Kategorie: Europa

122. Zettelpoet: „Schade, dass ich es nicht war“

Als seine Gedichte jedoch auf 13 Steinplatten des Museumsquartiers in dicken Lettern zu lesen waren, musste sich der 56-jährige österreichische Schriftsteller und Buchautor Helmut Seethaler erstmals vor Gericht verantworten – wo er am Donnerstag wegen Sachbeschädigung zu zwei Monaten bedingter Haft verurteilt worden ist.… Continue Reading „122. Zettelpoet: „Schade, dass ich es nicht war““

121. Meine Anthologie 28: Ernst Jandl, der beschriftete sessel

der beschriftete sessel für harry & angelika ich haben ein sessel stehn JANDL groß hinten drauf wenn ich mal nicht wissen sein ich´s oder sein ich´s nicht ich mich nur hinsetzen müssen und warten bis von hinten wer kommen und mir´s flüstern Das Gedicht… Continue Reading „121. Meine Anthologie 28: Ernst Jandl, der beschriftete sessel“

119. Enzensberger als Filmkünstler

Die beiden Suhrkamp-DVDs mit üppigem Booklet, 2009 zu Enzensbergers Achtzigstem erschienen, bieten ein Dutzend Filmdokumente aus fünfzig Jahren: Zunächst ein halbes Dutzend rund zehnminütiger „TV-Dokumente“, darunter eine „Hessenschau“ des Jahres 1960, die Straßenszenen Nachkriegsfrankfurts mit Selbstbekundungen des dreißigjährigen Dichters mischt Haupt- und Kernstück sind… Continue Reading „119. Enzensberger als Filmkünstler“

118. poesiealbumverse

Radolfzell – „Poesie zur freundlichen Erinnerung heißt eine Ausstellung, die ab Dienstag, 23. Februar, in der Volksbank gezeigt wird. Die Vernissage findet um 19 Uhr statt. Im Zentrum steht das Poesiealbum. Walter Binder und Uwe Donath haben das Poesiealbum von Sophie Frick, geborene Sättele,… Continue Reading „118. poesiealbumverse“

117. Dichterdenker

Rolf Schwendter, dreifacher Doktor, von 1975 bis 2003 zur Emeritierung Professor für Subkultur-Forschung an der Kasseler Universität, einer, der die Hochschule wie kaum ein anderer mit der Stadt verbunden hat. In der übervollen Kasseler Werkstatt, wo er am Dienstagabend Einblicke in seine Lyrik gibt,… Continue Reading „117. Dichterdenker“

116. Lyrik an der Ruhr

Duisburg (RP) Mit dem Ruhrgebiet verbindet man heute mehr Schriftsteller denn je. Kaum beachtet allerdings wird die Lyrik, die im Ruhrgebiet geschrieben wurde und wird, nur wenige kennen ihre Traditionen oder jungen Stimmen. Das möchte das Literaturbüro Ruhr e.V. gerne ändern und schrieb deshalb… Continue Reading „116. Lyrik an der Ruhr“

113. Neue Landschaft

„Marie Luise Kaschnitz sagte den einen Satz: Ingeborg Bachmann ist ein Mythos“. Lakonische Kollegialität ist ihre Stärke. Meckel liest ihr ein Gedicht vor. Sie kommentiert mit einer Frage: „Warum dieses Gedicht?“ Er wolle, rechtfertigte sich der jüngere Poet, mit Sprache eine Landschaft „erschaffen, die… Continue Reading „113. Neue Landschaft“

110. Pastiors Syntax

In Michael Brauns DLF-Lyrikkalender am 18.2. das Gedicht „a wird eintreten“ von Oskar Pastior zum Lesen und Hören.

109. Vergils Honig

Begehren ist besser als Natur. Die Naturschönheit ist immer tautologisch (schön ist, was schön aussieht). Deshalb ist sie an sich auch so langweilig. Und muß mit anderem aufgeladen werden. Mit Mystik und Lyrik zum Beispiel. Der Honig, der in Vergils Text vom Himmel fällt… Continue Reading „109. Vergils Honig“

108. Meine Anthologie 25: Andreas Gryphius, Was frag ich nach der welt

1) WAs frag ich nach der welt! sie wird in flammen stehn: Was acht ich reiche pracht: der Todt reißt alles hin! Was hilfft die wissenschafft / der mehr denn falsche dunst? Der Liebe Zauberwerck ist tolle Phantasie: Die wollust ist fürwar nichts alß… Continue Reading „108. Meine Anthologie 25: Andreas Gryphius, Was frag ich nach der welt“

107. Letzter Band der Werkausgabe Antonio Machado

„La Guerra – Der Krieg“ ist der letzte Band der Werkausgabe des 1939 verstorbenen spanischen Nationaldichters Antonio Machado. Die Texte, die vor dem Hintergrund des Spanischen Bürgerkriegs entstanden, zeugen von seiner wachsenden Desillusionierung. „Ich denk an Spanien, das ganz verkaufte,/von Fluß zu Fluß, von… Continue Reading „107. Letzter Band der Werkausgabe Antonio Machado“

106. Von einer gewissen Unverständlichkeit

Neben Mondrian kämpften auch der Möbeldesigner Gerrit Rietveld, der Maler Bart van der Leck, der Bildhauer George Vantongerloo und der Architekt JJ Oud unter dem Banner De Stijl. Und Theo van Doesburg machte buchstäblich alles. Nach seinem Tod schrieb Alfred Barr, Gründungsdirektor des Museum… Continue Reading „106. Von einer gewissen Unverständlichkeit“

105. Gedicht

ICH WERDE MÜDE, WEIL ICH NICHT MEHR DREIZEHN BIN, Zu keinem Großkonzern gehör, zu keiner Schule, Mich fickend, pissend, scheissend in den Medien suhle, Gewalt und Sex kopiere, Angepasstheit hin Und Ausgelaugtheit her, es gibt Genieoasen In jedem Zeitungswinkel, in den Talk Show Soaps,… Continue Reading „105. Gedicht“

104. Meine Anthologie 24: Marcin Świetlicki, Polen 2

Polen 2 Und als sie mich, trotz allem, zu ihrem Dichter erklärten. Und als ich, statt den ironischen, bitteren Augenblick abzuwarten und triumphierend zu leugnen, in diesem ordinären Licht stand und blinzelte. Und als (das sage ich nicht, aber das gibt’s, das gibt’s!) Aus:… Continue Reading „104. Meine Anthologie 24: Marcin Świetlicki, Polen 2“

102. Poesielabel Perplex

Das Verschwinden der Poesie aus den Zeitungen beklagen David Vajda und Tobias Heitzer, das Vermodern von Gedichten auf Blogs ist ihnen zuwider. „Das Wort an sich zählt“, sagt Letzterer. Gedichte müssen vorgetragen werden, finden sie. Sie sind auf der Suche nach einer zeitgenössischen Präsentationsform… Continue Reading „102. Poesielabel Perplex“