149. MONEY IS A KIND OF POETRY

Das Bild des armen Poeten ist nicht nur in der Malerei ein Standardmotiv – sondern auch im echten Leben! Es ist klar: Die Dichter (bzw. Philosophen, Literaten) und das Geld führen seit Jahrhunderten eine ebenso lieb- wie hasserfüllte Auseinandersetzung, die andauert. Schätzt du das Geld auch so sehr wie ich? soll Heinrich Böll Hans Werner Richter einmal gefragt haben, um nur ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit zu nennen. Die nächste Veranstaltung der Datenschreiber-Reihe spürt am 20. Jahrestag der deutsch-deutschen Währungsunion der Frage nach der Poesie des (meistens fehlenden) Geldes nach.

AKTION ALUCHIP: Wer mit einem Original-Geldschein aus der DDR „bezahlt“, erhält freien Eintritt.

Näheres unter www.lettretage.de und www.datenschreiber.net.

Donnerstag, 1. Juli 2010, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Datenschreiber: DIE ZETTEL, DIE DIE WELT BEDEUTEN oder MONEY IS A KIND OF POETRY

Es lesen Denis Abrahams und Tom Bresemann
Die Reihe „Datenschreiber“ wurde konzipiert von Philip Maroldt und Moritz Malsch
Verwirklicht mithilfe von Projektmitteln des Berliner Senats

Acht Daten, elf Autoren, rund sechzig Jahre Geschichte. Um den Nukleus eines mehr oder minder zufällig „Gegebenen“ (lat. datum) herum – sei es tragisch oder trivial, esoterisch oder paranoid – sammelt sich der Sternenstaub der Historie zu einem „schmutzigen Schneeball“.

Aber schreiben wir uns nicht alle von solchen Daten her? Und welchen Daten schreiben wir uns zu? (Paul Celan)

Geld ist eine Art Poesie, hat Wallace Stevens kurz und knapp konstatiert. Doch was soll das eigentlich heißen? Was macht die Faszination an jenen Zetteln, die die Welt bedeuten, aus? Warum glauben wir wie selbstverständlich, was auf ihnen steht? Welches Bedürfnis (nach Aristoteles) wird abgebildet, wenn sich Gedichte mit Geld befassen? Ausgehend vom eigenen Schreiben hat sich Tom Bresemann auf die Suche begeben, hat Texte von Kollegen aus verschiedenen Jahrhunderten unter die Lupe genommen, und ihnen philosophische Überlegungen seit der Antike anheim gestellt. Gefunden wurde ein dichter als gedacht geknüpftes Motiv-Netz, welches seit über 2000 Jahren die literarische und philosophische Auseinandersetzung mit dem Geld bestimmt bzw. modifiziert. In der Lettrétage wird am 1. Juli 2010 nicht zuletzt anlässlich des 20. Jahrestages der Währungsunion von DDR und BRD vom 1. Juli 1990
gezeigt werden, was über den bloßen Gebrauchs- und Kommunikationswert hinaus das Geld ausmacht. Dazu werden Texte gelesen, unterbrochen von Videoclips mit Zeitzeugenaussagen und -bildern zur Währungsunion.

Die Lettrétage lädt Sie herzlich ein, sich im oben skizzierten Motiv-Netz verfangen zu lassen, frei nach Nicolas Born:
Einmal steht jeder vor der Frage ob er selbst fährt oder sich fahren läßt.

Texte von Aristoteles, Catull, Walter von der Vogelweide, Heinrich von Kleist, Charles Baudelaire, Georg Simmel, Nicolas Born, Daniel Falb und Tom Bresemann.

www.datenschreiber.net

Tom Bresemann, geboren 1978 in Berlin, wo er seither von unter 1000 € monatlich lebt.

Denis Abrahams, geboren 1974 in Wiesbaden, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums spielte er am Staatstheater Mainz. Weitere Stationen waren u.a. das Staatstheater Wiesbaden, die Oper Frankfurt, Stuttgart und das Theater der Stadt Koblenz. Seit Mitte der Neunziger Jahre tritt Denis Abrahams als Rezitator und Vorleser auf und hat sich seither ein breites Repertoire erarbeitet. Seit 2004 lebt und arbeitet Denis Abrahams als freier Sprecher und DJ in Berlin und hat bereits in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt.

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