunziger Jahre tritt Denis Abrahams als Rezitator und Vorleser auf und hat sich seither ein breites Repertoire erarbeitet. Seit 2004 lebt und arbeitet Denis Abrahams als freier Sprecher und DJ in Berlin und hat bereits in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt.

148. Literaturfest in Wangen

Tags darauf versammelten sich dann Autoren und Kritiker zu dem seit 1967 stattfindenden Forum, bei dem ausgewählte Autoren Unveröffentlichtes lesen, über das anschließend die Kollegen und Kritiker diskutieren. …

Bruno Epple las seine „Gedichte zum Auflesen“, das heißt seine in den hiesigen Wörterwiesen aufgelesenen Gedichtfrüchte. So schön wie immer. Die problemabweisende Epple-Schönheit. …

Mit seinen phantasievollen, wissenschaftskritischen Gedichten voller Selbstironie und „Fabulierfreude“ (Eva Berberich), die Grenzen überschreiten, überzeugte der Autor Manfred Gruhler. Für den Verleger Herbert Klöpfer entwickelt sich bei ihm ein „ganz eigener Kosmos“. Durch schöne Bilder erfreute Jürgen-Peter Stössels Lyrik die Kollegenrunde, „Kinderantwort“ hieß eines seiner besonders gewürdigten Gedichte. Befreiend kreativ, irritierend, wurde der Autor Martin Strauß in seiner artistischen Lyrik mit „Antipathos“ empfunden. / Südkurier

147. 88 Gedichte

Wer wird diese Gedichte mögen? Alle, die im Leben nicht immer so genau wissen, worauf es eigentlich ankommt. Alle, die es nicht schätzen, wenn man schwere Anliegen „plötzlich ganz leicht macht“– mit Sicherheit nicht die, die – wie es der Klappentext munter daher plappert – „angesichts unserer alltäglichen Katastrophen nicht den Humor (…) verlieren.“ Polityckis passagere Promenaden, sein Durch-die-Seiten-Streifen in Versen aller Formen – vom Sonett bis zum Slam-Text – machen das Leben überhaupt nicht leichter. Auch nicht schöner. Sondern intensiver. So, wie´s sich für gute Gedichte gehört. / Britta Koth, Unser Lübeck

Matthias Politycki: Die Sekunden danach. 88 Gedichte, Hoffmann und Campe, 128 Seiten

Matthias Politycki: Die Sekunden danach. 88 Gedichte, Hoffmann und Campe, 128 Seiten

146. Sommerfest in Wiepersdorf

Joachim Wittstock ist aus Rumänien angereist. Der in Hermannstadt geborene Rumäniendeutsche Autor, Stipendiat des Jahrganges 1993, widmet seine Geschichte „Windmühle“ Achim von Arnim und dessen Gedicht „Öffne nicht die goldnen Tore“.

…  Und so bleibt Wiepersdorf ein Ort der Begegnungen. Beim Sommerfest am 11. Juli auch für die Öffentlichkeit.

Sommerfest am 11. Juli, ab 13 Uhr. Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf. Bettina-von-Arnim-Straße 13, Wiepersdorf. Tel. 0337 46/6990.www.schlosswiepersdorf.de

/ Martin Stefke, Märkische Allgemeine

145. Verjuden

In „Celans Kreidestern“ gibt eine bislang nahezu Unbekannte Einblick in das Leben des Dichters. Sie weist auf Spuren der Verbindung in seinem Werk hin, auf gemeinsam Erlebtes, eigene Wortschöpfungen oder Privatsprache, die Celan in seine Lyrik aufgenommen hat. So eröffnet Eisenreich neue Blickwinkel auf das komplexe Werk.

Uneitel erzählt sie von den Jahren „am Rande seines Lebens“, die sie „gleichzeitig sehr nahe und sehr weit von ihm entfernt“ verbrachte. Celan besucht die junge Frau in unregelmäßigen Abständen. Trifft er sie nicht an, zeichnet er einen Kreidestern auf die Schiefertafel vor ihrem Zimmer. Ein Zeichen, dass er ihr bisweilen als Widmung in seine Bücher schreibt. …

An Brigitta Eisenreich appelliert er verzweifelt: „Verjude doch!“. Sie hört den Ausdruck, der aufs Engste verknüpft ist mit der faschistischen Diktatur, als Schuldzuweisung. Die junge Frau kann nicht begreifen, was die heute 82-Jährige versteht: Celan meint „verjuden“ als Umkehrung von Hitlers Vernichtung. „Man kann zum Juden werden, wie man zum Menschen werden kann; man kann verjuden und ich möchte, aus Erfahrung, hinzufügen: auf deutsch heute wohl am besten.“ / Birgit Güll, Vorwärts

Brigitta Eisenreich: „Celans Kreidestern. Ein Bericht“ unter Mitwirkung von Bertrand Badiou, Suhrkamp Verlag, Berlin, 2010, 266 Seiten, 22,80 Euro, ISBN 978-3-518-42147-5

144. „As safe as the meadow“

Im Guardian vom 19.6. bespricht Charles Bainbridge den Gedichtband „A Village Life“ von Louise Glück. Darin zitiert er aus dem Gedicht „Walking at Night“:

Now that she is old,
the young men don’t approach her
so the nights are free,
the streets that were so dangerous
have become as safe as the meadow.

