Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Kasimir Edschmid (* 5. Oktober 1890 in Darmstadt; † 31. August 1966 in Vulpera, Engadin) Aus: Zwei Gedichte des Mönchs von Montaudon Aus dem Altprovenzalischen I ENUEG Ein Mann, der sein Weib liebt, fuchst mich, Und sei sie die liebe Frau von Toulouse. Das verachte ich: Kaplane, einen Mund, der In Lügen sich… Continue Reading „Was ich hasse“
Im September war der 700. Todestag Dantes, der 200. Geburtstag Norwids und der 100. Geburtstag des Berliner Surrealisten Johannes Hübner. Von dem hier ein Gedicht aus dem „surrealistischen Ziegelstein“. Johannes Hübner (* 27. September 1921 in Berlin; † 11. März 1977 ebenda) Avantgarde »Mut zum Wagnis und die Befähigung zur Passion«… Continue Reading „Avantgarde“
Vor 200 Jahren, am 24. September 1821, wurde Cyprian Norwid geboren. Cyprian Kamil Norwid (* 24. September 1821 in Laskowo-Głuchy, Masowien; † 23. Mai 1883 in Paris) AUF DEN TOD DER POESIE (ELEGIE) Sie ist nun tot! … gibt es schlimmere Tode? Und wie die hübsche Person begraben? Sie starb an den… Continue Reading „Auf den Tod der Poesie“
František Listopad (* 26. November 1921 in Prag; † 1. Oktober 2017 in Lissabon) Ivan Blatný gewidmet Slawen in London, Paris, in Lissabon, genauer gesagt, die Tschechen, nur ein Tscheche spricht tschechisch zu Tschechen Pozor! At‘! Bud’si! Ivan Blatný ist sechzig aber ich kenne ihn nur aus Brünn Ein zwanzigjähriges… Continue Reading „Slawen in London, Paris, Lissabon“
Das brandneue Heft von Urs Engelers „Mütze“ mit Gedichten von Bertram Reinecke, Konstantin Ames, Hannes Bajohr, Thorsten Krämer, Christian Steinbacher und Christian Filips sowie weiteren Dichtern aus Schweden, Albanien und Polen. Als Probe hier eins von zwei Preisgetichten von Bertram Reinecke, noch ein Beitrag… Continue Reading „Preisgetichte“
Von Schiller Würde der Frauen Ehret die Frauen! Sie flechten und weben Himmlische Rosen ins irdische Leben, Flechten der Liebe beglückendes Band, Und in der Grazie züchtigem Schleier Nähren sie wachsam das ewige Feuer Schöner Gefühle mit heiliger Hand. Ewig aus der Wahrheit Schranken… Continue Reading „Lob der Frauen“
Halldór Laxness Halldórsson Idee zu einer Skaldensaga #1 Ein Zahnarzt, frisch geschieden, wohnhaft in den Vororten, fahrt heim nach Húsavík, um dort einem Wal, den es an Land geschwemmt hatte, die Zähne zu richten. Das Tier ist noch am Leben, die Zahnbehandlungen finden statt… Continue Reading „Entwurf zu einer Skaldensaga“
Tod einer Generation. Am 25. September 1914 „fiel“ Alfred Lichtenstein, am 26. September Ernst Wilhelm Lotz. (* 6. Februar 1890 Culm an der Weichsel, Westpreußen; † 26. September 1914 bei Bouconville, Frankreich) Die Nächte explodieren in den Städten, Wir sind zerfetzt vom wilden, heißen Licht, Und unsre Nerven flattern, irre Fäden, Im Pflasterwind,… Continue Reading „Die Nächte explodieren in den Städten“
Alfred Lichtenstein (* 23. August 1889 in Wilmersdorf; † 25. September 1914 bei Vermandovillers, Département Somme, Frankreich) Man hat mich glücklich eingesperrt, Dran ist mir nichts gelegen, Und für total verrückt erklärt Des Dichtens nämlich wegen. Denn erstens dicht‘ ich unerlaubt, Grob und unmanierlich. Und zweitens dicht‘ ich überhaupt Und drittens zu natürlich. Und… Continue Reading „Man hat mich glücklich eingesperrt“
Jaroslav Seifert (* 23. September 1901 in Prag; † 10. Januar 1986 ebenda) Ihr fragt, was vermögen die Frauen? Ihr fragt, was vermögen die Frauen? Offenbar alles. Legt jemand drei Strohhalme über den Abgrund, gehen sie leichten Fußes darüber. Ich kann nicht erklären, wieso,… Continue Reading „Was vermögen die Frauen“
Die Dichterin Sibylla Schwarz hat viel über den Krieg geschrieben, Gedichte, Lieder und ein Trauerspiel. Heute Auszüge aus einem Gedicht, das vielleicht am drastischsten erlebte Kriegsgreuel beschreibt. Sie kannte es. Krieg, das ist Flucht und Vertreibung, Töten, Brandschatzen, Plündern, Vergewaltigen. Kein Heldentum, keine Schonung… Continue Reading „Kriegsgreuel“
Kurt Tucholsky PARK MONCEAU Hier ist es hübsch. Hier kann ich ruhig träumen. Hier bin ich Mensch — und nicht nur Zivilist. Hier darf ich links gehen. Unter grünen Bäumen sagt keine Tafel, was verboten ist. Ein dicker Kullerball liegt auf dem Rasen. Ein… Continue Reading „Park Monceau“
Ic dir nach sihe, ic dir nach sendimit minen funf fingirin funvi undi funfzic engili.Got mit gisundi heim dich gisendi,offin si dir diz sigidor, sami si dir diz selgidor,bislozin si dir diz wagidor, sami si dir diz wafindor. Ich dir nach sehe,ich dir nach… Continue Reading „Weingartner Reisesegen“
Georg Trakl (* 3. Februar 1887 in Salzburg; † 3. November 1914 in Krakau, Galizien) DIE SCHÖNE STADT Alte Plätze sonnig schweigen. Tief in Blau und Gold versponnen Traumhaft hasten sanfte Nonnen Unter schwüler Buchen Schweigen. Aus den braun erhellten Kirchen Schaun des Todes… Continue Reading „Alte Plätze sonnig schweigen“
Hermann Finsterlin (* 18. August 1887 in München; † 16. September 1973 in Stuttgart) Reinhard Doehl schreibt über ihn: Der utopische Architekt und Gesamtkünstler hat … sich Zeit seines Lebens als Berchtesgadener Künstler gefühlt, sich immer wieder, als seine Familie 1926 längst nach Stuttgart… Continue Reading „Hermann Finsterlin, „utopischer Architekt“ und Gesamtkünstler“
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