40. Huchel und Staufen

Denn weit draussen gegen das Münstertal zu, zwar unmittelbar an der Strasse, aber dennoch sehr einsam, wohnte er die letzten sechs Jahre seines Lebens. Er war viel unterwegs, schreiben aber mochte er nur zu Hause, wo seine Frau Monica die zu Versen geformten Gedanken aufzeichnen musste. «Schneenarben an den Felsen, / Wegzeichen wohin? Schriftzeichen, / nicht zu entziffern», so heisst es in «Todtmoos», einem der späten Gedichte.

«Schneenarben» und «Schriftzeichen» gibt es in Staufen freilich noch ganz anderer Art. Sie sind allerdings auch leichter zu entziffern. Im historischen Kern des Städtchens, rund ums Rathaus herum, sind die Häuser von Rissen gezeichnet, manche sind bloss einige Millimeter breit, andere klaffen furchterregend weit auf. / Roman Bucheli, NZZ

39. Soll Weinheber bleiben?

Er war ein populärer Dichter, vor allem dank seines Mundart-Zyklus „Wien wörtlich“, beherrschte aber auch die poetische Hochsprache eines Rilke oder Anton Wildgans. Seine Position im Nationalsozialismus – er pries Hitler – ist schon lange ein Stein des Anstoßes: Nun gibt es eine neue Debatte um Josef Weinheber (1892 bis 1945). Ein Denkmal im Schillerpark könnte entfernt, die Ehrenmitgliedschaft an der Kunstakademie aberkannt werden.

„Die Akademie der Verdrängenden Künste“ lautet der Titel eines Artikels in der jüdischen Zeitschrift „Nu“. Die Plattform für Geschichtspolitik, gebildet aus Studierenden und jungen Lehrenden, wirft der Akademie vor, sie habe, anders als andere Kulturinstitute (Museen, Nationalbibliothek), die Bewältigung der NS-Vergangenheit versäumt: Provenienzforschung, Rückgaben, Aberkennung von Ehrenmitgliedschaften aus dieser Zeit, etwa jene für Weinheber. „Die konkreten Vorwürfe: In der offiziellen Selbstdarstellung der Akademie wird die Nazi-Zeit unter den Tisch gekehrt. Im Besitz der Akademie befinden sich möglicherweise arisierte Objekte“, heißt es in dem „Nu“-Artikel. / Barbara Petsch, Die Presse

38. Paul Celan-Anspielungstest

O-Ton Gott: „Wer Autos anzündet, der nimmt dabei übrigens in Kauf, dass unvorhergesehener Weise jemand verletzt werden könnte.“ Antwort Ahne: „Ick wees, Gott. Wer Autos fährt, nimmt dit, übrigens ooch in Kauf.“ – An anderen Stellen ist Gott überaus souverän. Er spricht sich für eine Frau als Papst aus und bleibt locker, wenn der Teufel ausgerechnet bei Facebook Christen added.

Ahne: „Unser Täglich Brot – Zwiegespräche mit Gott“ Volandt & Quist, 140 Seiten + CD, 14,90 Euro

Während sich andere Dichter auf „Raumerkundungen“ begeben oder den ständigen Dialog mit Ingeborg Bachmann suchen, schreibt Florian Voß über: Al-Jazira, radioaktive Trümmer, Voodoo und Zombies, über: Kerosinbrüste, Robbie Williams und „Billy the Kid“-Regale. Da ist eine Menge Gegenwart drin, inklusive der Gaga-Zeilen: „Call it windows, and call me Ahab / und gib mir Manna im Tetra Pak“.

Den Paul Celan-Anspielungstest besteht Florian Voß im ersten Gedicht und ein paar Seiten weiter kommt auch Rilke vor. Dazu gibt es ein Versprechen: „Auch du kannst eine Scream-Queen sein!“ Damit hat der Autor zwar noch nicht das Sonnett-Diplom bestanden. Aber: Er unterhält und seine Botox-Gedichte schlagen tatsächlich keine Falten.

