Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Die Experimente mit der Sprache gehören zum Grundbestand des Futurismus. Und der 1886 geborene Alexej Krutschonych hat dafür die radikalsten Ansätze entwickelt. Auch 1912 erschien sein erster Text in der Kunstsprache, die er dafür gemeinsam mit Chlebnikow geschaffen hat: Sa-um. Manchmal auch als Zaum… Continue Reading „102. Der ganzen erstaunten und verwirrten Welt“
Auch Michael Braun ist begeistert. Im Heft 101 der „Literaturen“ beschließt er seine Besprechung mit dem Ausruf: „Solange solche Gedichte geschrieben werden, braucht man die Frage nach dem blutleeren Ästhetizismus in der Lyrik nicht mehr zu stellen.“ Er gibt jedem behandelten Autor eine Berufsbezeichnung… Continue Reading „100. Kein Ästhetizismus“
Oh, je. Eigentlich wollte der Dichter Thomas Kunst keine Sonette mehr schreiben. Doch als Instrument der „Ermüdung, Polemik und Ernüchterung“ konnte er nicht von ihnen lassen. Zum Glück für uns Leser, sein neuer Band „Legende vom Abholen“ (Edition Rugerup) besitzt Suchtpotenzial. „Diskurse nur von… Continue Reading „99. Lyrikboomjahr 2011“
Vor 125 Jahren wurde Max Herrmann-Neiße geboren. Klaus Bellin schreibt im ND: Gleich zwei Verlage haben den Vergessenen nach Kriegsende mit ausgewählten Gedichten wieder ins Bewusstsein deutscher Leser geholt. 1946 erschien bei Oprecht, begleitet vom Aufsatz Stefan Zweigs, die Sammlung »Erinnerung und Exil« und… Continue Reading „96. Aufruf zur Subskription“
Bei der Deutschen Welle ein Gespräch mit Klaus Reichert, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, über F.C. Delius: Deutsche Welle: Herr Reichert, warum ist Delius für Sie der ideale Büchner-Preisträger 2011? Klaus Reichert: Wir werden jetzt mit dem Büchnerpreis sechzig Jahre alt.… Continue Reading „93. Idealer Preisträger“
Sie gilt als eine menschenscheue Zauberin der Worte, lebt in einer Wiener Altbauwohnung voller Zettel und ist neben Sarah Kirsch derzeit die bedeutendste Lyrikerin im deutschsprachigen Raum: Friederike Mayröcker, die eine ähnliche Aura umgibt wie Juliette Greco. Mayröcker stellt in Münster ihr großes Alterswerk… Continue Reading „91. Mayröcker in Münster“
Die drei Werke, die am gestrigen Abend im Berliner Konzerthaus ein spannendes und wunderbar balanciertes Programm formten, stellen drei verschiedene Reflexe auf Dichtungen dar. Anton Weberns ‚Im Sommerwind‘ leiht Titel und Stimmung von einem Naturgedicht Bruno Willes, Peter Ruzickas ‚…Inseln, randlos…‘ schließt in sich… Continue Reading „90. Musik auf Dichtungen“
Zwei Auszüge aus einer „Hörbuch“-Kritik, zwei Themen: 1. … ziemlich an der Zielgruppe vorbeigeschossen – nicht zuletzt, weil auch Gotthard Erler nicht darauf verzichtet, eines der windschiefsten deutschen Gedichte vortragen zu lassen, das seit Generationen reimerisch übers Knie gebrochen nur beweist: Lyrik ist anscheinend… Continue Reading „89. Pralinenverfütterung“
Burnside ist Romancier, gewiss, doch dringlicher ist er Lyriker. In all seinen Werken findet man Gestaltwandler der dunkleren und dunkelsten Spielart. Auch in „Lügen über meinen Vater“ taucht ein solches Wesen auf. Es hat zwei Beine, nicht zwei Füße; es fällt mit „harten, blitzenden… Continue Reading „87. Gestaltwandler“
Es gibt Werke, die erweisen sich als schlauer als ihre Schöpfer. Für den Mahler-Verächter Hanns Eisler trifft dies jedenfalls zu, polemisierte der marxistische Musiker doch heftig gegen die angebliche bourgeoise Dekadenz seines Kollegen: In einem Aufsatz von 1935 denunzierte er dessen Werke als „unechte,… Continue Reading „85. Von der Erde“
schreibt die Wiener Zeitung. Ich picke mal Aussagen über Gedichte heraus: Die 1973 in Dalmatien geborene Marica Bodrozic beispielsweise legt mit „Quittenstunden“ ( Otto Müller Verlag, Salzburg 2011 ) ihren dritten Gedichtband vor und frönt dort der eher ungewöhnlichen Form des Langgedichts. Assoziativ erinnernd, erzählt sie darin von der eigenen… Continue Reading „84. Über „Fräuleinwunder““
Im kompakter Weise gebündelt, erhält man einen kompetenten Überblick deutschsprachiger Dichtkunst von den Anfängen bis zur Gegenwart. Verdienstvoll ist auch die Entscheidung des dtv-Verlags, diese wunderbare Fundgrube zu einem Preis zugänglich zu machen, der in keiner Relation zu Qualität wie Quantität dieser Anthologie steht.… Continue Reading „82. Wunderbare Fundgrube“
Ein Jahr nach Erika Burkarts Tod am 14. April 2010 ist ein dichterisches Vermächtnis einzusehen: ihre Gedichte aus den Jahren 2008 und 2009 mit dem Titel «Nachtschicht», manche als Reinschrift, andere im Entwurfstadium hinterlassen. Dazu fügen sich als Entsprechung die Verse ihres Ehemanns Ernst… Continue Reading „80. Nachtschicht Schattenzone“
Lyrik war und ist kein Massenprodukt. Wird auch keines mehr werden. Insofern war die Entscheidung, die Lesung drei junger Dichterinnen in das Beltz-Zimmer des Literaturhauses zu verlegen, kein Risiko – dort herrschte eine Art von Salon-Atmosphäre. Nora Bossong und Judith Zander, die eine in… Continue Reading „79. Eher Beatles als Stones“
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