143. American Life in Poetry: Column 275

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE

I recognize the couple who are introduced in this poem by Patricia Frolander, of Sundance, Wyoming, and perhaps you’ll recognize them, too.

Denial

He called it “his ranch,”
yet each winter day found her beside him
feeding hay to hungry cows.

In summer heat
you would find her in the hayfield—
cutting, raking, baling, stacking.

In between she kept the books,
cooked, cleaned
laundered, fed bum lambs.

Garden rows straight,
canned jars of food
lined cellar walls.

Then she died.
I asked him how he would manage.
“Just like I always have,” he said.

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2009 by Patricia Frolander, and reprinted from her most recent book of poems, Grassland Genealogy, Finishing Line Press, 2009, by permission of Pat Frolander and the publisher. Introduction copyright © 2010 by The Poetry Foundation. Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.

142. Andreas Okopenko gestorben

Mit seinem „Lexikon-Roman“ schrieb Andreas Okopenko zukunftsweisende Literaturgeschichte, mit seiner Lyrik ging er stets eigene, eigenwillige Wege: Gestern, Sonntag, Vormittag ist der bedeutende österreichische Dichter und Staatspreisträger 80-jährig gestorben. …

„Ich bin nicht nur meinen Anfängen, sondern auch meinem Wesen nach Lyriker“, betonte Okopenko und auch sein meist beachtetes Werk, das „Lexikon einer sentimentalen Reise zum Exporteurtreffen in Druden“ ist unter diesem Aspekt zu verstehen: Weithin nur „Lexikon-Roman“ genannt ist der Text aus 1970 enzyklopädisch in Stichworten von A bis Z aufgebaut und mit Querverweisen versehen. Als eine der ersten Vorwegnahmen von Netzliteratur und Hypertext wird hier der Leser dazu aufgefordert, sich einen individuellen Roman zu basteln. Seit 1998 gibt es den Avantgarde-Klassiker tatsächlich als veränderbare CD-Rom-Version, an der Okopenko auch mitarbeitete. / Der Standard 28.6.

Mehr: Zintzen.orgKurier / ORFKulturministerin Claudia Schmied zum Tod von Andreas Okopenko /

Links: Andreas Okopenkos „Lexikon einer sentimentalen Reise zum Exporteurtreffen in Druden“ ist jetzt als Hypertext auf CD-ROM erschienen, Die Zeit 25/1998 / Interview mit Okopenko / Christiane Zintzen, Traumbilder | Traumberichte /

In L&Poe:

  • 2001     Mai     #     Gedenklesung
  • 2002     Feb     #     Trakl-Preis an Andreas Okopenko
  • 2004     Dez     #49.     Bundeskanzler ehrt Mayröcker
  • 2004     Dez     #68.     Freude am sperrigen Wort
  • 2005     Jan     #74.     Gerne und oft in der Hölle
  • 2005     Mrz     #60.     Ab Montag: „Nachrichten aus der Nussschale“
  • 2005     Mrz     #79.     Okopenkos Wirklichkeit
  • 2005     Mai     #33.     Okopenko zum Heurigen
  • 2007     Jan     #10.     Bilderregen / Surrealismen
  • 2007     Feb     #15.     Traum vom Tod Georg Heyms
  • 2007     Mai     #96.     Experimente Türkisch
  • 2007     Sep     #117.     Türkisch-österreichische Früchte
  • 2008     Feb     #33.     Österreich: Nachkriegsavantgarde
  • 2009     Jan     #3.     Sanfter Autor
  • 2009            Mrz            #94.            Lyrik-Rowdy

Neuere Beiträge hier

(die älteren sind im Archiv erreichbar)

141. Autobiographie in Gedichten

Im gut besuchten Vortragssaal des Goethe-Museums war jetzt der Diplomat Stéphane Hessel zu Gast. Im Gespräch mit Professor Bernd Witte stellte er dort sein jetzt im Grupello Verlag erschienenes Buch „Ô ma mémoire – Gedichte, die mir unentbehrlich sind“ vor. Es ist die ungewöhnliche Form einer Autobiographie, denn anhand von 88 Gedichten, die er im Laufe von Jahrzehnten auswendig gelernt hat, reflektiert Stéphane Hessel sein überaus bewegtes Leben. / Rheinische Post

140. Mehr als Sport

Fußball habe nun doch nichts mit Krieg zu tun, schrieb ein Kommentator neulich beim Sieg der Serben. Tennis vielleicht schon eher („Bum-Bum-Becker“)? Der Wimbledondichter Matt Harvey schreibt, der Rasen von Wimbledon sei „mehr als Rasen“:


it’s a lawn – just a lawn
but it’s more than a lawn
it’s a dance floor, a war zone, a platform, a stage
showcase, coliseum, a ring, a fight cage
big top, debating hall, combat arena
goldfish bowl, cauldron, a cliche convener
petri dish, pressure cooker, drama provider
physics laboratory, small hadron collider

Ein paar Tage eher schrieb er über Andy Murray, „one of ours“:

if ever he’s brattish
or brutish or skittish
he’s Scottish

but if he looks fittish
and his form is hottish
he’s British

/ Huffington Post