Florian Voß: „Datenschatten, Datenströme, Staub“ Verlagshaus J. Frank, 80 Seiten, 13,90 Euro

/ Jan Drees, 1live

37. Klang des Brotes

Siebenbürgisch hat nicht mehr so viele Sprecher, aber offenbar viele Varianten. „Brot“ hat in jedem Dorf einen anderen Vokal, lese ich:

Wie wir um das tägliche Brot beten.

Adolf Schullerus

Wenn einmal in Zeiten der Not – Gott behüte uns davor! – wir Siebenbürger Sachsen zusammen kämen und gemeinsam den lieben Gott um das tägliche Brot bitten würden, das gäbe bei aller Traurigkeit ein lustiges Konzert.

Zuerst würden, wie billig, die Städter einsetzen. Der Hermannstädter beginnt:
„As däjlich Brît gäw es hekt!“ Dem Schäßburger ist das nicht recht, er bittet um „det dâjlich Brît“,
der Mediascher dagegen um „det däjlich Brüut„. Nun kommt der Nösner und betet schwer und gewichtig: „Onser daijlich Brût gäf ons hait“, und zuletzt stimmt der Bartholomäer Kroner in das allgemeine Gebet ein, aber weil er zu spät kommt, verschluckt er sich und ruft nach dem täglichen „Brukt„.

Aber anders noch als die Städter beten die Bauern aus den verschiedenen Sachsengauen um das Brot.
Schon den „Umstädtern“ ist das Hermannstädter „Brît“ zu fein, sie verlangen derbere Kost.

Der Hammersdorfer will „Brüt„, der Schellenberger „Brîet„, der Großscheuerner wie der Hahnbächer „Briut„, der Kleinscheuerner „Briüt„, der Stolzenburger und Neudorfer „Bruit„.

Und so geht es nun den Harbach hinauf ins Agnethler und Schenker Gelände.
Der Agnethler, Schönberger, Schenker, alle beten sie um „det dâjlich Bruit„.

Im ganzen Mediascher Gelände aber bleibt man gern bei dem „Brüut“ der Stadt, wo nicht, wie in Großkopisch und Birthälm, ebenfalls das „Bruit“ hineinklingt. „Bruet“ wünscht der Zendrescher und Zuckmantler, „Bruit„, wie die meisten anderen Sachsen, der Repser, und gar die Burzenländer rufen, obgleich sie alle dasselbe schöne Korn bauen, einer immer anderes wie der andere, „Breout“ der Zeidner, „Bröut“ der Neustädter, „Brût“ der Marienburger, „Breit“ der Heldsdorfer, „Bruit“ der Brenndorfer, „Brat“ der Weidenbächer, „Briuet“ der Honigberger, „Brut“ der Tartlauer, „Brüt“ der Petersberger und Nußbächer, „Breüt“ der Rothbächer und endlich „Brüut“ der Schirkanyer.

Da höre ich aus dem Gewirre noch den Belleschdörfer heraus. „Breüt“ ruft er, der Busder „Bried„, der Deutsch-Piener „Brigd„, der Heltauer „Brîet„, der Martinsberger „Briuet„, der Nimescher „Brêüit„, der Prudner „Bruitch„, der Reichesdorfer „Breöüt„, der Seligstädter „Brutch„.

So klänge es durcheinander im fröhlichen Bittkonzert.
Und Gott hat uns das Brot noch nie versagt, wie immer wir darum gebeten haben.

Adolf Schullerus: Wie wir um das tägliche Brot beten
Entnommen aus: Deutsches Lesebuch für Mittelschulen in Rumänien, Hermannstadt 1935

/ sibiweb.de

36. Atom-Sponsoring?

Die Veranstalter des Erlanger Poetenfestes geraten wegen der Zusammenarbeit mit dem Atomkonzern Areva zunehmend in die Kritik von Literaturfreunden. Um künftig auf die Unterstützung des Unternehmens verzichten zu können, haben sie bundesweit zu einem „Bürger-Sponsoring“ aufgerufen. Das Poetenfest gilt als wichtiger Literaturtreff vor der Frankfurter Buchmesse.

