Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Damals, besonders 1993, wurde viel diskutiert über zwei Tendenzen: Wut und Vision. Hadayatullah Hübsch hat das in einem Radiofeature ganz gut dargestellt. Für mich ist die Wut das Ego und die Vision die Ekstase. Ich habe ja selber damals noch in Köln studiert und… Continue Reading „Poemie Nachtrag“
Am 22. Dezember 2003 starb der lebenslustige Bäcker Ernst Schrade, der gerne Gedichte geschrieben hatte, im Alter von 72 Jahren. Zuletzt hatte der Gehirntumorkranke sieben Monate lang im Theodorus-Hospiz in Moabit gelebt. Eine Endstation sei es, „welch unangenehmes Wort“, aber ein Abschieben sei es… Continue Reading „Protokoll vom Leben“
Ein neuer Trend? Alle feiern Heiner Müller – Spiegel nicht. Spiegel schreibt keinen feiernden (blumigen?) Text im gewöhnlichen Spiegel Speak, sondern „läßt selbst sprechen“. Allerdings nicht uneingeleitet: Statt Blumen Heiner Müller im Traumwald Alle feiern den 75. Geburtstag von Heiner Müller. Symposien im ganzen… Continue Reading „Spiegel im Traumwald“
Eines von rund 130 000 Blättern, die sich im Nachlass von Heiner Müller fanden, enthält den korrigierten Entwurf des Gedichtes „Selbstkritik“, das der Dichter 1989 veröffentlichen ließ (siehe Abbildung [Papierausgabe!]). Darin behauptet Müller, dass er vor 40 Jahren im Besitz der Wahrheit gewesen sei,… Continue Reading „Korrigierte Selbstkritik“
«Das gestohlne leben, Gott, du versuchst / es nachzuholen. das land jedoch // geht dir aus dem weg. in welche richtung / wirst du dich verirren? bleib // auch du an der wegkreuzung stehn / und verzweifle.» Vor zehn Jahren schrieb Franz Hodjak diese… Continue Reading „Landverlust“
Er, der so lange verstummt war. Endlich einmal bricht der (Ost-)Berliner Lyriker, dessen Werke so beliebt sind, dass er noch immer davon leben kann, sein jahrelanges Schweigen. Nicht mit einem neuen Gedichtband, sondern mit einer Rede, die ihm zur Rhapsodie gerät, zum Erinnerungsrausch. Die… Continue Reading „Der Dichter spricht.“
Das poetologische Grundprinzip all dieser unentwegten Verwandlungen fand Raeber früh in Ovids „Metamorphosen“. Ein ausgedehnter Italien-Aufenthalt – in den Jahren 1951 und 1952 leitete Raeber die Schweizer Schule in Rom – vermittelte ihm die unmittelbare Anschauung der mediterranen Lebenswelt, die er seitdem in seinen… Continue Reading „Raebers Verwandlungen“
„Die Welt“ erinnert am 7.1.04 an den Dichter der DDR-Nationalhymne, Johannes R. Becher. – Der auch hunderte Sonette und gar eine Sonettlehre verfaßte, unter den Sonetten viele schlechte – was er selber besser wußte als seine Leser und Kritiker, wie jener Herr, der das… Continue Reading „Gedenkblatt“
«Er ist ein merkwürdiger Kopf, halb genial und halb dilettantisch, echter Dichter, sobald er parasitische Dichtung schreibt, ein falscher Dichter, sobald er sie aus dem eigenen Inneren schöpft, der wahre Alexandriner, der fremde Bildung mit grösserer Intensität und mit grösserer Reinheit empfindet als die… Continue Reading „Echter falscher Dichter“
Doch auch wenn es um lebende Schriftsteller geht, scheinen diesmal die älteren Jahrgänge die Hauptakteure des literarischen Herbstes zu sein. Etwa der Dichter und Literaturwissenschafter Jaroslaw Marek Rymkiewicz (Jg. 1935), der den diesjährigen «Nike»-Preis, die mittlerweile wichtigste literarische Auszeichnung Polens, erhielt. In den letzten… Continue Reading „Lyrik siegt … in Polen“
These are the bosses of Rome; take a good look. They know how to deal with scum like us. They learn To cook us on both sides as no other cook Could cook us, turned out perfectly, done to a turn. First comes the… Continue Reading „The Bosses of Rome“
Durs Grünbein, bedeutendster deutscher Lyriker der Gegenwart, kämpft Tag und Nacht mit Versen / schreibt Susanne Kunckel, Die Welt 4.1.04
Gotthold Ephraim Lessing: Der Eintritt des Jahres 1754 in Berlin, in Rolf Schneiders Berliner Anthologie, Morgenpost 4.1.04 – Mit diesem Beitrag endet die Serie – „vorerst“.
Fast vierzig Jahre sind seit dem Erscheinen von Höllerers Geschichte der Poetik in Fragmenten vergangen; sie war – wie übrigens auch Enzensbergers unlängst neu aufgelegtes «Museum der modernen Poesie» – stark renovationsbedürftig. Norbert Miller und Harald Hartung haben das Werk nun neu herausgebracht und… Continue Reading „Renovierte Moderne“
Anlässlich des Revolutionsfeiertags am 7. November 1938 erhielten die Gefangenen des Wladiwostoker Besserungs- und Arbeitslagers die Erlaubnis, auf einem Fetzen Packpapier einen Gruß nach Hause zu schreiben. „Bin außerordentlich erschöpft. Abgemagert, fast nicht wiederzuerkennen. Aber Kleider zu schicken, Essen und Geld – weiß nicht,… Continue Reading „Revolutionsfeier“
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