34. Modernisierung

Es war ein langsamer und zäher Aufbruch, den Yushidj, der „Vater der modernen iranischen Lyrik“, und eine Handvoll weitere Dichter damals anstießen, und es dauerte noch einmal gute zwanzig Jahre, bis sie erste Erfolge verzeichnen konnten. Zwar tobte der Feuilletonkrieg zwischen Traditionalisten und Modernisierern weiter, aber die Modernisierer gewannen die Leser zunehmend für sich. Sie lösten die Lyrik aus den starren traditionellen Formen, verzichteten zunehmend auf den Reim, führten erstmals die Alltagssprache in die Dichtung ein und erneuerten auch die Metaphernwelt, die bis dahin zumeist mittelalterlichen Motiven verpflichtet gewesen war. …

„Neun Gärten der Liebe“ versammelt die wichtigsten Vertreter dieser Modernisierung. Nima Yushidj, Ahmad Shamlou, Sohrab Sepehri, Mehdi Akhawan-Sales, Siavash Kasrai, Nader Naderpour, Fereidoun Moshiri, als einzige Frau selbstverständlich Forough Farrokhsad und, vielleicht die einzige Überraschung in dieser Auswahl, Geyssar Aminpour, der leider heute noch viel zu selten in einem Atemzug mit den anderen Größen genannt wird, obwohl er ihnen ebenbürtig war. / Gerrit Wustmann, Cineastentreff

„Neun Gärten der Liebe. Zeitgenössische persische Liebesgedichte“, Hrsg. Gorji Marzban, Mehrzad Hamzelo, Rudolf Kraus, Edition Roesner, Wien 2011

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