Ein Sprecher der Initiative „Poesie ohne Uranstaub“ betonte am Freitag, wenn genügend Bürger für das Fest spendeten, könnte das Festival im kommenden Jahr ohne die 15.000 Euro von der Areva auskommen. Bis zum Freitag seien knapp 7.000 Euro auf einem Treuhandkonto eingegangen. „Wir gehen davon aus, dass wir bis zum Herbst ausreichend Geld zusammenbekommen.“ / Die Welt

35. Unverkäufliche Gedichte

Ich möchte hier die aussterbende Berufsgruppe der Lyriker, zu der ich auch gehöre, ins Licht der Öffentlichkeit rücken. Wenn ich nicht gerade mit meiner Kolumne befasst bin, in der ich äußerst tiefschürfende Kommentare zu allem und jeden anbringe, schreibe ich Gedichte. Gedichte sind etwas Wunderbares!

Ich meine jetzt nicht die sinn- und wahllose Aneinanderreihung von Worten, die man in den neuen, unverständlichen Gedichten vorfindet. Bei diesen Gedichten ergeht es mir so, wie in der modernen Malerei, die von der Kritik hochgelobt wird, und bei mir den Anschein erweckt, der Maler hätte sich geradewegs auf seine Leinwand erbrochen, sie in einen Rahmen gespannt und das Machwerk als Kunst verkauft. …

Die meinen sind für jedermann verständlich und verkaufen sich dadurch natürlich schlecht. / anon., ngo-online Internet-Zeitung

34. Modernisierung

Es war ein langsamer und zäher Aufbruch, den Yushidj, der „Vater der modernen iranischen Lyrik“, und eine Handvoll weitere Dichter damals anstießen, und es dauerte noch einmal gute zwanzig Jahre, bis sie erste Erfolge verzeichnen konnten. Zwar tobte der Feuilletonkrieg zwischen Traditionalisten und Modernisierern weiter, aber die Modernisierer gewannen die Leser zunehmend für sich. Sie lösten die Lyrik aus den starren traditionellen Formen, verzichteten zunehmend auf den Reim, führten erstmals die Alltagssprache in die Dichtung ein und erneuerten auch die Metaphernwelt, die bis dahin zumeist mittelalterlichen Motiven verpflichtet gewesen war. …

„Neun Gärten der Liebe“ versammelt die wichtigsten Vertreter dieser Modernisierung. Nima Yushidj, Ahmad Shamlou, Sohrab Sepehri, Mehdi Akhawan-Sales, Siavash Kasrai, Nader Naderpour, Fereidoun Moshiri, als einzige Frau selbstverständlich Forough Farrokhsad und, vielleicht die einzige Überraschung in dieser Auswahl, Geyssar Aminpour, der leider heute noch viel zu selten in einem Atemzug mit den anderen Größen genannt wird, obwohl er ihnen ebenbürtig war. / Gerrit Wustmann, Cineastentreff

„Neun Gärten der Liebe. Zeitgenössische persische Liebesgedichte“, Hrsg. Gorji Marzban, Mehrzad Hamzelo, Rudolf Kraus, Edition Roesner, Wien 2011

33. Lyrisches Gedächtnis

Adlers «Gesammelte Gedichte» liegen nun erstmals vollständig in einer mustergültigen Edition vor. Sie gelten Hauptmotiven wie dem Blick, den Jahreszeiten, dem «Gedächtnis». Diese Gedichte sind lyrisches Gedächtnis. Mnemosyne, nach Hesiod die Mutter der Musen, stand Pate, Gedicht um Gedicht. «Scharf hinzuhören in die Muschel des Gedächtnisses . . . Mut. Uferlose Trauer / Schürft uns die Hitze vom Grund, der / Atem ist den Waisen ergraut und sie / Schreien den Vater, der kommt nicht / Hervor.» So beginnt Adlers Gedicht «Steinerner Gast». Vers und Strophe sind genau gefügt; einen freien hymnischen Ton gestattete er sich selten. …

Seine Lyrik verzichtet auf expressive Neologismen. Etymologisches Wissen (bei einer Celan-Lektüre unabdingbar) fordern diese Gedichte selten; entsprechend schlank können die Kommentare ausfallen.

