Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Es ist Zeit, neue Gedichte zu schreiben.
Denn die alten Gedichte haben keine Kraft mehr,
und die alten Dichter müssen nicht mehr sterben.
Sie haben vergessen, worum man sie bat.
Wer bitte braucht noch ihre Ratschläge.
In Abgründen der Nacht, wenn Kyjiw ruht
liege ich wach und krieg kein Auge zu,
den lieben Freund so böswillig verleumdet wissend.
Wie braune Röcke lagern Schwärme
von Raben auf dem klumpigen Dach.
Der Mond erhebt die blauen Arme
als Seher und verflucht die Stadt.
Und wo soll ich dich finden?
Zwischen Gras und Ackerwinden?
Oder begraben im Sand,
wo Efeu das Kreuz umwand?
keiner sei ewig lehrte der rabbi und schweigt jetzt
die kugel hat ihn getroffen und alles ist vorbei
doch der talmud klingt mir noch nach im ohr
mischna bibel gemara mitten im gelärm der
motoren
Dieser Stern ist nur ein Splitter des Schmerzes, von der Ewigkeit wie von Feuer durchdrungen.
dass nichts von dir bleibt
außer ungeschriebenen Büchern
außer ein paar fremden Versen
der letzte Strohhalm
hunderte Male gehört
erst heute plötzlich verstanden
#IrynaVikyrchak
die Steine haben
die Weltordnung
die Leichen überdauert
Mich hält die Hoffnung
dass die Seelen
auch die härtesten Steine
überdauern werden.
##HalynaPetrosanyak
„Denn wir, die wir leicht gleichgültig werden können und eigentlich immer in der Gefahr sind, Mitläufer zu werden, brauchen solche Geschichten. Immer wieder.“
#ElkeEngelhardt #TanjaMaljartschuk
Aber treffen wird es nur eine Person
Gewöhnlich die ganz am Rande
Dieses Mal bist du es nicht; Entwarnung
#WiktorijaAmelina #ВікторіяЮріївнаАмеліна #MichaelAugustin
#03-2023 In dieser Ausgabe: EDITORIAL | NEUE TEXTE (Lange) | ALTER TEXT | DOSSIER: (EXPERIMENTELLES) ÜBERSETZEN (Lange) | BETRACHTUNG UND KRITIK (Ames/Spyra, Ames, Engelhardt) | TABU EDITORIAL Journal #03 ist eröffnet und wird in den nächsten Monaten in Einzelbeiträgen in loser Folge erscheinen. Es… Continue Reading „L&Poe Journal 3 (2023)“
Mein Gott, soll ich noch lange
an dem elenden Tange,
in dem offenen Kerker zumal,
in den dumpfigen Mauern
meine Tage vertrauern
und versauern mir selber zur Q u a l ?
#TarasSchewtschenko #ТарасГригоровичШевченко
Und der Mond hat eine Krümmung
Wie die Rücken der Toten im weißen Leibchen,
Wenn man sie zur Beisetzung
An einen Baum lehnt.
#EmmaAndijewska
І місяць має той самии вигин,
Що й спини померлих
У білих майках, яких ховають,
Притуливши просто до дерева.
Е́мма Іванівна Андіє́вська
Neueste Kommentare