Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Peter Altenberg (1859–1919) gilt als der schrägste Vogel der Wiener Moderne. Während seine genialischen Prosaskizzen in ihrer Lebensdichte noch heute bezaubern, wirkt seine obsessive Verehrung «süsser» Kindfrauen befremdlicher denn je. Heutzutage müsste sich Altenberg wohl wegen Pädophilie verantworten. … Mag Karl Kraus auch manch… Continue Reading „144. „Schräger Vogel“, Pädophiler“
Erinnerungen an Heinz Erhardt sind seit neuestem im Wittenberger Haus der Geschichte zu erleben / Mitteldeutsche Zeitung
Vier Frauen befreien die Werke etablierter Autorinnen aus ihren verstaubten Kokons der Literaturwissenschaft. Sie geben unbekannten, vergessenen oder angeblich ästhetisch minderwertigen Autorinnen eine neue Wertschätzung – mit Leidenschaft. … Verena Auffermann, Gunhild Kübler, Ursula März und Elke Schmitter stellen in ihrem 650 Seiten starken… Continue Reading „142. Mit Leidenschaft“
Na bitte, geht doch. Wir können uns halt nicht immer um alles kümmern im alltäglichen Ansturm des Angesagten. Also brauchen wir äußere Rahmen. Etwas Außergewöhnliches, ein Jubiläum, ein Unglück, eine Zeremonie. Jetzt ist Schermbeck dran. schreibt die lokale Zeitung und fährt fort: Die Kulturhauptstadt… Continue Reading „141. Ein verbummelter Student wird entdeckt“
Das DKP-Portal „Kommunisten“ berichtet über den Streik gegen den Verkauf des staatlichen Tabakmonopols an einen US-Konzern durch die türkische Regierung, der u.a. eine 50%ige Lohnkürzung mit sich bringen soll. Dabei spielt offenbar ein deutsches Gedicht eine Rolle. Der Gewerkschaftsfunktionär Selahattin Yildirim sagte: Das Gedicht… Continue Reading „140. Alle oder keiner“
Stéphane Mallarmé schuf 1897, ein Jahr vor seinem Tod, das Langpoem „Un coup de dés jamais n’abolira le hasard“ – auf Deutsch etwa: „Ein Wurf mit dem Würfel wird niemals den Zufall abschaffen.“ Der Schriftsteller legte sein Gedicht wie eine Wortpartitur an: Im scheinbar… Continue Reading „139. Mallarme bebildert“
Noch einmal zu Nicholson Bakers „Der Anthologist“. Im heutigen „Tagesspiegel“ schreibt Volker Sielaff: Wenn Paul nicht an Rosslyn denkt und ihm auch seine attraktive Nachbarin Nan nicht über den Weg läuft, kann er endlos über englischsprachige Lyrik monologisieren: „Vier Takte pro Zeile. Das ist… Continue Reading „138. Verliebt“
Mit seinem ersten Gedichtband schlägt Christoph Szalay eine tragfähige Brücke zwischen einer traditionellen Form feinsinnig reflektierter Stadt- und Naturgedichte und der ironisch-verspielten Verfahrensweise einer literarischen Avantgarde. Szalay findet bereits in jungen Jahren einen unverwechselbaren und substanziellen Ton. Findet ORF
Dorothea von Törne bespricht den gelben Akrobat bei Welt online Jeder Autor ist mit einem einzigen Gedicht vertreten. Das schließt das Aufspüren von Entwicklungen innerhalb eines Werkes aus. Die Anthologie bietet lyrische Momentaufnahmen mit dem Charme des Abwegigen, die jeweils mit Kommentaren ergänzt werden.… Continue Reading „135. Heidelberger Ästhetik“
Und mein Erstaunen ist noch nicht vorüber – Der Lyriker und Theaterautor Albert Ostermaier bedankt sich für die Verleihung des Bertolt- Brecht-Preises und sagt unter anderem: Manchmal ist die Liebe grausam, manchmal ist sie kälter als der Tod, manchmal kennt sie keine andere Erlösung… Continue Reading „134. „Legt euch ordentlich ins Zeug““
Gedichte aus der Gegenwart. Hg. von Thomas Geiger. dtv, München. 360 S., 14,90 Euro. Die Anthologie bietet abenteuerlichen Lesegenuss und kluge Unterhaltung Ohne Ausnahme ist alles kompetent ausgewählt und poetisch relevant. Thomas Geiger, Mitarbeiter im Literarischen Colloquium Berlin, präsentiert die besten Poesiebeispiele der vergangenen… Continue Reading „133. Laute Verse“
Die Gedichte von Georgi Gospodinov haben häufig etwas Haikuhaftes an sich; mitunter setzen sie auf den Überraschungseffekt, auf das kurze Aufblitzen von etwas, das man für eine tiefere Wahrheit zu halten geneigt ist. So etwa in jenem Gedicht, in dem Henne und Ei sich… Continue Reading „132. Katze entlaufen“
Die spanische Regierung will den Dichter Miguel Hernández förmlich als Opfer der Franco-Diktatur anerkennen. Hernández wurde vor 70 Jahren als „Verräter“ verhaftet, weil er die republikanischen Francogegner unterstützt hatte, und starb mit 31 Jahren im Gefängnis. In diesem Jahr wird der 70. Geburtstag des… Continue Reading „128. Rehabilitiert“
Mauern Ohne Rücksicht, ohne Mitleid, ohne Schamgefühl Haben sie große, hohe Mauern errichtet um mich. Und hier sitze ich nun ohne Hoffnung. Ich denke nur an das eine, wie dieses Schicksal den Verstand mir verzehrt. So viel hatte ich draußen zu tun. Warum gab… Continue Reading „127. Meine Anthologie 30: Konstantin Kavafis, Mauern“
Neueste Kommentare