Diese Gedichte des Prager Schriftstellers speisen sich aus anderen Quellen, noch einmal gesagt: dem Unverhofften. «Ins Harz der Not verschlungen, graues / Gericht, zerschlagen Stein und Bein, fährt Wild steil in sein Nichts ein Grubenlied / Verschollenen Gelächters.» Hier werden keine Worte aufgebrochen; Auslassungszeichen sind überflüssig. Hier steht, was stehen soll, eine, sagen wir, Wortanmutung, eine hermeneutische Herausforderung, eingeleitet etwa durch die Überschrift: «Der letzte Ruf verschreit»

/ Rüdiger Görner, NZZ 6.8.

H. G. Adler: Andere Wege. Das lyrische Gesamtwerk. Herausgegeben von Franz Hocheneder und Katrin Kohl. Drava-Verlag, Klagenfurt 2010. 1198 S., Fr. 70.90.

32. „Keine Gedichte mehr.“

Kurwenal war nicht von Schönheit gesegnet. Er sah, schreibt der britische Mediziner Jan Bondeson in seinem kuriosen Buch „Amazing Dogs“, eher wie eine fette Wurst aus. Er war deutsch-national, ein treuer Anhänger des Reichspräsidenten Hindenburg. Doch war er auch eigensinnig und grantelte gern. Zum Geburtstag machte ihm eine Abordnung des NS-Tierschutzbundes und der Hitlerjugend ihre Aufwartung. Als einer der Hitlerjungen anfing, ein langes Gedicht vorzutragen, fiel Kurwenal ihm bellend ins Wort: „Keine Gedichte mehr.“ /  Eckhard Fuhr, Welt am Sonntag

31. bed a ccat

Elisabeth Mann Borgese, eine der Töchter Thomas Manns, baute für ihren Setter Arli eine Schreibmaschine, die er mit der Schnauze bedienen konnte. Seine Gedichte wurden sogar gedruckt. Als sein Meisterwerk gilt „bed a ccat“:

cad a baf
bdd af dff
art ad
abd ad arrli
bed a ccat

Elisabeth litt zeitlebens unter der übermächtigen Figur des Großdichtervaters. Welch anarchische Energie steckt dahinter, dass sie ihrem Hund das Dichten ermöglicht! Oder Verzweiflung? Oder Liebe und Zorn? /  Eckhard Fuhr, Welt am Sonntag

30. Gestorben

Für viele von uns war K.D. Sethna der bedeutendste mystische Dichter unserer Generation, vergleichbar nur mit Sri Aurobindo. Er hinterließ fast 1000 wunderbare Gedichte und mehrere Bände Prosa.

Die Zukunft wird entscheiden, ob Amal-Kiran (K.D. Sethna), der mit 106 Jahren starb, der letzte einer großen Tradition war oder Vorläufer einer künftigen Poesie. / Manoj Das, The Hindu

 

29. Schlagabtausch

In der „Welt“ kann man heute unter der Überschrift „Der Schlagabtausch“ einen Literaturkrimi zwischen Karl Kraus und Franz Werfel lesen: sehr empfohlen!

Kostpröbchen:

Verehrtester Herr,

erlauben Sie, das ich Ihnen für die Ehre und Freude vielmals danke, die Sie mir durch die Veröffentlichung meiner Gedichte bereitet haben, und halten Sie es bitte nicht für unbescheiden, wenn ich mich heute wiederum mit zwei Manuskripten an Sie wende. (…)

Ihr stets dankbarer Werfel

Prag, 17. V. 1911

Kraus an Sidonie Nádherny

am 14. April 1915:

