Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Konstantin Ames Vom Bett, wo junge Seehunde lauten als hätte sie’s, in einer Gurgel (meiner), in einen Fluss verschlagen, zum Park (Volkspark) für verschlissene Chefsessel – und es gibt Beweisfotos, wertes Zentralorgan – hinaus auf die Gesellschaftsinseln inmitten dieser Façonschnitt-Epiphanien. Zwo lehnen schon an… Continue Reading „Inmitten dieser Façonschnitt-Epiphanien“
Antonin Artaud (* 4. September 1896 in Marseille – heute vor 125 Jahren; † 4. März 1948 in Ivry-sur-Seine) Ein Gedicht aus dem „surrealistischen Ziegelstein“. Schwarzer Dichter Schwarzer Dichter, ein Jungfernschoß plagt dich, bittrer Dichter, das Leben kocht und die Stadt steht in Flammen,… Continue Reading „Antonin Artaud 125“
Heute vor 220 Jahren schrieb William Wordsworth ein London-Gedicht. Sonett geschrieben auf der Westminster-Brücke 3. September 1802 Die Erde hat nichts Schöneres zu eigen Und stumpfen Sinns ist, wer vorübergeht, Bewegt nicht von des Bildes Majestät: Die Stadt, des Morgens Schönheit uns zu zeigen.… Continue Reading „Sonett geschrieben auf der Westminster-Brücke“
Wolfgang Hilbig (* 31. August 1941 in Meuselwitz; † 2. Juni 2007 in Berlin) Natureingang (frei nach Geoffrey Chaucer) Ach wenn April mit milden Schauern des Lebens dürre Adern bis zur Wurzel badet und Zephyrs süßer Atemhauch die Triebe all in Wald und Feld… Continue Reading „Natureingang“
Wolfgang Hilbig (* 31. August 1941 in Meuselwitz, Landkreis Altenburg; † 2. Juni 2007 in Berlin) Aus: prosa meiner heimatstraße 3 Aus: Wolfgang Hilbig: Gedichte. Mit einem Nachwort von Uwe Kolbe. Frankfurt/Main: S. Fischer, 2008
Màrius Torres (* 30. August 1910 in Lleida; † 29. Dezember 1942 in Sant Quirze Safaja) Ferne Musik, in der Nacht Hochmütig, flehend, lyrisch, ernst und grob, sanft wie ein Murmeln und starr wie ein Schrei, kommt nachts eine Musik von sehr weit her… Continue Reading „Ferne Musik“
Adelbert von Chamisso (* 30. Januar 1781 auf Schloss Boncourt bei Ante, Châlons-en-Champagne, Frankreich; † 21. August 1838 in Berlin) Adelbert an seine Braut Ich schlich so blöd für mich allein, Ich wälzte so mich in den Staub, Ich war so schwach, ich war… Continue Reading „Ich schlich so blöd für mich allein“
Vom 7. Juli bis 11. September 1828 hält sich Goethe, aus Weimar geflüchtet, in Dornburg auf. Er trinkt Wein, isst Zervelatwurst und Artischocken, treibt meteorologische, botanische und geologische Studien und betrachtet das liebliche Saaletal. Am 25. August um 19 Uhr ging der fast noch… Continue Reading „Dem aufgehenden Vollmonde“
Anna Hoffmann dea ex machina „Geh jetzt ins Bett.“ dein wütendes geschick erwartet dich water-boarding-Ophelia im kampf gegen den terror der körper verklappt sich die kleine im kontext täter opfer zuschauer das eigene spie-gelbild die feindbildkonstruktion läuft auf hochtouren wann bricht dein widerstand wann… Continue Reading „dea ex machina“
Ferenc Juhász (Bia, 16. August 1928 – Budapest, 2. Dezember 2015) verspätete nachricht ich las deine verse wieder, mein freund. über manche zeile dachte ich lange nach, aufmerksam blätterte ich in deinen büchern. von tränen verschmiert – soll ich es leugnen? – ward dein… Continue Reading „verspätete nachricht“
Ein Gedicht von Maximilian Woloschin auf die Tode der russischen Dichter Maximilian Woloschin (Максимилиа́н Алекса́ндрович Воло́шин; * 16. Mai jul. / 28. Mai 1877 greg. in Kiew; † 11. August 1932 in Koktebel) Auf dem Grunde der Hölle Dem Andenken an A. Blok und… Continue Reading „Vor 100 Jahren wurde Nikolai Gumiljow hingerichtet“
Theobald Hock (Hoeck) (* 23. August 1573 in Limbach; † nach 1624) Traw der Lieb nit zuuil Nacht vnd Tag hab ich gedient, Eim Frewlein rain und zarte, Damit ich nur jhr Lieb versindt*, Kein fleiß noch mühe ich sparte. All ander Lieb, Freud,… Continue Reading „Traw der Lieb nit zuuil“
Gedeucht = Gedicht, Gedeuchtittis = Gedichtetes, Prausur = Prosa – mehr muss man eigentlich nicht wissen, um das folgende Gedeucht zu farrsteuhönn. Jarr düßß stömmt. Matthias Koeppel (* 22. August 1937 in Hamburg) Gedeuchtittis Gedeuchtittis üßt ain Gedeucht wann zich’s roimt, zunst üßt äßß… Continue Reading „Gedeuchtittis“
Am 7. April 2021 verstarb Dr. habil. Jerzy Kaczmarek, polnischer Lyriker und Soziologe an der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań, im Alter von 57 Jahren. Jerzy Kaczmarek wurde am 13. Dezember 1964 in Jarocin in der Woiwodschaft Groß-Polen geboren. Hier eines seiner von ihm selbst übertragenen Gedichte.… Continue Reading „Jerzy Kaczmarek (1964-2021)“
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