„Aber ich war letzten Sonntag scharf, nämlich in einer Auseinandersetzung mit dem Dichter W., der mich plötzlich im Restaurant ansprach. Endlich konnte ich auch mit dieser alten Sache aufräumen. Ein Schwamm blieb in meiner Hand. Stammelte, er wisse nicht, warum er mir damals solche Dinge erzählt habe. Ich sagte, ich wisse es, und sagte ihm auch, was ich weiß: dass er unbewusst aus verletzter Eitelkeit ein Bild verhässlichen wollte. Ich hielt ihm natürlich – was das Schwierigste war – auch seine Verlogenheit in puncto Gesprächs über Rilke vor. Er sagte, er habe das gesagt, weil er schon verwirrt war und Gewissensbisse über die Licenz-Geschichte empfand. Ich bewies ihm, dass er neuerlich lüge; denn natürlich hat er damals zuerst über das Gespräch im Dresdner Hotel und dann erst allgemein gelogen….“

„Fackel“

vom 18. Januar 1917

„Ich habe so lange nicht gewusst, ob seine Verse etwas taugen, bis ich gewusst habe, dass er nichts taugt….“

Werfels Antwort

„Denn von dieser Welt soviel wissen, ihren tausendfachen Dialekt und Jargon so in Ohr und Mund haben, ihre Geste parodistisch so stark in Knochen und Nerven tragen, kann nur einer, dem Brennpunkt und Mitte dieser Welt in der eigenen Brust sitzt.“

28. Prosa des Dingworts

Lyrik, hat Günter Eich notiert, habe wesentlich mit dem „Dingwort“ zu tun, schon das Verb sei letztlich ein Indiz für Handlung – und damit eine Angelegenheit des Romans. So gesehen, entfaltet Christoph Meckel in seiner jüngsten Publikation „Russische Zone“ über weite Strecken eine lyrische Prosa, die nicht Handlung entwickelt, sondern Bilder aufbaut, Erinnerung fixiert und Erfahrung festhält. Meckels wunderbar geschmeidige, atmende und federnde Prosa des Dingworts folgt einer thematischen Spur, die seine Erinnerungsbücher an Marie Luise Kaschnitz („Wohl denen die gelebt“) und an Peter Huchel („Hier wird Gold gewaschen“) gelegt haben. / Hartmut Buchholz, Badische Zeitung 6.8.

27. dornburger spruchreife

Judith Zander favorisiert freirhythmische Verse. Deshalb sollte man nicht Fingerübungen in strengen metrischen Formen übersehen: „westwärts & außer form“ etwa ist ein Sonett und „diotima“, in Anlehnung an das gleichnamige Gedicht von Friedrich Hölderlin, eine Ode. Eines der schönsten Gedichte ist fraglos „dornburger spruchreife“, in dem ein Oktobertag bei den Dornburger Schlössern skizziert wird, das mit den Worten anhebt: „die hängenden gärten wir gingen auf / terrassen in nebulöse ideen / der saale ein alles sahen wir / mit ihrem blick.“ / Kai Agthe, Freie Presse 

Judith Zander: „oder tau. gedichte“ 
dtv
92 Seiten
11,90 Euro
ISBN 9783423248624

26. Arendt ist ok

Bei Fixpoetry ein Fixative von Frank Milautzcki über ein Gedicht von Erich Arendt, das in Kolumbien entstandene „Trinklied“  aus dem Tolú-Zyklus:

Arendt war also prinzipiell ok. – Man konnte etwas damit anfangen. Es gab Momente darin, in denen es ein authentisches Ich gab. “… an wen es sich … wendet? An alle, an keinen, an diesen gewissen Unbekannt, an den Niemand. Einer genügte wohl schon, wenn es ihn trifft, sein Ich erreicht, man das gleiche Glas erhebt und sich zutrinkt, im Bitteren, im Hellen. So steht das Ich, beredt, für den Anderen, für alle.” Erich Arendt in einem Interview mit Gregor Laschen (gefragt nach dem ICH im Gedicht). Er erreichte mich nicht zuverlässig tief. Aber ich ließ ihn in meiner Nähe das sein, was eine Berührung ist.